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Interview-Section :: Index: 'F' :: FOR GREATER G ....

FOR GREATER GOOD
Multiples Kunstverständnis
Nachdem bereits die rein für Promotionzwecke gedachte 3-Track-EP vor anderthalb Jahren mehr als beeindrucken konnte, legen die Begier For Greater Good nun ihr erstes vollständiges Werk vor, das den guten Eindruck der EP abermals unterstreicht. For Greater Good sind ein musikalisches ungemein vielschichtiges Projekt, dessen Wurzeln im Dark Ambient-Bereich liegen, von denen sie sich mittlerweile aber in verschiedene Richtungen weiter entwickelt haben. Industrial, Military Pop, Neofolk, Soundtracks, all diese Einflüsse haben ihre Spuren im Sound der Belgier hinterlassen, wobei die ganze Tragweite der kreativen und künstlerischen Vielfalt vor allem live deutlich wird, wenn sich Videos und live erschaffene, visuelle Projektionen hinzu addieren. Doch wenden wir uns zunächst dem musikalischen Werdegang und den Gründungstagen der Band zu.
IZ: >> For Greater Good sind irgendwann 2004 gestartet. Schwer beeinflusst wurden wir von Dark Ambient-Bands der frühen neunziger Jahre wie Raison d’Etre und Ordo Equilibrio. Wir komponierten sechs Dark Ambient-Stücke und veröffentlichten diese noch im gleichen Jahr als „Lethargy“-Demo. Carpe Noctem, ein lokaler Veranstalter, gab uns die Möglichkeit ein Konzert als Support für Death in June zu spielen. Da ich nicht einsah alleine auf die Bühne zu gehen und das Demo als Playback laufen zu lassen, bat ich samdevos mich zu unterstützen und For Greater Good einen weitere musikalischen Einfluss hinzuzufügen. Nach dem Auftritt blieben wir zusammen und haben unsere kreativen Einflüsse und Sichtweisen kombiniert, so dass dabei entstand, für das For Greater Good heute stehen. Die Einflüsse sind vielseitig und reichen von Ambient über Electronics bis hin zu Klassik und Industrial, aber selbst moderne Pop- und Rockmusik könnte eine interessante Quelle darstellen. <<

Vor anderthalb Jahren habe ich hier eine EP besprochen, die ausschliesslich für Promo-Zwecke bestimmt war. Warum hat es dann jetzt noch so lange gedauert, bis ihr euer Debüt offiziell veröffentlicht habt?

IZ: >> Es dauert einfach seine Zeit um eine gute CD veröffentlichen. Wir haben lange am finalen Mix der Songs gearbeitet. Sam und ich sind sehr präzise in dem, was wir hören wollen und wollten keinesfalls nur halbe Sachen abliefern. <<

Ihr habt damals mit Cold Meat Industry verhandelt und wart auch Teil der “All My Dear Friends”-Compilation. Letzten Endes habt ihr euer Album nun doch in Eigenregie veröffentlicht. Warum hat nun doch nicht mit einem Vertrag bei Cold Meat geklappt?

IZ: >> Cold Meat Industry und Roger Karmanik hatten zuviel mit anderen Bands zu tun, die ihre Aufmerksamkeit verlangten. Das hätte For Greater Good zu lange aufgehalten. Wir waren heiss darauf unser erstes Album endlich zu veröffentlichen und haben uns daher entschieden es selbst zu veröffentlichen. <<

For Greater Good scheinen ein doppeltes Gesicht zu haben, was ihre musikalische Entwicklung angeht. Auf der einen Seite gibt es diese düsteren Dark Ambient-Tracks, und auf der anderen Seite gibt es Songs wie „Le Jugement...“, die stark an Bands wie Rome erinnern. Welche Stilart präferiert ihr und in welche musikalische Richtung werden sich For Greater Good wohl entwickeln?

IZ: >> Keine Ahnung. Ich setze mich nachts nicht hin und überlege „hey, heute mache ich mal ein Dark Ambient-Stück“. Ich habe eine Melodie im Kopf und baue dann ein Lied drum herum. Nach einigen Zeilen kommt Sam dann hinzu und fügt weitere Teile hinzu. Auf diese Art und Weise ist es immer sehr unbestimmt, wohin ein Stück sich entwickelt. Die Vielfalt, die auf unserem Debüt zu hören ist, wird sich sicher auch noch eine ganze Zeit lang fortsetzen. <<

SAM: >> Diese Art einen Song zu komponieren und die Ideen auszutauschen macht For Greater Good aus. Ich spiele mit Ideen an meinem Synths rum, finde einen guten Sound, entwickle ihn weiter und schicke ihn dann an Iz, oder Iz schickt mir einen melodischen Part und ich unterlege ihn mit Beats. Das ist ein bisschen so, als ob man einen klassischen Komponisten in eine Bude sperrt und ihm eine kaputte Drum-Maschine mit an die Hand gibt. <<
Wann habt ihr begonnen an dem Album zu arbeiten und wie alt sind die Stücke, die den Weg auf das Debüt gefunden haben? Gibt es weitere, noch unveröffentlichte Stücke von For Greater Good?

IZ: >> Ein paar der Stücke sind so alt wie unser erstes Demo. „Dawn Over Dachau“ war auch auf „Lethargy“, wurde für das Album aber komplett überarbeitet. Das gilt auch für „White Is The New Black“. Ein aufmerksamer Hörer wird vielleicht noch bemerken, dass die Melodie von „De Te Fabula Narratur“ mit der des Outros vom Demo identisch ist. Es gibt noch einige unveröffentlichte Stücke, alle neueren Datums, welche in der nahen Zukunft veröffentlicht werden. <<

Einige der Titel des Albums weisen auf kontroverse Themen hin: “White Is The New Black”. “Love Your Terrorist” und vor allem “Dawn Over Dachau”, was hier in Deutschland aufgrund der Tatsache, dass Dachau die erste deutsche Stadt mit einem Konzentrationslager war, leicht missverstanden werden könnte. Was sind die konzeptionellen Hintergründe für diese Songs?

IZ: >> An diesen Songs gibt es nichts zu missverstehen. „Dawn Over Dachau“ ist ein Stück über den Horror in einem Konzentrationslager. „Love Your Terrorist“ handelt über das Kriegsgefangenenlager von Guantanamo Bay, wo Gefangene ohne ein Urteil und ohne die Kontrolle durch Menschenrechtsorganisationen festgehalten werden. „White Is The New Black“ beschäftigt sich mit dem Kampf gegen Rassismus. <<

“Spring Mechanist” ist wahrscheinlich der ungewöhnlichste Track des Albums, fast wie aus einem Soundtrack. Könnt ihr euch vorstellen zukünftig mehr in diese Richtung zu arbeiten?

SAM: >> “Spring Mechanist” musste einfach auf das Album. Das ist der Funken Hoffnung für die Zukunft. Soundtracks waren für uns immer eine grosse Inspirationsquelle und wir würden liebend gerne die Filmmuisk für einen Film schreiben. <<

Ihr arbeitet live viel mit visuellen Effekten und Kurzfilmen. Wer ist für diese Filme verantwortlich und wie wichtig ist dieser visuelle Aspekt für euch?

IZ: >> Videos verbessern die ganze Atmosphäre eines Auftritts. Der Trick ist der alles so zusammenzufügen, dass es wie aus einem Guss wirkt. Hier kommt dann Dave ins Spiel, unser Live VJ und Multimedia-Performer. Er kreiert Bilder und verfremdet diese live, so dass diese Grafiken sich so perfekt wie möglich einpassen. <<

SAM: >> Wir arbeiten ausserdem mit Grafik-Designern und Videomachern aus der ganzen Welt zusammen. Diese schicken uns ihre Videos und Bilder zu, die Dave dann zusammenmischt. <<

Über eure Homepage ruft ihr zu weiteren Kollaborationen mit weiteren Künstlern auf, seien es nun Fotographen, Musiker oder Vertreter anderer Kunstformen. Wie wichtig ist diese künstlerische Interaktion für For Greater Good? Wenn ihr einen Künstler wählen könntet, mit dem ihr zusammenarbeiten könnet, wer wäre das?

IZ: >> “Wichtig” ist wohl das falsche Wort an der Stelle, “interessant” wäre passender. Wir wollen mit anderen Künstlern kollaborieren um zu sehen was dabei herauskommt. Das überraschende Element ist dabei absolut vorrangig. Vielleicht kommt etwas gutes dabei heraus, vielleicht aber auch etwas schlechtes. Das alles würde man jetzt aber nicht unbedingt mit der Band in Verbindung bringen, die als Dark Ambient-Projekt begonnen hat, auch wenn es Spass macht zuzusehen, wie die Dinge zueinander finden und sich gut entwickeln. Was spezielle Künstler angeht, wäre ich neugierig zu sehen, was Chris Cunningham (Aphex Twin, Björk ...) aus einem unserer Songs machen würde. Auch eine Cirque Du Soleil-Show mit unserer Musik wäre sehr interessant zu beobachten. <<

SAM: >> Ein grosser Chor, Brian Eno und Trent Reznor. <<

Betrachtet ihr For Greater Good daher als multiples Kunstprojekt, das sich nicht ausschliesslich auf Musik konzentriert?

IZ: >> Wir wären glücklich, würde es sich dahin entwickeln. Die Zeit wird es Zeit zeigen. Eine massive Kollaboration mit Künstlern, Tänzern, Fotographen, Filmemachern voller Farben, Licht und Musik. Und all das für etwas Grosses und Höheres ... <<

SAM: >> Für mich sind alle musikalischen Projekte Multi-Art-Projekte. <<

Ihr habt bislang nur wenige ausgewählte Konzerte gespielt. Wie wichtig ist dieser direkte Kontakt zum Publikum für euch und warum gab es bislang nur so wenige Shows?

IZ: >> Wir haben bislang deswegen nicht viele Konzerte gespielt, da diese CD unser erstes „grosses Ding“ ist, das wir mit For Greater Good gemacht haben. Dafür haben wir schon in einigen grossen Hallen gespielt, wie das „AB“ als Support für Front 242. <<

SAM: >> Es ist aber auch nicht einfach uns zu buchen, da wir die Leute nicht zum Tanzen bringen wollen. Wir wollen, dass sie still sind und zuhören. <<

Wie sieht es in Belgien für Bands wie For Greater Good aus, vor allem vor dem Hintergrund, dass Belgien ja hauptsächlich für EBM-Bands wie Front 242, The Klinik oder vielen anderen bekannt ist?

IZ: >> Es gibt schon eine Reihe von Fans. Konzertmässig passiert in Sachen Ambient und Industrial leider nicht all zu viel, auch wenn es eine Reihe wirklich guter Bands gibt. Das ist natürlich schade, denn dieser musikalische Stil verdient seine Aufmerksamkeit. Ich habe den Eindruck, dass in Holland diesbezüglich mehr passiert. Glücklicherweise ist Holland nicht all zu weit von uns entfernt, so dass wir schnell mal hinfahren und dort auftreten können. <<

Was steht für euch an in den nächsten Monaten? Habt ihr neue Veröffentlichungen oder Konzerte geplant?

SAM: >> Wir planen für das “Noise Central Festival IV” in Utrecht, Holland, am 8. November. Mit neuem Line Up und neuen Videos. Jedes unsere Konzerte soll einzigartig und etwas ganz Besonderes sein. <<

IZ: >> Jeder, der sich dazu berufen fühlt, kann uns buchen. Wir arbeiten an neuen Songs und an einem Projekt mit Kenji Siratori, einem japanischen Cyberpunk-Autoren, das fast fertiggestellt ist und For Greater Good von einer industriallastigeren Produktion zeigt. <<

SAM: >> In Kürze wird es auch ein paar Remixe von For Greater Good-Songs geben. <<
http://www.forgreatergood.be
Michael Kuhlen


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