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Live in Concert :: SLEAZE FEST 2 ....

SLEAZE FEST 2018, 10.03.2018, Bochum – Rockpalast
Bochum – Rockpalast

10.03.2018
Wer Glam Rock, Hard Rock und Sleaze Rock mag, war am 10.März im Bochumer ´Rockpalast´ genau richtig. Was lange währte, wurde endlich gut. Nachdem das SLEAZE FEST im letzten Jahr ausfiel, war die Halle nun mit 300 Gästen ausverkauft.

Der Einlass verzögerte sich um ungefähr eineinhalb Stunden, so dass NASTY RATZ sich einem Publikum gegenüber sahen, dass sich endlich austoben wollte. Kein Problem, lautet doch ihr Motto: „We´re gonna ruin your life, but you´re gonna love it!“ Die jungen Tschechen aus Prag erwiesen sich als gut gewählter Opener und freuten sich sichtlich über die positive Resonanz auf die Songs ihres Debütalbums „First Bite“. Sie konnten schließlich nichts dafür, dass der Sound grottenschlecht war. Als einzige Band des Festivals setzten sie ihren Auftritt mit pyrotechnischem Feuerwerk in Szene. Gut gemacht!

Auch SPEED STROKE aus Italien, deren zweite CD „Fury“ vor zwei Jahren erschienen ist, lieferten nach einer nur fünfzehnminütigen Umbaupause einen guten Gig ab. Ihre Fans kannten nicht nur das Video „Demon Alcohol“, sondern sprachen diesem Teufel auch entsprechend zu und feierten ausgelassen. Frontmann Jack (Nachname unbekannt) verschwendete sein Bier, indem er die ersten Reihen damit vollsprühte – Rock’n’Roll! Nicht nur die Bands kamen von weit her nach Bochum, sondern auch viele Fans. Ein Pärchen aus Südfrankreich brauchte zwei Tage für die Anfahrt – Respekt!
Ein Heimspiel war dagegen der Auftritt für SNAKEBITE aus Essen. Mit aufgesprühten Schlangen-Tattoos auf dem rechten Arm und schwarzen Kutten mit dem „Metalsnake“-Backpatch als eine Art Corporate Design stellte das Quartett Band-Identität zur Schau. Es war unmöglich, sich dem Charme von Sänger und Gitarrist Dominik Wagner zu entziehen, der mit großen aufgerissenen Augen und strahlendem Lächeln ganz locker viele der Songs vom Debütalbum „Princess Of Pain” zum Besten gab. SNAKEBITE sind eine tolle Live-Band und man sollte nicht vergessen, dass ihr neues Werk „Rise Of The Snake“ im Mai 2018 herauskommen wird.

Die Norweger NITERAIN, die bereits zwei Alben veröffentlicht haben, „Crossfire“ und „Vendetta“, rockten die Bühne als vierte Band des Tages mit viel Elan. Die sleazige Stimme von Sänger Sebastian Tvedtnæs passt wie die Faust aufs Auge zum dreckigen Old-School-Hair-Metal, der aus den Boxen dröhnte. Mir persönlich gefiel der Song „Romeo“ vom aktuellen Album am besten. Nicht zu verachten war aber auch ihre Cover-Version von den Beastie Boys („Fight For Your Right To Party“), die noch einmal ordentlich einheizte. Danach war ich nicht die Einzige, die das Café des Rockpalasts aufsuchte, um sich erst einmal mit Pizza zu stärken.

Als nächste Combo erhöhten CONFESS aus Schweden das Tempo und machten richtig Dampf. Sie spielten aber auch Midtempo-Nummern und eine Tina Turner-Coverversion („What´s Love Got To Do With It“).
Der Rockpalast war brechend voll, im Publikum tummelten sich entspannt Musiker der Bands, die bereits gespielt hatten, und selbst in den oberen Gängen wurde mitgeklatscht. Aus der erhöhten Perspektive ließ sich hervorragend der „gemeine männliche Poser“ in seinem bevorzugten Jagdrevier beobachten. Die Wahl fiel einigen der stylischen Herren mit geschminkten Augen schwer bei so vielen lockenden weiblichen Wesen. Erste Ermüdungserscheinungen und abschweifende Aufmerksamkeit nötigten mich, das Café erneut aufzusuchen und meine Sleaze-Welt mit einem starken Kaffee in Ordnung zu bringen.

Auf den folgenden Act, die Franzosen BLACKRAIN, war ich besonders gespannt. Das Intro sang Swan Hellion in Französisch, dann ging es jedoch mit englischen Texten weiter. Die Halle war zunächst nur halb gefüllt. Das änderte sich langsam, als das Ramones-Cover „Blitzkrieg Bob“ gespielt wurde. Bei der Eigenkomposition „Innocent Rosie“ erwachten aber weitere Leute aus dem Pizza-Koma und kamen aus den Ecken gekrochen. Erneut konnten wir „Fight For Your Right To Party“ von den Beastie Boys mitgrölen sowie Twisted Sisters „We´re Not Gonna Take It”, dabei hat die Band genug eigenes Song-Material ihrer fünf Alben zur Auswahl. Einen riesigen Applaus gab es zum Beispiel für „True Girls Are Sixteen“ und das neue Stück „Rock My Funeral“.
Die Schweden SISTER waren mit Abstand die härteste Band des Tages. Ihre musikalische Darbietung war weniger Sleaze Rock und mehr roher, punkiger Glam Metal. Mit „Destination Dust“ und „Carved In Stone“ vom dritten Album „Stand up, Forward, March!“ ging es los, gefolgt von „Spit On Me“ und „The Unlucky Minority“ von ihrer ersten CD „Hated“. Die Songs kamen fett aggressiv rüber. Nicht verwunderlich also, dass einige Gäste anfingen zu pogen. Dabei können SISTER auch anders. So ließen „Carry On“ und ihre Ballade „Would You Love A Creature“ wieder Ruhe einkehren und „Unbeliever“ wurde lauthals mitgesungen. Die Zuschauer waren jedenfalls fasziniert von diesem Quartett, ließen sich gerne von Frontmann Jamie Anderson als „Motherfuckers (Like You)“ anschreien und gingen voll mit. Ein höllisch guter Gig, nach dem es der Headliner schwer hatte.

Diesmal ging der Umbau nicht so schnell vonstatten und es kam zu einer Verzögerung, bevor CRAZY LIXX anfangen konnten. Der Sound war trotzdem ziemlich schlecht. Nachdem wir uns bei SISTER derart verausgabt hatten, empfand ich den Start als eher lahm für eine bekannte Band des „New Wave Of Swedish Sleaze“. Erst „Riot Avenue“ brachte die Fans wieder in die Spur und die Hände in die Höhe. Auch zwischen den Stücken gab es mehrfach Pausen, was die Stimmung wieder abflauen ließ. Der Alkohol floss bereits seit dem Mittag in Strömen, wir konnten nicht nach draußen an die frische Luft gehen und so war beim Publikum einfach die Luft raus. Einige Glam Rocker waren um 23:00 Uhr bereits eingeschlafen. Keine guten Bedingungen für CRAZY LIXX, aber auch kein professioneller Auftritt, sondern nur okay. Der Song „Killer” vom aktuellen Album ist mir positiv in Erinnerung geblieben, und natürlich feierten die Fans den Hit „21 ´Til I Die“ von der „New Religion“-Scheibe ab.

Zusammenfassend möchte ich festhalten, dass das Sleaze Fest 2018 ein äußerst gelungenes Event war. Herzlichen Dank an Bastian Scholz, der das erneut ermöglicht hat. Das Sleaze Fest 2019 ist bereits in Planung und einen Termin gibt es auch schon, auf den wir uns freuen können: 09.03.2019, ab 13:00 Uhr laut Madhouse Promotion.

http://www.facebook.com/events/166620617189054/
Birgit Kuklinski - Pics: Birgit Kuklinski


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