VIOLET – SILHOUETTES

VIOLET

Titel: SILHOUETTES

Label: Metalapolis Records

Spieldauer: 38:50 Minuten

VÖ: 27. Februar 2026

Muss man VIOLET noch vorstellen? Das wäre ja wie Eulen nach Athen oder Porsches nach Zuffenhausen zu tragen. Nur so viel, dieses blutjunge und frische Trupp Musikanten aus dem Schwäbischen dürfte eine, wenn nicht DIE, große Hoffnung sein für melodischen Rock aus heimatlichen Gefilden. Sie glänzten bisher nicht nur mit ihren beiden Alben „Illusions“ (2022) und vor allem dem grandiosen „Mysteria“ (2024). Auch Live hat mich das Quintett mächtig umgehauen.

Wieder sind zwei Jahre vergangen. Zeit für neuen Stoff für den Suchti. Also für mich. Dieses Mal (leider?) nur in Form einer EP. Wobei deren Spielzeit von 38 Minuten schon fast Albumreife zeigt.

Am Start stehen drei niegel-nagel-neue Songs. Die glänzen, wie frisch polierte Wagen in einer Luxuskarrenschmiede. Auch wenn es hier nicht um Hochgeschwindigkeitsrasereien handelt. Bei VIOLET wird doch eher gediegen die Landstraße entlang ein schlenderndes Tempo angeschlagen. Der warme sommerliche Fahrtwind im Gesicht, die Sonne weist den Weg in glücklichere Gefilde. Eine Welt voller Liebe, Zuneigung und Zärtlichkeit.

Oder so.

Wenn man den Faden verliert… Drei wundervolle melodische Rocksongs eröffnen, die neu im Vioversum sind. Hier musizieren die fünf auf einem gewohnt hohen Level. Die Eröffnung erfolgt mit einem knackig rockigen ´Set Me Free´. Damit schließen die Veilchen an ihr letztes Album nahtlos an. Etwa mit der Fähigkeit, tolle Chöre auf die Beine zu stellen. Oder grandiose Refrains in die Welt zu entlassen. ´Dangerous You´ ist weniger gefährlich, eher eine wunderbare 80ger Pophymne im Gefolge von Roxette oder Heart. Ich kannmir jetzt schon fast vorstellen, dieses Gefühl, wenn Jamie bei der Release-Show im März vor einem steht, in die Augen schaut und mich ´Dangerous You´ nennt. Gänsehaut ist schon vorbestellt. Das Leppardsche (Hysteria-Phase) ´Somewhere, Somehow´ ist da „nur“ noch das Tüpfelchen auf dem I.

Dazu ergänzend gibt es noch ´Calling For You´, das bisher noch nicht physisch auf einem Tonträger zu finden war. Für mich auch einer der großen Hits der Truppe. Ebenso die drei folgenden Livetracks. Diese wurden bei der furiosen „Mysteria“ Release Party im traditionsreichen SCALA in Ludwigsburg im Dezember 2024 mitgeschnitten. ´Arms Around´ verschafft mir fast das Gefühl, mitten dabei zu sein. Obwohl ich an jenem Abend leider nicht dabei sein konnte. Dieses Mal bin ich am Start, versprochen.

Am Ende steht ein irgendwie unfertiges ´Fall In Love´. Zumindest wenn man sonst ins Vioversum schaut oder besser hört. Im Vergleich mit ´I Don’t Want To Fall In Love´ merkt man als Außenstehender, als Hörer erst, wie sich ein Song entwickeln muss, um wirklich, wirklich ein echtes Highlight zu werden. Da wurde noch einiges an Arbeit und Kreativität hineingesteckt, damit wirklich etwas Großes daraus werden konnte.

Etwas Großes. Das sind VIOLET für mich schon. Ein Jungbrunnen. Und hoffentlich nicht nur mein Jungbrunnen.

 

Mario Wolski vergibt 9 von 10 Punkten