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obliveon :: RE-RELEASE-TI ....

RE-RELEASE-TIPP: FATAL OPERA
FATAL OPERA
SAME & THE ELEVENTH HOUR (2CD RE-RELEASES (55:44 min. und ca. 121:00 min.)
DIVEBOMB RECORDS

Obwohl Massacre Records (wie übrigens auch Noise) in Musikerkreisen nicht den besten Ruf genießen, so muss man dem Label doch zugute halten, dass sie zahlreiche (Semi-)Klassiker auf den Markt brachten, und dies in den 90ern, einer Zeit also, als Heavy Metal bei Plattenfirmen bekannter Weise einen schweren Stand hatte. Die Kultschmiede brachte abseitig-geniales wie Dark Millennium oder Veni Domine ans Licht und tat sich auch und gerade in Sachen US-Metal hervor (Oracle, Psyco Drama). Fatal Opera gehören unbestritten zu jenen Schätzen, die unbedingt mal wieder gehoben werden mussten. Diese beiden Rereleases der post-Megadeth Band Gar Samuelsons (R.I.P.) gehören zu jenen Geheimtipps, die Gourmets mit der Zunge schnalzen lassen. Für den Massengeschmack zu verquer und abgedreht (hört Euch mal den um zig Ecken gedachten Genialitätsbeweis "Moving Underground" an), sprachen die Amerikaner Mitte der 90er ("Fatal Opera" war 1992 bereits auf Kassette erschienen) Fans an, die bereits damals sehnsüchtig auf "Mathematics" warteten oder bei der Nennung obskurer Perlen wie Kinetic Dissent und Leviathan auf die Knie fielen. Auf dem Debut verwandelt ein Höchstmaß an Musikalität selbst vordergründig straighte Riffs wie jenes von "Sphere Of Glass" in vertrackte Achterbahnfahrten, die Freunde anspruchsvoller Kost jedoch aufgrund des nie verlorenen roten Fadens in die Raserei treiben (etwa das als Halbballade startende und später mit herrlichen Instrumentalabfahrten glänzende "The Unwilling"). Wundersamer Weise lässt auch die Eingängigkeit der Kompositionen dabei herzlich wenig zu wünschen übrig, und auch die starke, variable Stimme Andy Freemans trägt zum Wohlfühlfaktor bei. Nach dem Jimi Hendrix´ "Moon Turns The Tides" in einen Proto-Metal-Epic-Brocken überführt wurde, verlässt man "Fatal Opera" jedenfalls mit einem breiten Grinsen, auch wenn gegen Ende des Albums der Hektikfaktor den ansonsten superben Gesamteindruck etwas schmälert. Das Album wurde um zwei interessante Bonussongs aufgepeppt, das Booklet bietet neben den Lyrics ein Interview mit Stew Samuelson, einen Nachruf für Gar Samuelson und ein aufgepepptes und im Vergleich zum grausigen Original tatsächlich auch deutlich verbessertes Artwork.
Das neue Artwork des inzwischen im Original recht teuren Zweitlings wurde (zum Glück) deutlich verändert, orientiert sich nunmehr am Erstling, ist jedoch etwas kitschig geraten. Auch hier vertieft man sich neben den Texten in ein Interview (mit drei Bandmitgliedern) sowie den GS-Nachruf; als besonderes Schmankerl gibt es eine Remix-CD mit einem Bonustrack. Die Songs auf "The Eleventh Hour" sind aufgrund einer behäbigeren Gangart etwas gewöhnungsbedürftiger ausgefallen, bieten für Entdecker jedoch immer neue Facetten, die mitunter an andere Perlen des 90er-Prog wie Damn The Machine ("Once I Was A Fly") gemahnen. Die Experimentierfreude solcher Songaufbauten wie in "Indiscretion" bleibt jedoch state of the art – hier sind einfach echte Könner am Werk. Selbst die Klangfarben der Scorpions darf man da mal kongenial zitieren ("Inside Outside"), wohingegen die LSD-Verneigung der Beatles nicht unbedingt hätte gecovert werden müssen. Im Mittelteil übertreibt man es zudem etwas mit Mordred-artigen modernem Gefuddel ("Wrist Twister" / "Mindfuck"), bevor man mit "Dredges" endlich wieder die Kurve in Gefilde geschmackvollen Avantgarde-Metals findet. Insgesamt ist "The Eleventh Hour" jedoch nicht so stark und inspiriert wie sein Vorgänger, wirkt etwas zerrüttet, auch wenn sich im letzten Albumdrittel noch starke Experimente wie das mit wunderschönen Harmonien wuchernde "My Psychiatrist" oder die superbe Halbballade "The Calling Of Lotar" finden. Insgesamt sollte man sich diese beiden Alben unbedingt in die Sammlung stellen, gerade dann, wenn man sie noch nicht sein eigen nennt. Ein Wort noch zu Gar Samuelson: sein ohne brachiale Gewalt auskommender Signature-Sound ertönt hier tatsächlich in voller Pracht, seine dezent anspruchsvollen Wirbel sind schlicht ein echter Hörgenuss. You are sorely missed.

8,5 und 7,5/10
PM.


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