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OBLIVION - Die ungeschminkte Wahrheit - Ausgabe 2/98
OBLIVION 2/98

Mitte 1998 erschein nach einigen Geburtswehen die zweite Ausgabe des „Oblivion“, und wie weit wir mittlerweile dem Irrsinn verfallen waren, zeigt nicht nur die achtseitige Titelstory mit Saviour Machine oder die Preissenkung des Heftes sondern der vermeintliche Sticker auf dem Titelbild, warben wir doch in Zeiten, wo jedes Print-Magazin dazu überging, ihren neuen Ausgaben mindestens eine CD beizulegen damit, eben genau jenes zu unterlassen. Dies übrigens mit bescheidenem Erfolg, dies nur mal so am Rande.
Als neues Redaktionsmitglied konnten wir Sven Bernhardt begrüssen, der sich seine ersten schreiberischen Sporen beim Death Metal-Magazin „Six Feet Under“ verdiente und der für sich selbst in Anspruch nehmen darf, dass sich sein Musikgeschmack in den letzten neun Jahren nicht einen Zentimeter bewegt hat und neue Alben auch heute noch an Death, Morbid Angel, Fields of the Nephilim oder Rammstein gemessen werden. Hoffentlich habe ich jetzt keine Band vergessen.
Nach wie vor vollkommen unverständlich ist, dass er es so lange bei uns ausgehalten hat, denn der erste Eindruck einer Redaktionssitzung in den heiligen Hallen von Holgers Domizil war nicht nur der subtropischer Hitze unter’m Dach sowie der eines massiv mit Drachen tätowierten Rückens bei dezenten, dem Wetter angepassten Männergerüchen (um mal das Wort Schweiss zu vermeiden).
Inhaltlich legten wir gleich mit Iron Maiden und der Bewertung des damals gerade erschienen „Virtual Eleven“ los, wobei die Einschätzung, dass „Virtual Eleven“ ein Geniestreich ist, dann doch eher den Reisekosten zuzuschreiben war, die die EMI damals für den Ausflug zu Steve Harris Anwesen und dem Pre-Listening des Albums übernommen hatte. Schier an ein Wunder grenzt übrigens die Tatsache, dass bis zum heutigen Tage keiner der Mitmusiker durch das wilde und unkoordinierte Rumgehampel eines Janick Gers auf der Bühne erschlagen wurde. Und dass der Exorzismus, den Blaze Bayley durchführen musste, um den Geist seines Vorgängers zu vertreiben nur wenig erfolgreich war, wissen wir spätestens seit dem Wiedereinstieg von Bruce Dickinson. Nicht überliefert ist zudem, ob Queen Mum, Gott sei ihrer verstorbenen Seele gnädig, noch vor ihrem Ableben die Gelegenheit beim Schopfe ergriff, um Iron Maiden einmal live zu erleben.
Unter der wortgewaltigen Überschrift „Bombast wem Bombast gebührt“ erwies Andreas den Totengräbern von Grave Diggern seine Ehre. Chris Boltendahl, damals frisch gebackener Diplom Sozialarbeiter, erkannte damals schon die Zeichen der Zeit und schmiss diesen Beruf recht schnell wieder, um sich nicht durch die immer „aggressiver werdenden Jugendlichen abstechen zu lassen“. Sicher nicht die verkehrteste Wahl, sind Grave Digger denn auch heute noch aktiv, und dies mit Chris Boltendahl.
Ob es die Interviewfragen Michaels waren, die Ray Alder in Baarlo (Holland) vor der Show im Tourbus fast einschliefen liessen, lässt sich aus heutiger Sicht auch nicht mehr ganz nachvollziehen. Die Show jedenfalls entschädigte für die Lustlosigkeit seines Interviewpartners und das Fernbleiben des vor der Tour als Gast angekündigten John Arch, dem Originalsänger Fates Warnings.
Von gleicher Schlafkrankheit waren anscheinend auch Symphony X befallen, die sich im Dortmunder „Rock Hard“-Office der Presse stellten und zu den Interviewpartnern zählen, die mich bis zum heutigen Tage mal kreuzweise können.
Die Aussage von Running Wilds Rock’n Rolf, die damals übrigens noch ohne Drum-Wunder Angelo Sasse unterwegs waren, dass das neue Album „The Rivalry“ überall in Europa exlodieren würde, bezug sich übrigens auf den Erfolg der Platte, und nicht auf die Selbstvernichtung des erstandenen Tonträgers in der heimischen Plattensammlung. Anderslautende Schilderungen bitte ich an die Redaktionsadresse zu senden, damit wir der Sache auf den Grund gehen können.
Investigativen Journalismus nennt man wohl das, was Kollege Bracke dann über den Ausstieg Chris DeGarmos bei den Seattle Proggies Queensryches in Erfahrung zu bringen suchte. Ausser einem „When the Band is ready to talk, they’ll talk” war jedoch nicht viel in Erfahrung zu bringen, so dass wir zukünftig erst gar nicht mehr den Versuch unternahmen, die Klatsch- und Tratsch-Spalten zu bedienen.
Ganz anders übrigens als Dani von Cradle of Filth, der redselig zur Auskunft gab, dass die britischen Schwarzfussindianer, äh, Black Metaller, nie wieder in Ungarn auftreten würden, weil dort nur noch ein dumpfes Brummen aus der Backline ertönte. Und ich dachte immer, Cradle of Filth müssten sich so anhören. So kann man sich irren.
Ein lyrisches Meisterwerk lieferte dann meine Wenigkeit mit der Überschrift zu unserem ersten Nightwish Interview ab. „Läppische Lappen“ ist an Vieldeutigkeit kaum mehr zu überbieten und passte sich dem damals noch sehr schüchternen Auftreten der Band an. Betrachtet man heute die damaligen Fotos der Band, so kommt man nicht umhin zuzugestehen, dass Sängerin Tarja eher den Charme einer VHS-Dozentin zum Thema „Wir stricken Norweger-Pulli“ versprühte.
Lebensgefährlich war es übrigens beim Interview mit Das Ich in einem Dortmunder Hotel, denn nicht nur, dass das Hotelzimmer stilgerecht abgedunkelt war, auch der in der Luft stehende Zigarettenqualm glich einer ganzen Batterie von Nebelmaschinen, so dass eine Orientierung in dem Zimmer ohne die Zuhilfenahme eines Nebelscheinwerfers praktisch unmöglich war. Dies und die hagere und ausgezehrte Gestalt Stefan Ackermann liessen einem bei dieser schummerigen Beleuchtung das Blut in den Andern gefrieren.
Diary of Dreams-Frontmann Adrian Hates gab unserer Elke damals anlässlich der Veröffentlichung des neuen Albums „Psychoma“ eine Privatlektion in Sachen Hates’scher Rhetorik bzw. Grammatik und erläuterte die Sinnhaftigkeit der Begriffe „END(giftet)?“ und „(Ver)Gift(et)?“. Ich hab’s bis heute nicht verstanden.
Anders erging es Uwe während seines Interviews mit King Diamond, der sich einem fünfundzwanzigminütigen Monolog des Königs stellen musste.
Mit Recht werdet Ihr Euch fragen, ob Andreas ausser seinem Grave Digger-Interview eigentlich gar nichts zu dieser zweiten Ausgabe des „Oblivion“ beigetragen habt. Keine Sorge, lief unser Cheflayouter doch so langsam zu altgewohnter Form auf. Dass die von ihm angeforderten Kennenlernwünsche und Heiratsanträge nie bei uns Redakteuren ankamen, kann eigentlich nur daran gelegen haben, dass er alle abgefangen hat, denn zeitweilig war er für niemanden von uns zu sprechen, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit. All dies hätten sich ja verkraften lassen, hätte seine Aura nicht auch auf die von ihm interviewten Bands abgefärbt. So trennten sich The Company kurz nach dem Interview mit ihm von ihrem Gitarristen Doug Piercy, Jörg Michael räumte seinen Platz bei Running Wild – jetzt kam dann wohl auch Angelo Sasse ins Spiel – und Treasure Land waren ihren Deal gleich ganz los. Dies jedoch gleich als „Menschliche Klinge des Schicksals“ vermarkten zu wollen ging dann vielleicht doch ein wenig weit.
Dass Totenmond vor diesem gerade beschriebenen Hintergrund Andreas dann offenbarten, dass sie „richtig kleine Hosenscheisser waren“, die ihre Songs „im Suff“ geschrieben haben, mutet dann doch recht gefährlich an, wird aber wohl durch die Gemeinsamkeit eines lichten Haupthaares aufgefangen. Einziger Unterschied hier: Pazzer, Gitarrist des Toten Mondes, hat noch die Wahl der Länge seines Haupthaares.
Uwe hinterliess uns anlässlich seines Tristania-Interviews als kleines Wörter-Rätsel, denn die ganze Bedeutung der Überschrift „Symphonische Schönheit durch epische Tragik“ will sich mir einfach bis zum heutigen Tage nicht wirklich erschliessen.
Als wirklich nettes und sympathisches Grossmaul entpuppte sich Eternity X Sänger Keith Sudano, der in einem schmierigen und verdreckten Backstage-Raum im „Point One“ in Hemer zur Märchenstunde einlud und die Entlassung eines A & R-Managers bei einer international bekannten deutschen Vertriebsgesellschaft allein darauf zurückführte, dass dieser die wahren Qualitäten seiner Band nicht erkannt hatte. Keith, wenn du das hier lesen solltest, melde dich doch mal. Wir würden gerne wissen, was du heute so machst.
Rezensionstechnisch gaben wir uns im übrigen auch keine Blössen mehr. So verglich ich das Debüt der Viking-Metaller von Amaon Amarth mit den Death Metallern von At the Gates, was ungefähr so wäre, als würde man Poison mit Morbid Angel in einem Atemzug nennen. Richtiger lag ich da wohl schon mit meiner Einschätzung von Al Atkins’ „Victim Of Changes“, das selbst aus kulturhistorischen Gesichtspunkten mehr als überflüssig war. Bitterlich in seine Mönchskuttenärmel musste Andreas beim zweifelhaften Genuss des Candlemass-Albums „Dactylus Glomerata“ weinen, was zur Folge hatte, dass er sich erst mal hinlegen musste. Dark Funeral betätigten sich mit „Vobiscum Satanas“ als Seelenfänger, aus deren Klauen uns Uwe sich bis zum heutigen Tage noch nicht befreien konnte, während Genitorturers-Sängerin bis zum heutigen Tage nicht erkannt hat, dass David Vincent ein Schlappschwanz ist und ich ihr Traummann sein sollte. Und dass, wo sie mich während des Interviews im Köln doch hat an ihrem Hamburger hat kosten lassen. Ob Andreas übrigens wirklich so bibelfest ist, wie seine Rezension zu Heavenwoods „Swallow“ vermuten lässt, wage ich mal zu bezweifeln. Mehr Weitsicht bewies Andreas übrigens mit seiner Kritik zu Maidens „Virtual Eleven“ und dem Rat, sich mal nach einem neuen Sänger umzusehen (Bruce Dickinson war damit übrigens nicht gemeint). Und da er vor grossen Namen keinen Halt machte und gerade so schön in Rage war, bekamen selbst Lemmy und Motörhead ihr Fett in Form einer Moralpredigt, die sich gewachsen hatte, weg. Prophetische Züge besassen meine Ausführungen zum Debüt von „Angels Fall First“ zur Karriere Nightwishs, bevor Sven mit der Rezension zu Old Man’s Childs Album „Ill-Natured Spiritual Invasion“ seinen Beitrag zum Tierschutz von Panda-Bären lieferte. Wer der Gewinner der Candlemass CD war, die Andreas anlässlich der Lobeshymnen auf das neue Album von Rage und der Frage, die wievielte Rage- Veröffentlichung „XIII“ darstellt, auslobte, ist übrigens auch eins der gut gehüteten Geheimnisse unseres Cheflayouters. Und ob sich das Tankard-Shirt, das er, von Motten zerfressen, dafür allerdings mit seinem Körper-Odem versehen in der Mülltonne entsorgte, auf Ebay nicht ordentlich Kohle gebracht hätte, ist eine rein spekulative Frage, die wir besser nicht vertiefen. Unübertroffen aber die Rezension Uwe zu „Black Hateful Metal“ von Veles. Ich darf zitieren: “Nehmt das Verschlussgummis eines Einmachglases zwischen Daumen und Zeigefinger, schrammelt mit der anderen Hand darüber und ihr habt den Klampfensound von Veles originalgetreu nachgespielt. Die Drums klingen wie der Aufprall diverser Hamburger auf die stumpfen Bodenfliesen hiesiger Fastfood-Restaurants ... (War damit eigentlich McDonalds gemeint?) und schlussendlich „Gesonderte Anspieltipps entnehmt bitte Eurer Klospülung“.
Abschliessend bekamen Iron Maiden respektive Helloween-Shouter Andy Deris bei der Kritik zu ihrer Show in der Düsseldorfer Philipshalle weg ihr Fett weg. Alleine die bildliche Vorstellung, dass sich die gesamte Tribüne anlässlich der Gesangsleistung des Herrn Deris die Schenkel klopfte, lässt schmunzeln, wie auch die Tatsache, dass es ein „toller Abend“ hätte werden können, „wären zwei der drei Bands mit einem anderen Sänger angetreten“. Und damit war nicht die dritte Band des Abends, Dirty Deeds, gemeint. Und dass die Diskussion um die Merchandise-Preise bei Iron Maiden ungefähr schon so alt ist, wie die Band selbst, belegen Preise für ein Tour-Shirt in Höhe von damals noch 45,- DM, bzw. 150,- DM für ein Fussballtrikot. Soviel zum Thema Iron Maiden und Fannähe.
Michael Kuhlen


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