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Live in Concert :: SOEN, 17.03.2 ....

SOEN, 17.03.2019, Aschaffenburg - Colos-Saal
Aschaffenburg - Colos-Saal

17.03.2019
Zu Anfang ihrer Karriere noch als Tool-Klon verschrien, haben sich SOEN zu einem ernst zu nehmenden Prog-Act mit mächtig Tiefgang entwickelt. Das neue Album „Lotus“ ist eingeschlagen wie eine Bombe und so ist der ´Colos-Saal´ bereits gut gefüllt, als pünktlich zur Tagesschauzeit nicht etwa Jan Hofer, sondern die Engländer WHEEL auf der Bühne stehen.

„Stehen“ ist hierbei wörtlich zu nehmen, denn das Drumkit ist so nah am Bühnenrand platziert, dass die Musiker sich kaum bewegen können, ohne einen Beckenständer umzuwerfen. Das Quartett macht das Beste daraus und frickelgroovt sich durch ein halbstündiges Set aus Songs ihres vorzüglichen Debütalbums „Moving Backwards“. Insbesondere die Rhythmussektion agiert dabei arschtight. Der Drummer entledigt sich ob der aufkeimenden Hitze nach dem zweiten Song sogar der Kapuze seines schwarzen Hoodies, den alle Bandmitglieder wie eine Unifom tragen. Auch die Menge beginnt langsam zu kochen, bis endlich die Deckenventilatoren im Saal angeworfen werden. WHEEL erledigen ihren Job als Anheizer demnach vorbildlich und werden mit tosendem Applaus und Zugaberufen verabschiedet.

Wie im richtigen Leben hätte man den Brexit in jenem Moment lieber vermieden, denn die folgenden GHOST IRIS sind leider „the band that should not be“ an diesem Abend. Die Dänen geben zwar von Anfang an Vollgas und haben im Gegensatz zu ihren Vorgängern genügend Platz um synchrones Gehüpfe und Ganzkörperbanging exzessiv auszuleben, aber ihr vor Breakdowns überschäumender Metalcore passt so gar nicht ins Programm. Als merkte er es selbst, entschuldigt sich der Sänger zwischendurch fast und lobt die hohe Toleranz des Publikums, das immer wieder Höflichkeitsapplaus spendet. Am Ende des Tages muss man sich allerdings fragen lassen, warum man keine passendere Vorband finden konnte oder wollte.
Als SOEN dann endlich die Bretter entern ist die Welt aber wieder in Ordnung, zumindest bis auf den Sound, der völlig übersteuert ist und Joel von Anfang an Schwierigkeiten bereitet gegen Schlagzeug und Gitarren anzusingen. Gleichwohl ist der ultra-sympathische Glatzkopf mit der messianischen Ausstrahlung wieder einmal bestens aufgelegt und fesselt die Meute mit seiner zauberhaften Stimme und seiner astralen Ausstrahlung. Das Rückgrat von SOEN ist allerdings Martin Lopez, der heute wieder die kompliziertesten Drumfiguren mit stoischer Ruhe meistert. Lopez ist es auch, der die musikalischen Geschicke bei den Schweden lenkt und dafür sorgte, dass Leadgitarrist Marcus Jidell durch Cody Ford ersetzt wurde. Dieser macht seine Sache zwar gut, verfügt jedoch nicht über die Klasse und Präsenz eines Herrn Jidell. Das mag auch der Grund dafür sein, dass das aktuelle Album „Lotus“ nicht ganz an die Klasse seines Vorgängers „Lykaia“ heranreicht (>>> Einspruch: "Lotus" ist das bisherige Highlight der Diskographie SOENs und das dritte Album war eher der flache Punkt in eben dieser. <<< - CL) Das macht sich auch am heutigen Abend bemerkbar, an dem neue Stücke wie ‚Opponent‘ oder ‚Rival‘ nicht ganz mit Göttergaben wie ‚Opal‘ und ‚Jinn‘ mithalten können. Lediglich im Zugabenteil bildet das atmosphärische ‚Lotus‘ den perfekten Abschluss für eine nicht ganz perfekte Show.

Das sachkundige Aschaffenburger Publikum feiert die Schweden zum Abschluss trotzdem nach allen Regeln der Kunst ab und verleitet Joel zu der Aussage, dass dies die bisher beste Show der laufenden Tour war. „Aschebersch“ ist halt immer eine Reise wert. Wo die Reise von SOEN noch hingeht, darauf darf man gespannt sein, denn die Popularität der Jungs hat sprunghaft zugenommen und man gönnt es ihnen von Herzen.
Alex Fähnrich. - Pics: Alex Fähnrich


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