MUERTISSIMA – PROPHECY

MUERTISSIMA

Titel: PROPHECY

Label: Fetzner Death Records

Spieldauer: 50:10 Minuten

VÖ: 13. Februar 2026

Aus Frankreich kommen die Old-School-Death-Metaller von MUERTISSIMA – eine neue “Eroberung” des Karlsruher Underground-Labels Fetzner Death Records. Die Truppe um Simon aka Gevaudan (Guitar/Vocals), Steph aka El Pradosaure (Rhythm Guitar), François (Bass) und Nicolas aka Le Nickolathor (Drums) veröffentlicht dort ihr zweites Album “Prophecy”, das am Freitag, den 13. Februar 2026, in die Läden kommen wird. MUERTISSIMA wurden vom Gitarristen El Pradosaure in der Region um Paris gegründet. Ihre musikalische Handschrift setzt sich aus Old-School-Death-Metal mit Elementen aus Black und Thrash Metal zusammen. Beeinflusst von Szenegrößen wie MORBID ANGEL, CARCASS, SLAYER, AT THE GATES und HYPOCRISY kreieren MUERTISSIMA einen Stil mit dunkler Atmosphäre und kontrollierter Aggression. Das Ergebnis ist kompromissloser Metal: roh, hart und direkt ins Gesicht – das lässt sich auch in den bisher veröffentlichten Singles ‘From Undead to Oblivion’ und ‘Locura’ hören. Im Jahr 2021 veröffentlichte die Band ihr Debütalbum über Music Records, aufgenommen im LOWER TONES PLACE STUDIO. 2022 folgte die Beteiligung am Split-Release “Alutiae #1” (ebenfalls Music Records), gemeinsam mit extremen Bands wie DEPRAVED, NOÏTATALÏD, MASSIVE CHARGE und ANTHROPOVORE. Zwei exklusive Songs unterstrichen dabei MUERTISSIMAs Stellung innerhalb der französischen Szene. Seitdem spielte die Band über 50 Shows in ganz Frankreich und teilte sich die Bühne mit Acts wie AGRESSOR, IMPUREZA und NO RETURN. Im Jahr 2023 begannen MUERTISSIMA mit dem Songwriting für ihr zweites Album, mit dem klaren Ziel, härter zuzuschlagen und jede Bühne in Brand zu setzen.

Ich checke das heute vorab – here we go!

Der Opener ‘Kings of Maleficience’ startet mit einem Voice-Sample, von denen noch einige folgen werden. Danach gibt’s fette Growls in die Ohren, Bässe in die Fresse und knackige Riffs vor die Stirn geklatscht – ein geiler Auftakt der neuen Platte. Voll auf die Zwölf hauen die Pariser auch in ‘I Sleep with Demons’ – wenn während dieses fetten Bangers nicht der Arc de Triomphe de l’Étoile wackelte, weiß ich auch nicht. Aus welcher Ecke das Sample vor ‘Rich Bitch’ stammt, weiß ich beim Schreiben der Rezi nicht. Was ich aber weiß: Dieser Song darf bei keiner gepflegten Nacken-Yoga-Sitzung fehlen. Die Growls sind brutal gut, haben eine Wucht wie ein Vorschlaghammer und malmen alles nieder – geilomat! In ‘Echoes of Attenborough’ ist Erroiak zu hören, der während der Rede von Sir David Attenborough Klavier spielt. ‘Echoes of Attenborough’ basiert auf der Rede, die Sir David Attenborough im Rahmen der WWF-Veranstaltung “Leaders for Nature and People” beim UN Climate Action Summit als eindringliche Botschaft an die Staats- und Regierungschefs der Welt richtete.

Die Veranstaltung fand während der 74. Generalversammlung der Vereinten Nationen statt und stand ganz im Zeichen des dramatischen Verlusts der globalen Biodiversität. In seiner Ansprache warnte Attenborough eindringlich vor den langfristigen Folgen menschlichen Handelns für Klima, Ökosysteme und Artenvielfalt. Er betonte, dass die Menschheit erstmals in ihrer Geschichte die Macht besitze, das Leben auf der Erde unwiderruflich zu verändern – und damit auch die Verantwortung trage, diesen Kurs umzukehren. Zentrale Themen seiner Botschaft waren der Schutz natürlicher Lebensräume, die Begrenzung der Erderwärmung und die Notwendigkeit sofortigen politischen Handelns. Die Rede reiht sich ein in Attenboroughs jahrzehntelanges Engagement als einer der bekanntesten Mahner für Umwelt- und Klimaschutz und unterstreicht die Dringlichkeit, mit der wissenschaftliche Erkenntnisse inzwischen auch auf höchster politischer Ebene adressiert werden.

Dankeschön, MUERTISSIMA, dass ihr diesem wichtigen Thema einen Platz auf eurem Album gebt!

Nach der Rede geht es mit ‘V.I.L Is for Vile Hate’, ‘Hate Eternal’ und dem treibenden Groovemonster ‘The Rain’ weiter nach Art des Hauses – das heißt: Es gibt OSDM auf die Mappe, brutal, hart und ohne Kompromisse! Nach den Singleauskopplungen ‘Locura’ (Lyrics in Landessprache) und ‘From Undead to Oblivion’ ist ‘Pachacamac’ die Nummer, die das Album mit epischen achteinhalb Minuten Spielzeit abschließt. Der Song startet sehr “spanisch” im Klang, wird dann atmosphärischer und beschwörender. Der Gesang von Delora passt so hervorragend ins Ambiente dieses Stücks, das sich deutlich vom bisher Gehörten abhebt – sehr geil und sehr überraschend, genau wie Attenboroughs Speech!

Kurzinfo Pachacamac: Es war ab etwa 200 n. Chr. besiedelt und erlebte seine Blütezeit bis zur Ankunft der Spanier im frühen 16. Jahrhundert . Hier wurde der Gott Pachacamac verehrt, einer der am meisten gefürchteten Götter im alten Peru, von dem man glaubte, er könne nicht nur die Zukunft vorhersagen, sondern auch die Bewegungen der Erde und in einigen Fällen Erdbeben verursachen.

Mit “Prophecy” liefern MUERTISSIMA ein Album ab, das keine Gefangenen macht. Brutal, wuchtig und kompromisslos fräst sich diese Platte durch Gehörgänge und Hirnwindungen zugleich. Der rohe Death-Metal-Sound, getränkt mit Thrash- und Black-Metal-Einflüssen, trifft wie ein Vorschlaghammer, während schwere Riffs, erbarmungslose Grooves und echte Wut eine düstere, bedrückende Atmosphäre aufbauen. Trotz (oder gerade wegen) dieser gnadenlosen Härte bleibt “Prophecy” nicht oberflächlich. Die Texte sind direkt, bildgewaltig und behandeln das Zeitgeschehen: Krieg, religiöse Heuchelei, Geldanbetung und spirituelle Leere ziehen sich wie ein roter Faden durch das Album. Besonders lobenswert ist der Platz, den MUERTISSIMA der Rede von Sir David Attenborough einräumen – ein Moment, der innehalten lässt, nachwirkt und dem ganzen Album zusätzliche Tiefe verleiht. Das Finale mit dem epischen ‘Pachacamac’ setzt dem Ganzen die Krone auf. Über achteinhalb Minuten entfaltet sich ein atmosphärischer, beschwörender Abschluss, der sich deutlich vom restlichen Material abhebt und trotzdem perfekt ins Gesamtbild passt – überraschend, intensiv und extrem wirkungsvoll.

“Prophecy” konfrontiert, verstört und rüttelt wach mit voller Wucht . Trotz – oder gerade wegen – dieser unglaublichen Kompromisslosigkeit regt die Platte zum Nachdenken an, und genau das macht sie so stark: Ich bin absolut begeistert.

Tobi Stahl vergibt 10 von 10 Punkten