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obliveon :: PYRACANDA

PYRACANDA

TWO SIDES OF A COIN (RE-RELEASE) (66:04 min.)

DIVEBOMB / US-IMPORT
Der deutsche Metal ist nicht so reich an Legenden wie der britische oder amerikanische, aber es gibt ein paar Bands, die zu ihrer Blüte Großes vollbracht haben und bis heute unvergessen geblieben sind. Dazu gehören mit Sicherheit die Koblenzer Speedster PYRACANDA, die heuer durch die Re-Releases ihrer beiden Studioalben „Thorns“ (1992) und „Two Sides Of A Coin“ (1990) wieder auf sich aufmerksam machen. Während ersteres als billiger Russen-Re daher kommt, wurde das Debüt von Divebomb Records liebevoll remastered und mit allerlei Kaufanreizen versehen. Der gewichtigste ist sicher das Bonusmaterial, das aus den Demoaufnahmen von ‚Top Gun‘ (1989), ‚Rigor Mortis‘ (1989), ‚Democratic Terror‘ (1988) und ‚Welcome To Crablouse City‘ (1988) besteht. Insbesondere der letztgenannte Bonustrack hat es mit einer Spielzeit von über neun Minuten und Drummer Elmar Gehenzigs dreckiger Lache am Anfang faustdick hinter den Ohren. Hierbei handelt es sich wohlgemerkt nicht um die Demosongs des „Welcome To Crablouse City“-Demos mit Ursänger Dirk Pützfeld, sondern um Aufnahmen mit Hansi Nefen (heute Johannes Muhs), der dann später auch die beiden Alben einsang. Das Interview mit ihm und Gitarrist Sven Fischer im Booklet ist nicht nur informativ, sondern auch sehr unterhaltsam und wirft einen Blick zurück auf den Zeitgeist der späten Achtziger und frühen Neunziger, in denen PYRACANDA die europäische Metal-Szene so richtig aufmischten. Nach dem Weggang von Sven, der zu Rage abwanderte und Elmar, der durch Patrick Grün (Caliban) ersetzt wurde, nahmen Hansi, Dieter (Wittbecker, Bass) und Dennis (Vaupel, Gitarre) noch zwei Alben als Ilex und G-Reizzt auf, mit denen man den Spirit und Erfolg von PYRACANDA jedoch nicht nochmals heraufbeschwören konnte. Moment, einmal gelang es dem Original-Line-Up doch noch die guten, alten Zeiten aufleben zu lassen und zwar beim 20-jährigen Jubiläumskonzert zu „Two Sides Of A Coin“ vor neun Jahren. Seither gibt es immer wieder Versuche die Jungs noch einmal zu Auftritten zu bewegen, was bislang jedoch leider erfolglos blieb. Wer weiß, vielleicht springt der Funke nach dem Genuss dieses großartigen Zeitdokuments ja doch wieder über? Jedenfalls gibt es nicht wenige Headbanger, die sich ihre Nackenmuskulatur gerne nochmal mit Speed-Granaten wie ‚Top Gun‘ („AND THEY FLY!“), ‚Delirium Tremens‘ („WHISKY OR WATER?!“) und ‚Don`t Get Infected‘ (HELL AWAITS - `CAUSE YOU HAVE AIDS! Eine lyrische Jugendsünde, zu der Hansi sich im Booklet-Interview äußert.) durchmassieren lassen würden. In der Zwischenzeit müssen sie sich allerdings mit diesem feinen Teil hier begnügen, welches für ein Dutzend dreckiger Dollars hier erhältlich ist: http://www.divebombrecords.bigcartel.com
10/10 - AF.


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