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Eure Eigenpressungen :: MIRROR OF DEC ....

MIRROR OF DECEPTION

THE ESTUARY (44:58 min.)

EIGENPRODUKTION / SELBSTVERTRIEB
Mein lieber Kokoschinski, da hat man die rhythmisch runderneuerten Mirror Of Deception seit auf den Tag genau acht Jahren schmerzlich vermisst, und dann hauen einem die deutschen Doom-Pioniere drei Jahre nach der Runderneuerung ihres Line-ups mit "Splinters" gleich einen ihrer best songs ever um die Ohren – dabei war ich noch gar nicht angeschnallt, Jungs! Aber ist es in unserer in vielerlei Hinsicht überhitzten Zeit nicht einfach wundervoll, endlich mal wieder absolut beseelten, GRUNDEHRLICHEN (Doom) Metal mit gelebtem Gefühl und deutlich eigenem Zungenschlag genießen zu dürfen? Denn bei aller unorthodoxen Schrulligkeit atmet "The Estuary" den ursprünglichen Spirit des Genres, ein Spirit, der heute nur allzu oft hinter popanzigen Roben und/oder imageträchtigen Statements versteckt wird. Dies spiegelt sich auch in der Produktion wider, welche druckvoller, transparenter und authentischer nicht sein könnte: man hört, dass vier Menschen ZUSAMMEN musizieren. Nach vier Minuten coitus interruptus, und weiter geht es mit dem Zauberriff von "Orphans", einem Stück, das neben dem wohl flottesten Part die geschmeidigsten Arrangements der Bandhistorie aufweist. "At My Shore" zieht den Hörer in einen von hypnotischen Gesangslinien und -harmonien sowie Gitarrenströmen geleiteten Sog, bewegt, rührt gar zu Tränen (Gitarren ab 4:18, woah!), be- und entgeistert zur selben Zeit. Die Schwaben brauchen keine großen Gesten in Form effektheischender Riffs oder Refrains, sondern sie lassen wahrhaftige Emotionen ungehindert fließen wie keine andere Doomband da draußen, elektrisieren durch die ihnen eigene Diktion – und werden daher auch weiter nur ein zahlenmäßig extrem begrenztes Nischenpublikum ansprechen, dieses dafür aber um so intensiver. Und selbst wenn es mal etwas plakativer wird, wie etwa in "To Drown A King", vergisst man nie, dem Pathos (welches in der Vergangenheit mitunter zu vordergründig wirken durfte) Zügel anzulegen und es punktgenau von der Leine zu lassen. Was die Herren dann in "Divine" (wie passend!) abziehen, ist endgültig nicht mehr von dieser Welt: beinahe ein Prog-Doom-Song, gleichsam unverschämt eingängig, organisch erwachsen aus dem von Jochen und Siffi seit zwei Jahrzehnten kultivierten kreativen Fundus. "The Estuary" endet mit dem orgiastischen "Immortal" hörbar selbstreflexiv, beschreibt aber auch, was Mirror Of Deception mit diesem Album gelungen ist, nämlich den eigenen Namen in Stein zu meißeln: "As long as you speak my name!" Meisterwerkalarm, ein "Suebius Doomicus Metallicus", das im Underground, wenn es so etwas wie Gerechtigkeit gäbe, bald in einem Atemzug mit Warnings "Watching From A Distance" genannt würde! Ach was, das beste deutsche Doom-Album aller Zeiten!! Basta!!! Eigenständigere, emotionalere und ehrlichere Mucke wird man weit und breit nicht finden. Als Eigenpressung? Als was denn sonst, denn heute hört eh keiner mehr zu! Die CD gibt´s schon jetzt, Vinyl ab Februar. http://www.mirrorofdeception.com
10/10 - PM.


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