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Interview-Section :: Index: 'V' :: VANESSA

VANESSA
Anleitung zum Selbstmord
Leo interviewte die Tschechen Vanessa und quetschte sie ordentlich aus. Was die Jungs über ihr neues Album "Ave Agony" zu berichten haben, was es mit der Nervenanstalt auf sich hat und welche Rolle Alexander Hacke (Einstürzende Neubauten) spielt, das alles, könnt ihr im folgenden Interview nachlesen!
Hallo Jungs, euer neues Album „Ave Agony“ ist ja vor einigen Tagen auf den Markt gekommen. Wie waren bisher die Reaktionen?

Daniel Rodny (Keyb): >> Wir sind glücklich. Draußen vor der Tür steht eine endlose Schlange von Gothicschlampen und jeder will uns den Arsch küssen. Wofür macht man sonst Musik? <<

Wovon handelt das Album „ Ave Agony“ im Allgemeinen?

Samir Hauser (Vox): >> Es handelt davon, dass uns ein Alter bevorsteht, in dem jeder und alles den Geist aufgeben wird. Das schätzen wir sehr. <<

Worüber singt ihr in den Songs des neuen Albums?

Daniel Rodny (Keyb): >> Es werden vielen Themen im neuen Album angesprochen, die meisten aus unserer eigenen Erfahrung heraus entstehen. Zum Beispiel: „Cop On Speed“ handelt von einem unserer „Freunde“, der uns an die Polizei verpfiffen hat. „Hello, Conk Out“ ist ein Handbuch zum Selbstmord in der Midlife-Crisis. „Mirrors“ handelt von dem Bastard, der in jedem von uns steckt und von Zeit zu Zeit versucht, auszubrechen… einfach gesagt, Geschichten, die das wahre Leben geschrieben hat. <<

Euer letztes Album lag ja eine Weile zurück, um genau zu sein, war das 1997. Welche Gründe könnt ihr uns nennen, die zu dieser langen Pause geführt haben??

Daniel Rodny (Keyb): >> Das waren unsere künstlerische Unruhe und ziellosen Ambitionen. Jeder von uns versuchte, in eine andere Richtung zu gehen. Ich wurde Kabarett-Sänger, andere wurden in einer Anstalt weggeschlossen. <<

Welchen Einfluss hatten die letzten zwölf Jahre auf euch, euren Musikgeschmack und vor allem auch auf euer musikalisches Schaffen?

Daniel Rodny (Keyb): >> Wir wurden hauptsächlich von den Geschichten der Leute um uns herum beeinflußt. Und sicher auch von einer handvoll Filme und neuer Platten. Aber wir haben Aussage und Inhalt immer sehr hoch geschätzt – Kunst ohne Aussage ist nutzlos. Wir hören uns Nichts und Niemanden an, der nicht etwas zu sagen hat. <<

Es gibt ja eine Menge Kooperationen anlässlich des neuen Albums. Unter anderen ist hier Alexander Hacke zu nennen, welcher ja durch die Einstürzenden Neubauten berühmt geworden ist. Welchen Einfluss hatte er auf das neue Material?

Daniel Rodny (Keyb): >> Alex ist ein Mann mit einer Geschichte, einer brillanten Geschichte. Manchmal treffen sich unsere Wege und bei diesem Album war das der Fall. Vielleicht haben wir auch eine gemeinsame Sicht auf bestimmte Sachen. <<

Miroslav Papez aka Moimir Papalescu (Keyb): >> Alex hat die ganzen Einzelspuren einiger Tracks bekommen. Er hat diese dann komplett neu gemischt und von Grund auf arrangiert. Er hat auch viele Effekte und akustische Drums hinzugefügt, die seine Handschrift hinterließen und viel mehr Druck brachten, wenn man die Mixe mit den Originalversionen vergleicht. Er hat die Songs richtig gut hinbekommen. Sie sind ein ganzes Stück fetter und heftiger, genauso wie wir sie haben wollten. Gute Arbeit, Alex! <<

Ihr schreibt in eurer Muttersprache - ausschließlich Tschechisch. Welcher Grundgedanke verbirgt sich dahinter? Habt ihr nicht Angst, dass ihr zu sehr auf euer Heimatland beschränkt werdet, weil euch sonst die Menschen nicht verstehen?

Daniel Rodny (Keyb): >> Ich denke, unsere Message ist stark genug, es ist offensichtlich, was wir tun und was wir wollen. Wir wollen einfach kein Englisch verwenden, weil wir nicht noch eine weitere „Möchte-Gern-Band“ sein wollen. <<

Was könnt ihr uns über Adolf Lachmann und seine Arbeit an der kunstvollen Gestaltung der CD-Hülle zu „Ave Agony“ berichten. Ich denke, die ist schon mehr als beeindruckend…

Miroslav Papez aka Moimir Papalescu (Keyb): >> Adolf Lachman ist wirklich ein As. Wir hatten die Zusammenarbeit bereits im Vorfeld mit dem Cover eines meiner Projekte, „Die alten Maschinen“, getestet. Das ist eine Band, in der unter anderem Gerald V. Casale der amerikanische Legende Devo mitspielt und singt. Das Ergebnis der Arbeit mit Lachmann war exzellent, also haben wir ihn wieder für Vanessa gefragt. Er hat ein Cover geschaffen, das exakt auf den apokalyptischen Geist des Albums „Ave Agony“ passt. In unserem Land, wo das V-Zeichen ein Symbol der Friedlichen Revolution ist, hat dieses Bild des in den Schmutz gezogenen Symbols ausgerechnet im 20.Jubiläumsjahr schon einiges an Aufsehen erregt. <<
Vanessa ist ein sehr allgemeiner Name. Ich denke, nicht viele Leute außerhalb der Tschechischen Republik kennen euch bzw. den Bandnamen. Was könnt ihr uns kurz über euch und die Band sagen?

Samir Hauser (Vox): >> Vanessa ist eine Fusionsreaktion. Vanessa kann Menschen verändern. Vanessa erzeugt hohen Druck und Temperaturen, wo leichte Elemente schwer werden. Modellpersonen werden aus Transuranen geschaffen, unberührbar von der Umgebung. Vanessa ist nicht nur Musik, es ist Ritual – welches diejenigen ändern kann, die Veränderung wollen. <<

Ihr seid ja jetzt schon seit etlichen Jahren im Musikgeschäft. Was hat sich verändert und was empfindet ihr als die größte Herausforderung für euch in den nächsten Jahren?

Daniel Rodny (Keyb): >> Zu komponieren ist ungefähr genauso schwierig, wie ein Lego-Haus zu bauen. Jeder Trottel mit einem Notebook denkt, dass er ein Retter der Welt ist. Vanessa führt euch an Orte, an die ihr nicht mal im entferntesten zu denken gewagt habt. Der Unterschied zwischen uns und ihnen ist der gleiche Unterschied wie zwischen dem Anschauen einen Kokain-Filmes mit Johnny Depp am Samstagabend und einem ganzen Wochenende auf Crack und LSD. <<

In eurer Biographie werden Worte wie Pornographie oder Masochismus verwendet, um eure Musik und vor allem Live-Auftritte zu beschreiben. Könnt ihr uns über die Verbindung zu Vanessa berichten?

Daniel Rodny (Keyb): >> Ich denke, dass Pornographie und Masochismus ein nicht zu ignorierender und natürlicher Teil unseres Lebens ist - so wie die Luft, Straßenbahnen oder Polizei-Walkies. Wir leben in einer Welt, die darauf aufgebaut ist, sie beeinflussen uns und schaffen unsere Geschichten. <<

Was ist so besonders an euren Live-Auftritten?

Daniel Rodny (Keyb): >> Ted Bundy’s Elektrischer Stuhl oder auch Mukamba’s Snuff-Porn Kollektion als Videoprojektion. <<

Was habt ihr für Vanessa in der Zukunft und für das Jahr 2010 geplant?

Daniel Rodny (Keyb): >> „Ave Agony“, unser neues Album, sollte die Leute auf die Knie fallen lassen. Wir wollen eine ganze Menge Auftritte spielen. <<

Miroslav Papez aka Moimir Papalescu (Keyb): >> Wir haben bereits angefangen, an einem neuen Album zu arbeiten. Und wir wollen möglichst viel live spielen. Viele Auftritte in der Tschechei und auch in Deutschland. Wir glauben, dass uns die Leute in Deutschland verstehen, weil Deutschland die Wiege der elektronischen Musik ist. <<
http://www.bandzone.cz/vanessa
Leo von Leibnitz (Promofabrik)


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