THUNDER
Titel: LIVE (1998)
Label: earMusic
Spieldauer: 163:11 Minuten
VÖ: 16. Januar 2026
Das Jahr 2026 beginnt für alle Rockfans – und ganz besonders für jene von THUNDER – schon einmal richtig gut. Denn das legendäre Livealbum der Briten kommt am 16. Januar 2026 erstmals in neu gemasterter Form auf Vinyl, digital sowie als exklusives Digipak in die Läden. Erstmals 1998 veröffentlicht, markierte dieses Album einen wichtigen Eckpfeiler der Bandgeschichte und gilt bis heute als eines der stärksten Live-Werke des britischen Hardrock. THUNDER gründeten sich Ende der Achtziger und mauserten sich zu einer der Größen des britischen Hardrock. Mit ihren klassischen Rock-Riffs, den bluesigen Vibes, der markanten Stimme von Danny Bowes sowie dem Songwriting- und Gitarrentalent von Luke Morley zelebrierten sie ihre Stadionhits und begeisterten ihre Fans. THUNDER standen schon immer für ehrliche Rockmusik – und das weiß man bis heute sehr zu schätzen.
Die Aufnahmen zu “Live” entstanden im November 1997 in der Wulfrun Hall in Wolverhampton sowie im Shepherd’s Bush Empire in London – und damit in einer Phase des Umbruchs. Sein Debüt feierte Bassist Chris Childs, der schnell fester Bestandteil der Band wurde. 2025 wurde “Live” neu gemastert, um genau diese gnadenlos starke Live-Energie in moderner Klangqualität auf Platte zu pressen. Die Wiederveröffentlichung erscheint über earMUSIC, die bereits viele musikgeschichtlich großartige Werke mit Re-Releases würdigten. Jetzt sind THUNDER und “Live” an der Reihe, um das Album sowohl für langjährige Fans als auch für Neueinsteiger wieder “erlebbar” zu machen. Mit insgesamt zweiundzwanzig Songs gibt es eine geballte Ladung THUNDER-Classics auf die Ohren, darunter ‘Love Walked In’, ‘Dirty Love’ und zahlreiche weitere Fan-Favorites. Obendrauf kommt die Scheibe mit Bonusversionen von Akustik- und Studioaufnahmen. “Live” erscheint am 16. Januar 2026 auf CD, Vinyl sowie digital als Download und im Streaming. Hören wir also mal rein, was Danny Bowes am Mikrofon, Luke Morley an der Gitarre (mit Vocals und Harmonica), Ben Matthews an Gitarre, Keyboards und Gesang, Chris Childs am Bass sowie Gary ‘Harry’ James an den Drums damals – vor fast drei Dekaden – auf die Bühne brachten. Wie kann man eine Rockshow am besten eröffnen? Im Falle von THUNDER ist das ‘Welcome To The Party’, mit dem sie ihre Fans sofort auf Temperatur bringen. Danach gibt’s erst einmal Fanjubel und eine kurze Ansprache an das Publikum – etwas, das für Livealben enorm wichtig ist und leider oft aus Platzgründen gestrichen wird. Nicht aber bei THUNDER. Vor ‘Higher Ground’ oder ‘Don’t Wait Up’ wird diese Atmosphäre bewusst eingefangen, um die dritte Nummer mit ihrem knackigen Bluesfeeling mitzunehmen.
Eine Ecke gefühlvoller wird es in ‘Low Life In High Places’. Bei ‘Gimme Some Lovin’’ MUSS ich erneut die grandiose Stimmung erwähnen, die hier aus den Boxen knallt – ich liebe das! Atmosphärisch startet ‘Empty City’, nimmt dann ordentlich Fahrt auf und wird vom achteinhalb Minuten langen Live-Knaller ‘Until My Dying Day’ sowie dem herrlichen ‘A Better Man’ abgelöst. Letzterer eröffnet mit Mundharmonika-Klängen, gefolgt von diesem wunderbaren, Gänsehaut erzeugenden Gesang – woah! Herrlich auch die Chöre der Fans: so stark, so intensiv, so THUNDER. Wer zu Hause klatschen möchte und das Gefühl haben will, nicht allein zu sein, bekommt bei dem Rocker ‘Does It Feel Like Love?’ die Gelegenheit dazu. In der treibenden Nummer ‘Dance To The Music’ kommen Liebhaber der Orgel voll auf ihre Kosten, und bei ‘She’s So Fine’ dürfen die Luftgitarren durchgeladen und abgefeuert werden. ‘Backstreet Symphony’, der Groove-Rocker ‘An Englishman On Holiday’ sowie die grandiose, mitunter soulige Ballade ‘I’ll Be Waiting’ fehlen in diesem Live-Monument ebenso wenig wie der Banger ‘Laughing On Judgement Day’ und ‘Like A Satellite’ aus dem zweiten Studioalbum der Briten. Dessen akustische Gitarren klingen hier einfach wunderbar – wie muss sich das erst live angefühlt haben? Das werde ich wohl nie wissen, aber dank der Qualität dieser und aller anderen Aufnahmen auf “Live” kann man es zumindest ein Stück weit nachempfinden. Genug Gefühlsduselei – das ist auch das Credo des nächsten Songs ‘Moth To The Flame’, bei dem das Publikum vor meinem geistigen Auge mitrockt, springt und einfach eine gute Zeit hat. Nach ‘Living For Today’ präsentieren THUNDER ihre (damals) neue Single ‘The Only One’, gefolgt von den umjubelten Fan-Favorites ‘Love Walked In’ und ‘River Of Pain’, die aus voller Kehle mitgesungen werden. Ebenso ‘Dirty Love’, das dieses intensive Livealbum mehr als nur beendet: Es demonstriert die Live-Wucht, die THUNDER gemeinsam mit ihren Fans entfachen – und eben jene jubeln zurecht noch sehr lange nach dem Ende des finalen Songs.
Doch Moment – wir haben ja noch die Bonustracks. Den Anfang macht ‘New York, New York’, THUNDERs Interpretation des Sinatra-Klassikers, der live gnadenlos reinhaut. Knackig und riffig-griffig sind auch ‘Pilot Of My Dreams’ und ‘Everybody Wants Her’, während ‘Lazy Sunday Afternoon’ genau das ist, wonach sich der Name anhört: locker, entspannt und bluesig. Liverock gibt’s noch ein letztes Mal mit ‘Stand Up’, danach folgen die Studiosongs ‘The Only One’, ‘Too Bad’ und ‘Something About You’. Als Schmankerl aus der “The Nomis Session” schließt die akustische Version von ‘This Forgotten Town’ ab, die den Song auf Stimme, Gefühl und Atmosphäre reduziert und eindrucksvoll zeigt, wie stark THUNDER auch ohne elektrische Wucht funktionieren.
Mit der neu gemasterten Version von “Live” bekommen THUNDER-und Rockfans genau das, was sie sich wünschen: ein kraftvolles, ehrliches Livealbum, das auch Jahrzehnte später nichts von seiner Wucht verloren hat. Der Sound ist druckvoll, modern und transportiert die Atmosphäre der Shows eindrucksvoll ins Wohnzimmer, das Auto, das Büro – einfach überall hin, wo man die Platte hört. Ich liebe es, dass man das Publikum so gut hört und komplett mitgehen kann. Dankeschön für die lebendige Rockgeschichte auf Tonträgern.
Tobi Stahl vergibt 9 von 10 Punkten


