IN EXTREMO – DOMINUM – „Rauhnächte“, Köln
IN EXTREMO – DOMINUM
28. Dezember 2025
Palladium, Köln
„Die Rauhnächte sind eine Zeit „zwischen den Jahren“, die traditionell rund um die Wintersonnenwende beginnt und am Dreikönigstag endet. Die Rauhnächte gelten in vielen Volksglauben und spirituellen Traditionen als eine magische Phase der Reinigung, Rückschau und Vorausschau. Viele Menschen nutzen sie für Rituale der Selbstreflexion, um das alte Jahr loszulassen und Wünsche für das neue zu manifestieren.“
Unter diesem Motto und zur Feier von 30 Jahren Bandgeschichte luden IN EXTREMO am klirrend kalten letzten Sonntagabend des Jahres 2025 zur Show ihrer “Rauhnächte“ Tour ins Palladium zu Köln. Und viele Folk Metal Fans folgten dem Ruf, um im gut gefüllten Venue drei Tage vor Silvester den letzten wilden Konzertabend des Jahres zu erleben.
DOMINUM
Die süddeutschen Power Metaller DOMINUM sind noch recht neu im Geschäft und konnten doch bereits einige beeindruckende Support-Slots an Land ziehen.
Durften sie doch bereits Die Apokalyptischen Reiter, Bruce Dickinson und zuletzt Battle Beast auf ihren Konzertreisen begleiten. Aber so richtig zünden wollen die eingängigen Songs der Nürnberger Metal Zombies auch am heutigen Abend nicht. Zu steril wirkt der Sound von an sich zum Mitsingen wie gemachten Tracks der beiden „Hey Living People“ und „The Dead Don´t Die“ Studioalben und zu aufgesetzt die Ansagen und Anfeuerungen von Frontmann Dr. Dead. Und mit dem Scorpions Cover von „Rock You Like A Hurrican“, bei dem die eingespielten Backgroundchöre oftmals lauter als die mitgröhlende Crowd erscheinen, tut es sogar einmal ein wenig weh. Das Ziel, die Halle zum Brodeln zu bringen, wurde jedenfalls knapp verfehlt, einen großen durchaus verdienten Abschlussapplaus durfte die Truppe aber aufgrund der reinen musikalischen Leistung und dem hohen Eingängigkeits- und Mitgehlevel der Songs dennoch einfahren.
IN EXTREMO
Ganz anders natürlich IN EXTREMO, die mit drei Dekaden Erfahrung auf dem Buckel und einem ersten – und wahrlich nicht letzten – großen Pyro-Knall und dem wie dafür geschaffenen `Weckt Die Toten´ vom aktuellen „Wolkenschieber“ Langeisen fulminant in eine umfangreiche Best Of Setliste starten, die fast alle Studioalben der Band abdeckt. Wie so oft in solchen Fällen geht die Menge bei den etwas älteren Klassikern wie `Liam´, `Frei Zu Sein´, `Küss Mich´ und `Störtebeker´ deutlich mehr aus dem Sattel als bei den neueren Stücken wie beispielsweise `Troja´ oder dem Titeltrack der aktuellen Scheibe. Aber wenn das Publikum wiederholt Songs beim ersten Ton erkennt, sofort das Kommando übernimmt oder/und selbständig den kompletten Chorus übernimmt, dann weiß man um Einfluss und Stellenwert der Truppe sowie Verbindung der Fans zu ihren Lieblingen.
Die erfolgreichen Mittelalter Rocker fackeln nicht nur ein musikalisches Feuerwerk ab, sondern auch die Lightshow samt Videoscreens als auch die Flammen, Blitze (Stichwort `Katzengold´) und Fontänen können sich wahrlich sehen lassen. Band und Frontmann präsentieren sich sympathisch und gut gelaunt, da werden auch mal kurzerhand zwei Knirpse, natürlich stolz wie Bolle, auf die Bühne geholt, um ein Foto mit den angehimmelten Musikern zu machen. Von realtiv alt (`Herr Mannelig´, `Spielmannsfluch´, `Merseburger Zaubersprüche II) bis neu feuern die Berliner aus allen Rohren und schließen ein beeindruckendes Set mit drei Zugaben aus ebenfalls gefühlten drei Jahrzehnten stimmungsvoll ab, denn spätestens bei `Erdbeermund´ und ´Sternhagelvoll´ hat die Stimmung in der Halle dann ihren Siedepunkt erreicht. Das Finale bildet `Pikse Palve´ von der „Kompass zur Sonne“ Scheibe und die Anwesenden werden mit selbiger im Herzen und mit strahlenden Gesichtern in die kalte Kölner Nacht entlassen.
Setliste IN EXTREMO:
Intro/ Game of Rauhnächte
Weckt die Toten
Spielmannsfluch
Vollmond
Feuertaufe
Herr Mannelig
Katzengold
Merseburger Zaubersprüche II
Wolkenschieber
Troja
Werd ich am Galgen hochgezogen
Ave Maria
Liam (Gälische Version)
Mein rasend Herz
Lieb Vaterland, magst ruhig sein
Blutmond
Feine Seele
Nymphenzeit
Küss mich
Störtebeker
Frei zu sein
Erdbeermund
Sternhagelvoll
Pikse Palve
Text: Michael Gaspar
Photo Credits: Sven Bernhardt


































