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Specials :: Lyrics in Met ....

Lyrics in Metal & Rock - JONAS RENKSE (KATATONIA)
Musik ist Konsum. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie nicht den Intellekt anzusprechen vermochte. Jenseits komplizierter Rhythmen und notenschwangerer Soli delektieren sich seit Jahrzehnten Legionen Fans an einem nichtsdestotrotz oft vernachlässigten Aspekt populärer Musik: den Songtexten ihrer Favoriten. Nicht selten sind es gerade diese, die aus Sympathie Enthusiasmus werden lassen. Daher widmen sich die Redakteure des obliveon in dieser Kolumne ihren Lieblingstextern. Vorhang auf für...
JONAS RENKSE (KATATONIA)

Kollege Patrick Müller hat den Anstoß zu dieser neuen Kolumne gegeben und es war klar, dass ich nachziehen muss, denn viele meiner Lieblingsplatten haben mich nicht nur wegen ihrer musikalischen Genialität beinahe um den Verstand gebracht, sondern meine unsichtbaren Nackenhaare eben auch wegen der ergreifenden Verzahnung von tonaler Komposition und lyrischer Ansprache zu Berge stehen lassen. Für den Anfang habe ich mir dabei nicht persönliche Großmeister wie Jim Matheos oder Roger Waters ausgesucht, nein, auch nicht Daniel Gildenlöw, der mich insbesondere mit seinen Texten auf zwei Studioalben zu Tränen rührte. Und ebenso wenig Ian Anderson, der mich mit sprachlicher Geschicktheit und einem nie zu versiegen scheinenden Quell an Stories verblüfft, oder Warrel Dane, dessen zynisch-bittere, persönlich-emotional eingefärbte Betrachtungen mich vor allem mit „Dreaming Neon Black“ gefangen nahmen. Nö, sie alle müssen in eventuell späteren Kolumnen behandelt werden, denn heute soll es um einen Songschreiber gehen, der erst viel später zu dieser Riege stieß, dessen Band mich erst im Laufe ihrer Karriere mit einem Album namens „Viva Emptiness“ zum tatsächlichen Fan mutieren ließ und dessen Qualitäten als Wort-Jongleur ab „Night Is The New Day“ sprunghaft anstiegen. Jedenfalls im natürlich total subjektiven Blickwinkel des Verfassers dieser Zeilen.

Der Fall des Katatonia-Sängers Jonas Renkse ist dabei für mich ein ganz spezieller: es ist nicht so, dass ich bei seinen oftmals recht kurzen und kryptisch anmutenden Texten einen umfassenden Sinn, eine konzeptionelle Idee, einen den Intellekt herausfordernden Ansatz oder was auch immer suche. Ich halte mich noch nicht mal mit Interpretationsversuchen auf. Stattdessen halte ich es hier schlicht und einfach mit dem folgenden, wunderschönen Jim Morrison-Zitat: >> „Hör zu, wirkliche Poesie sagt gar nichts, sie hilft nur den Möglichkeiten auf die Sprünge. Öffnet alle Türen. Du kannst durch irgendeine, die Dir entspricht, gehen.“ << So springen mich bei Renkses poetischer Lyrik immer wieder einzelne Zeilen an, die im Sinne eines Aphorismus zu mir sprechen oder emotionale Erfahrungen sowie Gedanken und Haltungen meiner eigenen Persönlichkeit auf beinahe schon beängstigende Art und Weise widerspiegeln. Mein Lieblingswerk ist hierbei mit eindeutigem Abstand „Dead End Kings“, weil es diesbezüglich die höchste Anzahl an Textfragmenten beinhaltet, die mich schaudernd, staunend, nachdenkend zurücklassen.
Zum Abschluss noch meine zehn spontan gewählten Lieblings-Aphorismen, die mir eh regelmäßig durch den Hirnkasten fluten oder immer wieder über den Plattenteller transportiert werden.

>> „Tomorrow is so long, the dead end king is here, black wings upon his back.“ << (aus: Hypnone)
>> “Time won’t let go. It’s got You in debt now and it’s got me crawling all the way back to the start. I swear that I saw You there, your hands were reaching out for mine”. << (aus: Old Heart Falls)
>> “In the weak light I saw You becoming the lie. Taking it all for granted, like freedom. It’s something You never had.” << (aus: The Parting)
>> “Do You remember when it didn’t use to be so dark. When everything was possible, still.” << (aus: The One You Are Looking For Is Not Here)
>> “You took my mind’s eye. You bring it wherever You go. How could You take away the burning I had.” << (aus: Leech)
>> “I think of love. I let it pass. It feels like fire, but it won’t last.” << (aus: My Twin)
>> “Sun has lost, mountains fell. What took away our anchor? Snow in the old sky. Escape is a long dead end. Need to rise higher.” << (aus: Second)
>> “I am shade and essence of corroding time…Through the evening where our wisdom turns to rust. Fill the gap with lost integrity. I become the one You haven´t seen for years. Liberating rain. Two shots and I need more. Adapt to the flow. A taste of the void. Get back and focus again, more of the fire.” << (aus: Serein)
>> “Releasing the vapour into the lung. Letting the wings unfurl. And for a moment I feel young. I call on the bird.” << (aus: Unfurl)
>> “This time I watch from the sidelines, your ghost in the limelight. Face your fears and pierce the night. So close, if only you knew. Defender. The story of our lives.” << (aus: Departer)
Christoph Lücker


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