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obliveon :: MACHINE HEAD

MACHINE HEAD

CATHARSIS (74:20 min.)

NUCLEAR BLAST / WARNER
Wer bei "Bloodstone & Diamonds" die Ohren aufgesperrt hatte, kann über "Catharsis" m. E. nicht wirklich überrascht sein. Auf dem Vorgänger gab es bereits deutliche Tendenzen, sich von dem zwischen "Through The Ashes Of Empires" und "Unto The Locust" stringent durchgehaltenen Plan zu lösen und offenere Songstrukturen sowie genrefremde Einflüsse zuzulassen. Lässt man sich auf "Catharsis" ein und liest die Interviews, die Robb Flynn momentan gibt, so scheint dieses durchaus heterogene Album zudem der Band "State of the Nation Address" zu sein, ein schonungsloser Blick auf ein zerrissenes Land und dessen diverse kulturelle Traditionen. Spontane, unmittelbar von hochpolitischen, tiefgreifenden Ereignissen wie den Ausschreitungen in Charlottesville inspirierte Eruptionen wie "Volatile" stehen für ein Manifest, das einem Seelenstriptease gleichkommt und ängstlich die Zukunft einer Nation beleuchtet, die, so scheint es, laut Flynn wirklich einer einenden Katharsis bedarf, um die allgegenwärtigen Spaltungen überwinden zu können. Und genau deswegen darf hier auch gerappt, gefolkt (das von Flynn als Herzstück des Albums bezeichnete "Bastards"), alternativ balladesk entspannt ("Behind A Mask" - doller Song, dolles Solo!) oder ein esoterischer Grabesmarsch mit Licht am Ende des Tunnels zelebriert werden ("Eulogy"). Jedoch offenbaren die Diskussionen um das Album auch die Engstirnigkeit einer Szene, die den Koch seine Speisen nach dem immer gleichen Rezept zubereiten sehen will: "Catharsis" ist zu 80% eindeutig ein, wenn auch modernes, offenes, virtuoses und brutales Metal-Album, auf dem die Gitarren braten wie nix Gutes. Zudem zeugt die Spielzeit von 75 Minuten von unbändiger Kreativität und großem Mut, sich gegen Trends zu sperren und den Hörer zu fordern. So zeigt sich gleichsam, dass das Anliegen der Band ein wichtiges ist: anstatt tumb und verblendet nach der rassischen Reinheit der metallischen Lehre zu brüllen, sollte man mit offenem Geist durch die Welt gehen und Akzeptanz leben. Otherwise you´re gonna be deaf forever. Klasse Album, wichtiges Statement, und ich bin mir sicher, dass man auf diesem Werk über die Jahre immer wieder neue Facetten und Highlights entdecken wird!
8/10 - PM.


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