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ALLE REVIEWS :: Index: 'H' :: HIMMELSTHOR

HIMMELSTHOR

Tom Manegold

EditionPaperONE

124 Seiten / 8,95 EUR
Ab einem bestimmten Alter manifestiert sich fast schon naturgemäß der Wunsch nach einer Autobiographie. Zum Glück können Autoren, Dichter und Poeten mit knapp Vierzig meist schon auf eine ziemlich lange Schaffensperiode zurückschauen, was die Autobiographie zugunsten einer Retrospektive erst mal aufs Eis legen lässt.
So auch Thomas Manegold, der jetzt seinen Lyrikband „Himmelsthor“ veröffentlicht.
Haikus, Balladen, Sonette, Verse, Hymnen, Oden, Elegien, Collagen... fast das ganze Spektrum an Lyrik deckt Hr. Manegold ab. Nicht ohne Grund trägt diese Sammlung den Untertitel „Lyrik aus 2 Jahrtausenden“. Größenwahn? Vielleicht. Vielleicht aber auch nur der Verweis darauf, dass sich Thomas Manegold der lyrischen Techniken von den Psalmen bis zur Postmoderne bedient und sich so gekonnt in Versmaß, Strophenbau, Reim und Alliteration bewegt, dass sich diese Lyrik weit von allen möglichen „Erstveröffentlichungen“ abhebt, die oft nicht mehr als selbstverliebte Tagebuchaufzeichnungen sind, die extrem verinnerlichte Jugendliche als „Gedichte“ verkaufen. Vielleicht ist es aber auch „nur“ die Abrechnung mit dem Christentum, das fast zweitausend Jahre alt ist und Herrn Manegold ganz offensichtlich ziemlich gegen den Strich geht, also auch unerschöpflicher Quell der Inspiration ist, denn eine gesundes Maß an Zorn und Wut scheint oft genug Grundlage seiner Lyrik zu sein. Zorn über das Abschlachten von Tieren, das Verlassenwerden und Auseinanderbrechen von Beziehungen, über die langsame, aber sichere Vernichtung der Welt. Aber auch ein gewisses Maß an Poesie treibt ihn an. Das Hinterherträumen der Kindheit, das Hineinträumen in die Welt einer Katze (gerade dieses Bild ist die perfekte Metapher für Manegolds Lyrik! Schön, elegant, aber vor allem stolz, eigensinnig und intelligent). Genauso, wie es den Zynismus in diesem Band gibt, den man an seinem Pamphlet „Ich war ein Gruftie“ so schätzte. Inhaltlich deckt dieser Gedichtband also ohne Übertreibung zweitausend Jahre Lyrik ab. Die Lyrik von Thomas Manegold ist spannend, unterhaltsam, bissig, ironisch, lyrisch, poetisch und vor allem immer handwerklich perfekt (man schaue sich nur die Haikus an. Das ist hohe, ganz hohe Kunst!). Diesen Lyrikband möchte ich allen Leuten widmen, die von sich selbst glauben, „Gedichte zu schreiben.“ Mit der Lyrik ist es wie mit dem „Magixx Musicmaker“. Bedienen kann ihn jeder, aber nur der wirkliche Künstler kann auch Musik, Songs und Emotionen damit erschaffen, während alle anderen gerade mal Klänge damit erzeugen können. Und Thomas Manegold ist in der Lyrik, was ein perfekter Komponist, Songwriter und Arrangeur in der Musik ist, der neben der emotionalen Ebene auch noch ein gesundes Maß an intelligenten Texten (engl. Lyrics!!) aufweisen kann.

TS


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