MØL – DREAMCRUSH

MØL

Titel: DREAMCRUSH

Label: NUCLEAR BLAST RECORDS

Spieldauer: 43:51 Minuten

VÖ: 30. Januar 2026

„Having dreams can sustain you – give you something to believe in – but the weight of expectation, the burden of reality can also mean that such dreams can become oppressive; they can just as easily shatter you.“

Die dänische, 2013 in Aarhus gegründete, Blackgaze Band – ein vielfältiges, ungewöhnliches Genre, dass ich erst in den letzten Jahren kennen- und lieben gelernt habe – MØL (dänisch für Motte) erkunden die Gegensätzlichkeit dieser Träume mit ihrem dritten Longplayer „Dreamcrush“.

Die Band verfeinert nochmals ihren Signature-Sound aus Black Metal Intensität, Shoegaze Texturen, Alt-Rock Hooks und verletzlicher Eingängigkeit. Die neuen Stücke stehen für eine breite Palette an Emotionen zwischen Wut, Trauer und Verlust, stecken aber eben auch voller Trost und Hoffnung. Explosive, abwechslungsreiche, Kompositionen aus aggressiven Momenten, melodischer Kreativität und großer emotionaler Dynamik sind an der Tagesordnung.

Der Fünfer jongliert perfekt und fesselnd mit dem Wechselspiel aus Anspannung und Entspannung, zwischen eingängigen Melodien und brutaler Härte, beinahe poppig-melodischem Gesang und Black Metal Gekeife, ruhigen Parts und purer Raserei, cinematischen Passagen und wilder Aggression.

Drei aufeinanderfolgende  Songs mögen dafür exemplarisch und als Anspieltipps (am besten in Albumreihenfolge) dienen: das stark angeschwärzte, zähe `Hud´ mit seinem ruhigen Finale, gefolgt von der poppig einsteigenden Vorabauskopplung `Garland´ mit ihrem schnellen Mittelteil und das sphärisch-vielschichtige, ebenfalls als Single dienende `Favour´, das langsam beginnt und in seiner zweiten Hälfte, erst hart, dann melodisch aus dem Sattel geht.

“Dreamcrush“ ist ein dynamischer, emotionaler, kreativer und innovativer Longplayer, an dem man sich so schnell nicht satt hören kann, immer wieder fesselnd und aufregend und doch stimmig und wie aus einem Guss, noch dazu kraftvoll, persönlich und außergewöhnlich.

Michael Gaspar vergibt 9 von 10 Punkten