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Interview-Section :: Index: 'V' :: VENI DOMINE

VENI DOMINE
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Erst herrschte im Hause Veni Domine jahrelange Funkstille, und jetzt beehrten uns die Schweden innerhalb kürzester Zeit nicht nur mit zwei neuen Alben, sondern auch mit einem viel umjubelten Auftritt auf dem „Doom Shall Rise“-Festival vor wenigen Monaten. So viel Geschäftigkeit macht neugierig, zumal „23:59“, das aktuelle Album der Christen Rocker, wieder eine deutliche Steigerung und musikalisch eine Rückbesinnung auf die frühen Veröffentlichungen darstellt, und so lag es nahe, im Lager der Band mal nachzuhören, wie der aktuelle Stand der Dinge ist. Gitarrist Torbjörn Weinesjö überraschte dabei mit einigen sehr offenen Aussagen, vor allem seinen Glauben betreffend. Doch dazu später, stand zu Anfang des Gesprächs doch zunächst das neue Album im Mittelpunkt.
In dem letzten Interview mit uns äussertest du dich dahingehend, dass ihr noch bei Massacre unter Vetrag steht und das neue Album auch dort erscheinen wird. Jetzt wurde „23:59“ allerdings doch bei MCM veröffentlicht. Was waren denn nun die Gründe für diesen Wechsel zu MCM?

>> Nun, das ist die erste offizielle Veröffentlichung auf MCM. Die Veröffentlichung von „IIII – The Album Of Labour“ auf Rivel war eine Lizensierung von Thunderload. Es ist wahrscheinlich nicht ganz einfach unsere Wege zu verfolgen, aber aufgrund der Tatsache, dass „Spiritual Wasteland“ unsere letzte Veröffentlichung bei Massacre aus dem Jahr 1997 war und seitdem viel Wasser den Bach hinuntergeflossen ist, war Massacre nicht an einer Veröffentlichung interessiert. Sie fanden, dass das Album für ihren Geschmack etwas zu modern klingt. OK, wir haben uns seit 1997 verändert und auch, wenn wir es gerne gesehen hätten, dass Massacre das Album veröffentlicht, sind wir sehr froh, bei MCM gelandet zu sein. <<

Die Pause zwischen diesen letzten beiden Alben war deutlich kürzer und daher frage ich mich, ob einige der Songs des neuen Albums noch aus Sessions zum Vorgängeralbum stammen?

>> Nein, ein paar der Songs sind noch älter, einige sind neu, aber alle wurden überarbeitet und neu arrangiert, so dass sie gut zusammen passen. <<

Hört man sich “23:59” an und achtet vor allem auf die Gesangsleistung von Fredrick, so scheint es, als ob er seine Stimmprobleme überwunden hat.

>> Fredrik ist noch nicht hundertprozentig fit. Ist weiss nicht, ob es auch je wieder so sein wird. Wir haben aber einen Weg gefunden, den Problemen aus dem Weg zu gehen und ich finde, das funktioniert grossartig. Fredrik hat ein unverwechselbares Timbre in seiner Stimme und er klingt wirklich erstklassig, egal ob in den hohen Tonlagen, oder wenn er tiefer singt. Natürlich ist das eine Geschmacksfrage. Hauptsächlich die hohen Stimmlagen sind bei ihm durch die Krankheit betroffen. Wenn er einen schlechten Tag hat, klingt er auch in den tieferen Stimmlagen nicht so gut, auch wenn es sich mittlerweile schon sehr gebessert hat. Sänger haben aber so oder so auch ihre schlechten Tage. <<

Wo siehst du selbst die grössten Unterschiede zwischen den beiden Alben? Würdest du meinem Eindruck zustimmen, wonach „23:59“ wieder einen Schriit zurück zu euren Wurzeln darstellt und dem, was mit „Fall, Babylon Fall“ begonnen hat?

>> Der grösste Unterschied, sieht man einmal von den Problemen ab, die wir mit „IIII ...“ hatten, war die Tatsache, dass wir seit langem zum ersten Mal eine Idee und eine Vision von einem Sound und einem Kontext hatten, auf den wir konsequent über einen bestimmten Zeitraum hin hingearbeitet haben. Als wir Veni Domine gegründet haben, hatten wir dies schon einmal, aber es ist sehr schwer sich als Band zu entwickeln, ohne dabei seine Fans zu verlieren. Ich hoffe, wir haben jetzt ein Format gefunden, mit dem wir sehr zufrieden sind und wo wir uns auch weiter entwickeln können. Ob es ein Schritt in die Richtung von „Fall Babylon“ ist, dessen bin ich mir nicht sicher. Vielleicht in der Art, wie oben beschrieben, aber in musikalischer Hinsicht würde ich dies verneinen. <<

Auffällig ist auch, dass sich die Songs, im Gegensatz zu älteren Veröffentlichungen, alle in einem Rahmen um vier Minuten bewegen. War es eine bewusste Entscheidung, die Songs zu kürzen, als ihr mit dem Songwriting begonnen habt?

>> Ich würde sagen “nein”. Ich habe mich nie darum gekümmert, wie lang ein Song ist und habe es immer laufen lassen, so lange, bis der Song sich einfach fertig anfühlt. Das ist das, wonach ich trachte und auch die Art und Weise, wie ich am liebsten arbeite. Am Ende des Tages muss ich mit dem Ergebnis zufrieden ein, auch wenn ich sicher bis zu einem gewissen Grade Kompromisse eingehen kann. Dies mit Veni Domine aber nur innerhalb bestimmter Grenzen. So gesehen war es also sehr bewusste Entscheidung, aber wir haben uns in Bezug auf die Länge der Songs keine Grenzen gesetzt. <<

Was hat euch dazu bewogen, das neue Album “23:59” zu nennen? War dies als Statement gedacht, dass es für die Welt und unsere Gesellschaft nicht erst fünf vor zwölf, sondern bereits eine Minute vor zwölf ist, oder gab es andere Gründe für diese Titelwahl?

>> Als wir uns Gedanken über den Titel gemacht haben, was bei einem Album immer ein sehr intensiver Gedankenaustausch ist, wollten wir einen Titel haben, der schwer zu fassen ist und dem Hörer die Wahl lässt, sich seine eigenen Gedanken über den Titel zu machen. Also nicht wie bei „Fall, Babylon Fall“ oder „Material Sanctuary“, wo die Titel sehr eindeutig waren. Vielleicht war dies in der Tat eines der Motive, das Ende der Zeit, oder vielleicht auch nur die letzte Minute des Tages, oder die letzte Minute eines Jahres. Wer weiss schon, was der Morgen bringt. Was erhoffen wir uns vom nächsten Tag? Erwachen wir, um uns einer neuen Situation stellen zu müssen? Vielleicht ist dies der erste Tag, wo die Band ohne einen Vertrag dasteht oder meine Scheidung endgültig ausgesprochen ist. Der Tageswechsel ist in vielerlei Hinsicht ein sehr kraftvoller Moment und es liegt an jedem selbst, sich seine Gedanken zu machen. <<

Ihr habt aus eurem christlichen Glauben als Basis für Veni Domine nie ein grosses Geheimnis gemacht. Denkst du, dass dieses offene Bekenntnis zum Christentum eure Karriere behindert hat?

>> Ja, das glaube ich. Nicht, weil die Band nicht gross geworden ist, zumindest noch nicht (lacht), sondern aufgrund der Erfahrungen, die wir in bestimmten Situationen immer wieder gemacht haben. Für die Bands und unsere Fans stellt das kein Problem dar, aber viele verstehen unseren Standpunkt nicht oder haben schlechte Erfahrungen mit der Christenheit, der Kirche oder Extremisten im allgemeinen gemacht. Ich betrachte mich als extrem, denn ich glaube sehr an den Gott, so wie die Bibel ihn beschreibt. Extrem in der Hinsicht, dass ich versuche die Standards, die Jesus uns vorgelebt hat, zu erfüllen, vor allem im Hinblick auf Respekt, Liebe und der Rücksichtnahme auf jeden einzelnen Menschen auf diesem Planeten. Die Welt fällt heutzutage immer mehr auseinander, was traurig genug ist, aber es gibt Menschen, die uns unterstellen, wir würden nur an uns selber denken, was falscher nicht sein könnte. <<

Ich bin sicher, viele eurer Texte basieren aus religiösen und christlichen Themen. Tendiert ihr beim Verfassen eurer Texte hier eher dazu zu predigen, oder schreibt ihr lieber auf einer fiktionalen Ebene? Habt ihr generell so etwas wie ein Konzept, wenn es um das Schreiben eurer Texte geht?

>> Einerseits interessiere ich mich nicht sonderlich für Fiktion, auf der anderen Seite ist es aber schon faszinierend. Ich versuche jedenfalls nicht, Fiktion mit der Realität zu vermischen. In unseren Texten wirst du auch kaum einmal fiktive Dinge finden. Es sind vielmehr Interpretationen von Ereignissen unseres Lebens oder aus der Bibel. Das Konzept dabei ist, dass ich Gott frage und ihm um Unterstützung bei den Texten bitte. Ich bin sicher, Gott ist stets präsent und es hat einen bestimmten Grund, warum ich hier bin, und sei es durch seine Hilfe und das, was ich liebe, anderen Menschen mit ihren Problemen zu helfen. Das mag jetzt vielleicht sehr geltungsbedürftig und sehr anmassend klingen, aber für mich ist es normal mit Gott zu sprechen, zumal das, was daraus dann resultiert, einfach unglaublich ist. Ich bekomme regelmässig Mails von Leuten, die wir erreichen oder denen wir helfen konnten, selbst vor dem Tod. Du würdest mir kaum glauben, wenn ich dir von den Dingen erzählen würde, die passieren, wenn du vom Geist Gottes umgeben bist. Vielen Menschen machen solche Dinge Angst oder sie betrachten sie als beleidigend, aber wenn ich danach gefragt werde, erzähle ich darüber. Ich würde niemals auf jemanden herabblicken, der mich danach fragt, oder auch nicht danach fragt. Und ich würde es ganz sicher auch nicht mit brutaler Gewalt von mir weisen. Wenn Leute zuhören mögen, so sei es ihnen frei gestellt dies zu tun. Manchmal lasse ich es zu, dieses Gefühl miteinander zu teilen, und manches Mal verschliesse ich mich davor. <<

Was bezeichnest du für dich als den “Electrical Heaven” gemäß dem Titel eines eurer Songs vom neuen Album?

>> Zunächst und wahrscheinlich auch am offenkundigsten wäre dies bestimmt das Internet, aber ich ziehe es vor daran zu denken, dass Dinge, die aus Menschenhand geschaffen sind, die Bedürfnisse jedes einzelnen Menschen zu befriedigen. Wir sind sehr gut daran Lösungen zu konstruieren, von denen ich denke, dass sie eines Gottes bedürfen. Ich glaube, jeder von uns hat ein inneres Bedürfnis nach Harmonie und nach Frieden, das er gerne befriedigt sehen möchte, wobei jeder für sich selbst entscheidet, was diese Befriedigung sein könnte. Manch einer mag sein Glück damit finden. <<

Wie stehst du extremen Christlichen Glaubensausprägungen gegenüber? Denkst du, dass sich in einer immer extremer werdenden Welt der Glauben, welcher Form auch immer, dieser Entwicklung anpassen muss?

>> Nein, ich denke, diesen Kampf verlieren wir. Die Welt dreht sich immer schneller, und auch die Spirale der Gewalt nimmt immer neue Wendungen, von der sich die Menschheit nicht mehr erholt. Am wichtigsten aber ist, dass die Liebe immer mehr schwindet und wir selbstsüchtig bis weit über die Dummheit hinaus sind. Hinzu kommt, dass die Gier so stark ist wie nie zuvor. Mitte des 17. Jahrhunderts haben wir damit begonnen Gott aus unserer Gesellschaft zu verbannen und uns selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Die Industrialisierung und das allgemeine Wachstum haben dies noch verstärkt, und obwohl wir die einzigen sind, die die Probleme lösen könnten, sind wir den Antworten zu den wichtigen Fragen warum wir hier sind und was wir hier tun keinen Deut näher gekommen. Wir kommen an den Punkt, wo wir die Zeche zahlen müssen und haben keine starken Führer, die in der Lage wären, die Situation noch zu kontrollieren. Die Natur schreit über unseren Missbrauch und wir werden die Probleme so lange nicht lösen, bis jemand eine Lösung findet, damit Geld zu machen. Es wird zukünftig einen starken Führer geben, und das wird der Antichrist sein, dem die Welt zujubeln wird. Ich sicher nicht. Ich kenne das Ende und lese die Skripte. Wie gesagt, ich sehe mich selbst hier als Extremisten und werde nicht aufgeben. So steht geschrieben: „an der Frucht wirst du den Baum erkennen. Ein schlechter Baum wird keine guten Früchte geben und ein guter Baum keine schlechten“. Das heisst, das ein Mensch so gut oder so schlecht ist, wie die Spur, die er hinterlässt. <<

Bist du der Auffassung, dass es in der heutigen Gesellschaft überhaupt noch möglich ist, sein Leben nach dem Wort der Bibel auszurichten? Was bedeutet es für dich ein „guter Christ“ zu sein?

>> Ja, ich glaube fest daran. Es ist sicher nicht einfach durch all den Müll, der durch das Fernsehen oder das Internet verbreitet wird, oder uns durch Werbespots suggeriert wird. Es ist beängstigend zu sehen, wie viele Kids aufwachsen in dem Bewusstsein, die Werbung würde uns die Wahrheit erzählen. „Daddy, wir müssen dieses und jenes unbedingt kaufen, weil es das beste in der Welt ist, und obendrein auch noch billig.“ Alles gute hat seinen Preis, aber wir leben in einer Zeit der Vereinfachungen. Meines Erachtens folgt ein guter Christ den Standards, die Jesus uns vorgegeben hat. Das ist nicht einfach und jeder wird sein bestes geben, aber entscheidend ist die Gabe des Vergebens, der Liebe, eines offenen Herzens, nicht zu vergessen die Werte des Vertrauens und der Freundschaft wie auch der Aufrichtigkeit. Lügen bringen nur Traurigkeit und ruinieren die Freundschaft, wie ich selbst erfahren musste. <<

Könntest du dir vorstellen, dass eine andere Kraft ausser Gott dir die gleiche Kraft geben könnte, dich durch dein Leben zu führen?

>> Nein, wobei ich mir meiner extremen Haltung hier sehr bewusst bin. Bezugnehmend auf die Bibel, die auch heute immer noch Gültigkeit besitzt, gibt es nur einen Schöpfer, und das ist Gott. Es gibt keinen anderen Gott. Schau dir all die neuen Religionen an, die hier und da immer wieder mal hochkommen. Sie erfüllen vielleicht kurzzeitig ihren Zweck, lassen aber hinterher viel mehr Fragen zurück. Viele Menschen, die hier betroffen sind, landen später bei uns in der Kirche, wo wir versuchen, ihnen aus ihrer Misere zu helfen. Wie viele Trends beispielsweise sind wie Religionen. Die Welt dreht sich immer schneller und die Menschen werden immer begieriger, aber aus irgend einem Grunde wenden sie sich nicht dem Gott zu, wie er in der Bibel beschrieben ist. <<

Thomas ist neben Veni Domine ab und an immer mal mit Saviour Machine beschäftigt, und du mit Thorb, mit denen du schon längst ein Album veröffentlichen wolltest. Seid ihr sonst noch in irgendwelchen Projekten neben Veni Domine engagiert?

>> Wie du weißt, war Veni Domine immer unser Hauptanliegen und wir haben hart für die Band gekämpft. Aus verschiedenen Gründen gab es Zeiten, wo nicht viel um die Band herum passierte und so haben wir immer wieder Dinge getan, nur um in Bewegung zu bleiben. Thomas war mit Saviour Machine aktiv, ich habe Thorb gemacht, die aber bislang nichts veröffentlicht haben, weil das ganze doch mehr Demo-Charakter hatte, aber hier wird in Zukunft was kommen. Ich weiss nur noch nicht wann und in welcher Form. Thomas und ich sind derzeit noch mit Ez Gomér, unserem Freund und Hauptsongwriter bei Jet Circus (www.jetcircus.com) aktiv, aber da bin ich mir noch nicht sicher, wo das wirklich enden wird, auch wenn wir da derzeit viel Spass dran haben. Hoffentlich landen wir damit im Studio oder auf Tour. Das ist Ez’s Projekt und wir helfen letzten Endes aber nur ein bisschen aus. Ich produziere und mixe derzeit einige Bands, und als nächstes stehen Hilastherion (www.hilastherion.com), eine grossartige finnische Band, auf dem Programm. Wir sind also sehr beschäftigt. <<

Ihr habt im Frühjahr erstmalig auf dem “Doom Shall Rise”-Festival gespielt. Wie waren eure Eindrücke von dem Festival, auch wenn ihr sicher keine reine Doom-Band seid?

>> Ich liebe es live zu spielen und das “Doom Shall Rise”-Festival war da keine Ausnahme, auch wenn viele uns nicht so doomy fanden. Es ist immer schön wieder zurück nach Deutschland zu kommen, denn die Leute sind immer sehr organisiert und in der Regel funktioniert alles, so wie die Klischees nun mal sind (lacht). Es ist ein ziemlich kleines Setup da und sehr laut, aber wir haben sehr nette Leute getroffen und ein paar wirklich gute Bands gesehen. Die Organisatoren haben einen wirklich guten Job gemacht. Vielen Dank an Jochen, Frank und den Rest der Leute. Wir würden sehr gerne wieder dort spielen, aber ich denke, wir müssen vorher noch eine reine Doom CD veröffentlichen, bevor das noch einmal passiert. <<

Gibt es Pläne für die Veröffentlichung einer DVD?

>> Nein, derzeit nicht. Wir haben das Thema immer wieder diskutiert, aber als der kleine Act, der wir nun mal sind, verfügen wir nun mal nicht über das notwendige Budget. Ausserdem würden wir gerne eine vernünftige DVD auf den Markt bringen und nicht dieses semiprofessionelle Zeug, das den Markt zur Zeit überschwemmt. Das sage ich nicht, um anderen Bands in den Rücken zu fallen. Wenn es das ist, was sie tun wollen, ist das für mich vollkommen in Ordnung. Aber wer weiss, vielleicht wenn sie die Möglichkeit ergibt und uns ein gutes Konzept präsentiert wird. Solche Gelegenheiten ergeben sich aber nur selten und man muss so etwas selbst in die Hand nehmen (lacht). Cool wäre es, etwas in Super 8 oder so zu machen, aber das wäre eher ein künstlerischer Ansatz, und vor allem in Mono. <<

Neben der Tour mit Saviour Machine vor einigen Jahren sind Veni Domine-Shows in Deutschland selten. Denkst du, dass wir hier zukünftig mit einer Verbesserung und mehr Shows auf deutschem Boden rechnen können?

>> Ich hoffe, aber man weiss nie. Es gibt so viele gute Bands und es ist nicht einfach sich Gehör zu verschaffen. Natürlich würde ich mich freuen um festzustellen, dass das Interesse an unserer Musik wächst, aber es ist harte Arbeit, die sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Um ganz ehrlich zu sein, wir alle haben Familie und auch Kinder, und auch, wenn ích unglaublich viel Zeit damit verbringe zu produzieren, Songs zu schreiben oder Gitarre zu spielen, so verwende ich so wenig Zeit auf das Marketing wie nie zuvor. Letzten Endes beruht alles auf der Nachfrage. Wir müssen gute CDs veröffentlichen und diese vermarkten. <<

Wenn du auf diese Tour zurückblickst, welche Erinnerungen hast du daran? Kannst du dich beispielsweise an die Show in Hemer erinnern?

>> Das hat für uns alle Dimensionen gesprengt und uns die Augen geöffnet. Zum ersten Mal habe ich verstanden, wie gut Bands wirklich sein müssen, die konstant auf Tour sind. Nach zwei Wochen spielte sich die Gitarre fast von selbst. Auch wenn es eine sehr kurze Tour war, so kann ich mich nur schwer daran erinnern, wo wir gerade waren. An Hemer zum Beispiel kann ich mich gar nicht mehr erinnern, auch wenn es eine Station unseres Weges war. Ausserdem ist es schon einige Jahre her. <<

Wenn du die Geschichte der Band Revue passieren lässt, welches Fazit würdest du ziehen? Denkst du, es hätte besser für euch laufen können oder seid ihr mit dem Erreichten zufrieden? Hast du noch Pläne, die du gerne mit der Band verwirklichen würdest?

>> Ich hätte vieles anders gemacht, möchte hier aber nicht alles offen legen, denn es hat viel auch mit Plattenfirmen zu tun. Das behalte ich lieber für mich, um nicht alle Brücken wieder abzureissen. Wir setzen uns immer bewusst hohe Ziele mit der Band, die es zu erreichen gilt, unglücklicherweise haben wir solch ein Händchen aber nicht in Business-Angelegenheiten. Ich denke, das hat uns immer wieder scheitern lassen. Ich hoffe sehr für die Band, dass wir eine zweite Chance bekommen die es uns ermöglicht live an Orten zu spielen, wo wir bislang noch nicht auftreten konnten, dass wir Energie gewinnen, um bis an unser Lebensende Alben einspielen zu können. <<

Laut eurer Website seid ihr schon wieder im Studio um an einem neuen Album zu arbeiten. Kannst du uns schon etwa süber die musikalische Richtung verraten, in die es gehen wird?

>> Ja, die Songs sind alle geschrieben und fast auch alle bereits aufgenommen. Wir werden uns aber Zeit lassen, denn wir sind nicht in der Lage uns einen Monat frei zu nehmen um alles fertig zu stellen. Aufnahmen mit Veni Domine nehmen für mich heutzutage anderthalb Jahre meiner Freizeit in Anspruch. Ich hab ein diesem Jahrtausend also bereits meine ganze Freizeit in Veni Domine investiert. Well alles glatt lüft, werden wir das Album im ersten Quartal 2007 veröffentlichen, aber meinen letzten Penny würde ich jetzt nicht darauf verwetten. Es orientiert sich an „23:59“, differiert aber ein wenig und Leute, die bereits einen kurzen Einblick erhaschen konnten, waren überrascht, gleichzeitig aber auch überwältigt. Ich werde allerdings nicht sagen, was sie dazu gebracht hat. Da müsst ihr euch noch gedulden. Na, los, beiss schon an ... (lacht). Im Ernst, ich mag die Vibes der neuen CD und denke, wir haben da den richtigen Weg gefunden. Wir haben uns aus der Hölle der neunziger Jahre herausgearbeitet und ein gutes Energiepotential erreicht. Man wird Veni Domine immer noch erkennen und ich verspreche einige schnellere Songs, wie die späteren Jahre der Band, aber auch so einige langsame Songs wie nie zuvor. <<
http://www.venidomine.com
Michael Kuhlen


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