STABBING – EONS OF OBSCENTITY

STABBING

Titel: EONS OF OBSCENTITY

Label: Century Media Records

Spieldauer: 30:53 Minuten

VÖ: 30. Januar 2026

STABBING sind eine Newcomer-Band, die sich dem Brutal Death Metal verschrieben haben, aber das Genre auf ihre eigene Art und Weise interpretieren. Das aus Houston, Texas, stammende Quartett veröffentlichte 2022 das Debüt “Extirpated Mortal Process”, um dann abzutauchen und 2026 mit “Eons Of Obscenity” zurückzukehren, mit dem sie ihr Label-Debüt bei Century Media feiern. In dieser Zeit kam es auch zu Veränderungen in der Band, denn Meryl Martinez (Bass) und Rene Martinez (Drums) sind nicht mehr an Bord. Der texanische B.D.M.-Tornado besteht jetzt aus Matt Day (Bass), Aron Hetsko (Drums), Bridget Lynch (Lead Vocals) und Marvin Ruiz (Guitar).

Sängerin Bridget Lynch sagt auf die Frage, wie sie das extreme Subgenre der Band, Brutal Death Metal (auch bekannt als B.D.M.), definieren würde:

Es ist einfach extremer. Es ist alles, was Death Metal extrem macht, nur noch ein bisschen weiter getrieben. Der Gesang. Das Schlagzeug. Die Riffs. Es ist einfach schneller und geht noch weiter an die Grenzen.

“Eons Of Obscenity” wurde im Southwing Audio von Toningenieur Ben Gott aufgenommen. Mix und Master stammen von Chris Kritikos, und das Artwork ist der Feder von Rudi Yanto entsprungen. Das Zweitwerk kommt mit elf Tracks, die ebenso roh wie extrem sind, wenn man die Singleauskopplung ‘Inhuman Torture Chamber’ als Maßstab nimmt.

Bridget Lynch:

Es hört sich verfeinert an. Das Album zeigt das Potenzial, mit dem die Band angefangen hat. Es ist nicht überproduziert. Es gibt nicht viele Effekte oder übermäßige Bearbeitungen. Wir wollten den rohen Sound der klassischen Bands beibehalten. Das war unser Ziel: etwas sehr Ehrliches und sehr Typisches für uns.

“Eons Of Obscenity” markiert für STABBING nicht nur das zweite Album, man möchte auch einen deutlichen Entwicklungssprung aufzeigen und all das erfüllen, was frühere Releases und Live-Auftritte versprochen haben. Ich werfe einen genaueren Blick auf die einzelnen Tracks – los geht’s! Mit fast 90 Sekunden Spielzeit eröffnet ‘Rotting Eternal’ die Platte, und man kommt in den Genuss der eindrucksvoll dunkel gelagerten Growl-Voice von Bridget Lynch. Als Nächstes ist der Track ‘Inhuman Torture Chamber’ an der Reihe, mit dem STABBING als Single und Musikvideo rauskamen und aufzeigten, wie druckbetankt und böse ihre Musik ist. ‘Inhuman Torture Chamber’ wurde inspiriert vom schrecklichen Mord an Sylvia Likens. “Da Blut und Folter häufige Themen im Death Metal sind, versuche ich, Songs über reale Ereignisse zu schreiben, von denen ich gelesen habe. Das sind in der Regel Geschichten, die einen negativen Eindruck auf mich hinterlassen haben”, sagt Bridget über den Song. Mit Schlagzeuggeballer, wuchtigen Gitarren und bösen Grunts feuert ‘Masticate the Subdued’ durch den Raum, gefolgt vom Titeltrack ‘Eons Of Obscenity’, der euch in ca. 130 Sekunden die Haut vom Gesicht zieht, und dem Groovemonster ‘Reborn to Kill Once More’ sowie dem instrumentalen ‘Ruminations’. SUFFOCATIONs Ricky Myers verleiht ‘Nauseating Composition’ seine Note, ‘Their Melted Remains’ knallt euch ein paar thrashige Vibes vor den Latz. Das finale Triple ‘Sonoluminescent Hemoglobinopathy’, ‘Symphony of Absurdity’ und ‘Sinking Into Catatonic Reality’ schlägt ähnliche musikalische Pfade ein wie die Vorgänger, und als der Grunzer aus Bridgets Kehle verstummt, sitze ich mit offenem Mund da und denke: Scheiße, war das eine brachiale Urgewalt – sowohl stimmlich als auch musikalisch.

STABBING und ihr zweiter Brecher “Eons Of Obscenity” dürften in der B.D.M.-Szene mal so richtig gnadenlos einschlagen. Was die Jungs und ihre “Growl-Machine” am Mikro über gute 30 Minuten abliefern, ist richtig geil und konstant auf einem Härtegrad, der geneigten Genre-Junkies die Nacken verknoten wird. Wer sich im Brutal Death Metal eher weniger heimisch sieht, sollte trotzdem mal ein Ohr in die Platte halten, denn dieser stimmgewaltige Orkan, den Bridget Lynch performt, ist schon richtig stark – Fans wissen das und Neufans werden’s lieben!

Tobi Stahl vergibt 8 von 10 Punkten