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Interview-Section :: ARCHITECTS OF ....

ARCHITECTS OF CHAOZ
Die Architekten sind endlich zurück!
Nach dem gelungenen ersten Album, damals noch mit Paul Di´Anno am Mikro, ist es drei Jahre später endlich so weit und der Nachfolger "[R]Evolution" steht in den Regalen. Grund genug, mal bei den Jungs nachzubohren. Here we go!
Ich grüße euch! Schön, dass ihr Zeit für ein kleines Interview gefunden habt. Wie geht es der Gemütslage, so kurz nach nach dem Veröffentlichungsdatum?

Joey: Es wurde langsam Zeit. Wir fingen direkt nach der "The League Of Shadows" an zu schreiben und das ist nun auch schon einige Zeit her. Das ist, als würdest Du die ganze Zeit wollen, dass es weitergeht, aber Du warten musst.

Andy: Man hat da ein "Baby", das von anderen beurteilt, gemocht, geliebt oder auch gehasst wird. Das ist natürlich eine super spannende Zeit!

Eigentlich stand eine Veröffentlichung schon früher an. Geplant war die Verzögerung bestimmt nicht.

Joey: Man könnte fast meinen, es hätte ein Fluch auf dem Album gelegen. Nicht nur, dass Titta krank in Australien saß, als er eigentlich aufnehmen sollte. Bei mir gingen zwei Gitarren-Amps kaputt, bevor ich den ersten Ton einspielen konnte. Wir konnten es dann aber noch im Studio fixen. Aber wichtig war für mich zu sehen, wie wir als Band trotzdem festgehalten haben, egal was passiert, und das Ding durchgezogen haben.

Andy: Dann gab es noch Verzögerungen mit dem Layout. Es kam wirklich alles zusammen. Umso besser fühlt es sich jetzt an, das fertige Album in den Händen zu halten und ein festes Release-Datum zu haben.

Titta, wie geht es dir heute, bist du wieder voll hergestellt? 

Titta: Ciao Ragazzi!.Ja, mir geht es wieder gut, vielen Dank. Ich hatte eine verrückte Infektion, die sich Labyrinthitis nennt und mich bei meinem Aufenthalt in Australien erwischte. Ich war gezwungen, dort für über eine Woche zu bleiben und so haben wir beschlossen, die Aufnahmesession auf die Zeit nach meiner vollständigen Genesung zu verschieben.

Wo wir gerade bei Titta sind, wie seid ihr zusammen gekommen? Ein gewisser Schmier war da wohl "richtungsweisend" beteiligt...

Dom: Unser Basser Gonzo und ich hatten damals mal wieder ein relativ langes Telefonat, in dem es um die Sängerfrage ging. Wir hingen zu dem Zeitpunkt dermaßen in den Seilen, weil wir keinen adäquaten Nachfolger ausfindig machen konnten. Ich sagte Gonzo, dass ich mal meinen alten Kumpel Schmier anrufen würde, vielleicht hätte er eine Idee für uns. Gesagt, getan, ich habe einfach durchgebimmelt und Schmier erklärt, wen oder was wir eigentlich genau suchen. Ich habe ihm diverse Namen durch das Telefon geraunt und Schmier fragte mich dann, ob ich völlig einen an der Waffel hätte ... "Dom, wo gibt es denn so einen Sänger", höre ich ihn heute noch schallend lachen. "Ich rufe dich gleich zurück", meinte er zum Abschluss. Na ja, etwas später rief er zurück und kam mit Titta und den Worten um die Ecke: "Dom, eigentlich ist der Kumpel von mir hier Drummer, aber der kann auch echt geil singen." Alles klar, dachte ich. Dann habe ich mit Titta telefoniert, er hat vier Songs von "The League Of Shadows" neu eingesungen und wir sind ALLE komplett hinten rüber gefallen. Wir waren von dieser Wahnsinnspower so geflashed und haben ihm noch vier neue Songs geschickt und ihn einfach machen lassen ... unglaublich geil! Dann sind Gonzo, Andy und Joey nach Italien geflogen und haben alles eingetütet. Welcome Mr. Tani!

Titta: Von meiner Seite aus kenne ich Schmier seit 2003, als wir zusammen beim "Gods of Metal 2003" spielten und er einen italienischen Tutor brauchte, um die Italiener in der Crew ansprechen zu können. Seit diesem Tag ist eine sehr nette Freundschaft entstanden. Vor einem Jahr schickte er mir eine Nachricht und erzählte mir von dieser verrückten deutschen Band, die nach einem Sänger sucht ... den Rest könnt ihr auf dem Album hören.
Was hat euch und was hat Titta davon überzeugt, dass die Zusammenarbeit eine gute Sache ist?

Joey: Für mich war es neben dem ersten Eindruck, dass er wirklich eine vielseitige Stimme hat und mit seiner Art super in die Band passt. Außerdem die Arbeitsweise, die an sich sehr simultan zu meiner ist. Wir konnten uns nachts online Ideen zuschicken und pro Nacht einen Song fertig machen.

Andy: Im Prinzip schon nach den ersten Aufnahmen, die er uns geschickt hatte. Als wir ihn dann in Rom persönlich kennengelernt haben, war uns sofort klar, dass es auch menschlich wie die Faust aufs Auge passt.

Titta wird für euch zum Kilometerfresser, sicherlich ein kleines, wenn auch lösbares Problem.

Joey: Man kann ja heutzutage vieles auch online lösen. So oft ich diese ganze Online-Entwicklung gerne auch verfluche, hat sie natürlich in solchen Fälle auch Vorteile.

Andy: Und im Grunde genommen ist es auch nichts Neues für uns. Vom Sänger, der einfliegt, mal ganz abgesehen. Wir sind ja alle nicht gerade Nachbarn, sondern wohnen vom Saarland über das Rheinland bis ins Ruhrgebiet verstreut. Reisen gehörten für uns also immer schon dazu.

Kommen wir zu eurem neuen Album. Ich durfte es bereits einmal hören und habe euch irgendwie neu entdeckt. Wir beschreibt ihr eure Entwicklung?

Joey: Wir konnten nun auch mal Neues ausprobieren. Gerade durch besagte Arbeitsweise mit Titta konnte man mehr auf das Endprodukt in der Entstehung eingehen. Früher schrieben wir einen Song musikalisch und hörten ihn dann mit Gesang erst am Aufnahmetag. Oft dachte ich. "Ach, hätte ich gewusst, dass die Gesangsidee so ist, hätte man das auch musikalisch dahingehend anpassen können." Nun konnten wir das und dadurch ist alles ausgereifter.

Andy: Ich denke auch, dass der Hauptunterschied darin liegt, dass wir nun viel mehr miteinander arbeiten können, weil jeder direkt Zugriff auf die Ideen des anderen hat. Man kann auch viel intensiver an Details arbeiten.

Eine typisch platte Frage will ich natürlich auch nicht auslassen: Was darf der geneigte Hörer und Fan von "[R]Evolution" erwarten, der Albumtitel ist sicherlich nicht nur ein Wortspiel?

Joey: Ich weiß noch wie wir zu fünft in Köln an einem Probewochenende saßen und Andy kam in die Küche und hielt einen etwas längeren Vortrag und brachte dabei den Vorschlag ein das Album "[R]Evolution" zu nennen... Alle anderen sagten knapp "Ja super" und die Sache war entschieden. *Hehe*

Andy: Ich hatte den Titel recht schnell im Kopf, nachdem dieser Shitstorm damals auf Facebook losging. Diese “Jetzt-erst-recht“-Haltung hatte für mich etwas Auflehnendes, Revolutionäres. Zudem ist die Musik und vor allem auch die Band gewachsen, was den Aspekt der Evolution abdeckt. Ich hatte damals schon die Idee, dass das Artwork dieses Mal recht düster ausfallen sollte und da Revolutionen selten in glücklichen Sonnenschein-Momenten entstehen, sondern eher aus düsteren Zeiten und Ereignissen, passte das dann auch auf dieser Ebene sehr gut.

Ihr habt das Album quasi vollgepackt, 13 Songs sind ein Ergebnis eines fruchtbaren Kreativprozesses. Wie lief das ab, wie habt ihr den Input zu Songs entwickelt und geformt?

Joey: Wie eben erwähnt. Es ging alles leichter und wir konnten enger zusammen arbeiten. Uns auch mal in real life zwischendurch treffen und austauschen. Gonzo kam für seine Ideen bei mir vorbei und auch Dom kam an und trug einiges bei. Sogar melodisch und akkordisch.
Wer ist denn der ultimative Songwriter unter euch, die Musik-Credits gehen ja an die Band und bei den Lyrics ist auch jeder dabei.

Joey: Ich würde mittlerweile behaupten, dass wir da immer mehr eins werden. Wenn Du es statistisch willst, so sind acht Grundideen von mir, vier von Gonzo und eine von Andy. Da geht es aber um Grundideen. Jeder senft bei jedem mit rein. So ist dann zum Beispiel Dom immer superwichtig im Entstehungsprozess, weil er ein Gesamtbild des Albums im Kopf hat. Diesmal konnten wir den Gesang mit Titta zusammen viel mehr integrieren. Lyrikmäßig waren er und Gonzo sehr aktiv und haben sich dann auch ständig ausgetauscht. An den Gesangsmelodien haben wir auch viel mitgewirkt und Titta hat ebenfalls musikalisch ein wenig mitgewirkt. Er ist ja erst später dazugestoßen. Für die Zukunft könnte ich mir vorstellen, dass wir noch mehr zusammen schreiben.

Andy: Ich hatte ungefähr 250 Riff-Ideen auf meinem Handy und hab es dann verloren … ach nee, das war ja Kirk Hammett! Ok, eigentlich habe ich meine Songideen zu spät eingereicht, also vermutlich auch wie Kirk Hammett. *grinst* Aber Spaß beiseite. Joey hat schon den Großteil geliefert. Oft waren es nur Kleinigkeiten, die wir daran geändert haben. Wir haben das große Glück, dass wir fünf Personen sind, die alle Songs schreiben können. Die besten schaffen es dann eben aufs Album. An Ideen wird es uns zukünftig also nicht mangeln.

Titta: Zu den Songs habe ich die meisten Melodien geschrieben, abgesehen von einigen Suggestionen und ´Moment Of Clarity´, einem sehr persönlichen und privaten Song, den Joey geschrieben hat. Insgesamt war es ein wirklich guter Team-Job.

Für mein späteres Review interessiert mich, ob ihr einen Lieblingssong auf dem Album habt? Und was genau macht ihn dazu?

Dom: Es gibt zwei Songs, die mir unheimlich am Herzen liegen. Zum einen ist das ´No Way Out´, weil Joey und ich die Nummer zusammen geschrieben haben und wir Schmier für die unglaublich geilen Backings gewinnen konnten. Wer hätte gedacht, dass der alte Haudegen soooooo gut singen kann? Ich nicht! *hahahahaha* Schmier hat hier mit Titta so geil harmoniert, ich hoffe das war nicht das letzte Mal! Zum anderen ist es für mich ´A Moment Of Clarity´. Dieser Song verbindet für mich alle AoC-Trademarks: Groove, Härte, düstere Atmosphäre, Twin-Guitars, Power, Melancholie. Was für Bruce Dickinson MAIDENS ´Phantom Of The Opera´ ist, ist für mich AoCs "A Moment Of Clarity´!

Joey: Ich konnte es noch nie und kann es noch immer nicht: einen Lieblingssong eines Albums nennen. Ich mag das Album. Es ist an sich nun schon alt. Wir hatten also bestimmt auch schon schlechte Phasen in unserer Beziehung. Also das Album und ich. Aber wir versöhnen uns auch wieder und es ist immer wieder was Neues zu entdecken.

Andy: Meine Lieblingssongs sind zurzeit ´Farewell´ und ´The Pulse Of The Sun´. Textlich ist es bei mir ´Hollow Years´, weil ich das Thema schon länger mal loswerden wollte. Im Grunde genommen finde ich aber alle Songs sehr stark und es wechselt auch schon mal der Lieblingstrack.

Titta: Aus irgendeinem Grund liebe ich ´A Moment Of Clarity´, ´The Pulse Of The Sun", ´Hitman´, ´Dead Again´ und ´Hollow Years´. ´Hollow Years´ war für mich das schwächste Stück des Albums, aber nachdem ich das ganze Lied aufgenommen habe, dachte ich nur … FUCK! This is straight in the face.
Ende Mai, genauer am 25. Mai, erschien nun endlich das Album. Wie sehr hat es gekribbelt und wie groß war die Anspannung? Wie war deine Erwartungshaltung?

Joey: Ich habe keinerlei Erwartungshaltung. Oder auch einfach alle Erwartungen. Von Album des Jahrzehnts bis Arschbombe ist für mich immer alles drin. Ich kann es ja nicht entscheiden. Ich weiß, ich hab das Beste getan, was ich tun kann und ich weiß auch, dass alle in der Band das Beste getan haben. Ich hoffe, man kann eben jene Energie von jedem von uns hören und diese Leidenschaft teilen und dann besteht die Hoffnung, dass es ein großes Album wird. Es gehören ja auch noch die Hörer dazu. Also ihr da draußen!

Wie sind die weiteren Pläne von AoC nach der Veröffentlichung, eigentlich kommt das Album ja passend zur Festival-Saison?

Andy: Wir beziehungsweise unser Label Metalville sind da auch noch bei einigen Festivals in der Planung. Eine Tour im Herbst/Winter ist ebenfalls im Gespräch. Dom und Gonzo sitzen eigentlich auch niemals still und schauen nach Auftritten. Jetzt heißt es erst einmal abwarten.

Die Tourpläne müssen sicherlich auch noch akribisch geplant werden, immerhin müssen Job und Band unter einen Hut gebracht werden. Ist da was geplant?

Joey: Ich als hauptberuflicher Musiker kann nur sagen, dass wir jetzt einsatzbereit sind. Wir können spontaner auf Touren aufspringen oder auch selbst fahren. Da wird auch einiges kommen.

Andy: Wir sind alle heiß darauf, die neuen Songs live zu präsentieren. Wir sind also bereit.

Kurz vor der Zielgeraden noch ein paar Worte zu Paul. Es ist euch wichtig zu betonen, dass ihr immer noch in Freundschaft verbunden seid.

Joey: Da muss jeder von uns vier Instrumentalisten selbstständig antworten. Für mich ist es nicht wichtig es zu betonen. Ich mochte Paul und will auch keine schlechte Luft zwischen mir und ihm in privater Hinsicht.

Dom: Ich denke zum Thema Paul Di´Anno ist alles gesagt und wir haben für Paul auch alles Menschenmögliche gemacht. Man denke nur mal an die Merchandiseaktion,die wir für ihn ins Leben gerufen haben, bei der alle Einnahmen KOMPLETT an Paul gingen … etc.pp...!. Jetzt ist es wichtig, ganz wichtig für uns, nach vorne zu schauen und Vollgas zu geben.

Andy: Für mich ist das Thema auch durch. Paul und ich schreiben uns sporadisch. Von daher ist alles gut. Was er in der Öffentlichkeit dann preisgibt oder behauptet ist allein seine Sache und interessiert mich auch nicht wirklich.

Welche weiteren Pläne stehen neben der obligatorischen Album-Promotion bei euch noch an?

Joey: Ich hätte noch voll Bock auf die Weltherrschaft. In Bezug zu AoC bin ich zu allem bereit, was da nun kommen mag. [Ironie aus. RB]

Ich bin mit meinen Fragen am Ende und möchte mich für eure Zeit bedanken. Die letzten Worte gebühren euch, haut rein!

Joey: Scheißt doch mal auf alles Gezweifel. Hört euch unser neues Album an und dann kauft es. Die Musik, Metal und selbst die Gitarre an sich liegen so langsam in den Seilen. Da kommt mein Online-Groll … Leute werden das Zeug streamen oder illegal downloaden. Aber ich kann sagen: Wir haben seit 2015 an der Scheibe gearbeitet. Wir haben Kilometer gefressen. Wir haben sehr viel investiert. Ihr da draußen seid es, die uns was davon zurückgeben könnt. Kauft das Ding und eventuell klappt das dann mit der Weltherrschaft...

Andy: Von mir aus könnt ihr auch streamen, wenn ihr dadurch "[R]Evolution" entdeckt und zu Konzerten kommt!
http://www.facebook.com/architectsofchaoz
Robert Buder


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