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ALLE REVIEWS :: Index: 'I' :: ICH WAR EIN G ....

ICH WAR EIN GRUFTIE

THOMAS MANEGOLD

EDITION PAPERONE

120 Seiten / EUR
Schon der Untertitel dieses Werkes gibt die Richtung vor. Ein Pamphlet.
Ein Pamphlet, eine Schmähschrift, das war, wie Hr. Manegold im Vorwort selber erklärt, eine Form der Literatur. Ein Pamphlet ist niemals objektiv, ein Pamphlet ist immer auch wütend, ein Pamphlet ist eine Ausdrucksform des (literarischen) Rebellen. Genau in dieser Tradition arbeitet sich Hr. Manegold Stück für Stück an allen Klischees entlang, die man gemeinhin der „Gruftiszene“ vorhält und die diese auch selbst immer wieder auslebt.
Es geht um „Depression“, „Drogen“, „Satan“ usw.
Ja es ist alles dabei.
Aber nichts davon ist an den Haaren herbeigezogen, zu tief steckt Thomas Manegold selbst in der Szene, als Macher, als Autor, als Veranstalter und nicht zuletzt als DJ des legendären „Top Act“ in Zapfendorf.
Inhaltlich fundiert wie eine Soziologie-Abschlussarbeit, mit dem Unterhaltungswert einer bissigen Kolumne, in der Form einer losen Autobiographie, schmettert uns der Autor seine Erkenntnisse, Gedanken, Schlussfolgerungen, Denkanstösse und Vorwürfe entgegen. Er rechnet nicht nur mit den Vorwürfen gegen die Szene ab, sondern vor allem auch mit den, von der Szene gern selbst beweihräucherten Eigenansichten und gibt der Szene damit etwas zurück, was sie in weiten Teilen, leider verloren hat. (Oder nie hatte?) Nämlich die Fähigkeit zur kritischen Selbstreflektion und damit Selbstironie.
Viele der von Manegold geäußerten Ansichten kann ich nur unterschreiben, die einzige Frage die ich mir stelle ist der Vermerk, dass sich sein Pamphlet auch an die „Eltern richtet.“ Gehört der 1968 im ehemaligen Osten geborene Autor, zumindest vom biologischen Alter her, nicht selbst zu der Elterngeneration, und zwar zu genau der, die sich weigert erwachsen zu werden und es den heutigen Jugendlichen somit so schwer macht, einen eigenen Weg zu finden?
„Ich war ein Gruftie“ ist auf jeden Fall ein Buch, das ich jedem, der sich auch nur ein wenig für die Szene interessiert oder sich ihr zugehörig fühlt, ans Herz legen möchte. Auch wenn viele Erkenntnisse, die man durch die Lektüre gewinnen kann, vielleicht sogar schmerzhaft sind, alleine der Unterhaltungswert von Manegold’s Formulierungen, macht es zu einem Highlight.


Thomas Sabottka


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