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ALLE REVIEWS :: Index: 'H' :: HELIUM VOLA

HELIUM VOLA

LIOD (71:23 min.)

CHROM / INDIGO
Der Meister hat wieder einmal in seinem schier unerschöpflichen Samplearchiv gegraben; hat seine Vorliebe für altdeutsche, lateinische Texte und mittelalterliche Liedstrukturen, mit eben jenen Samples, ein paar Harfen, Drehleier und Celloklängen verbunden. Dazu hat er, neben seiner musikalischen Partnerin Sabine Lutzenberger, eine Handvoll verlesener, exklusiver Sängerinnen und Sänger mit klassischer Herkunft um sich versammelt um das neue Werk "Liod" einzuspielen. Herausgekommen ist ein Album voller faszinierender Rhythmen und Songstrukturen, das eingängige Melodien mit experimentellen, elektronischen Elementen und klassischen Gesängen verbindet und sich so zu einem wahren Kunstwerk erhebt. Keine Musik für die Massen spielen Helium Vola. Genauso wenig wie man sie in die eine oder andere Sparte a la Mittelalter oder Ähnliches einordnen kann. Helium Vola das steht für kunstvoll ineinander verschachtelte Musikstücke, die neben einem gewissen Anteil an hörbaren Renaissance- und Barockanleihen, romantischer und frühmittelalterlicher Weisen, vor allem die Handschrift des Musikers und Komponisten Ernst Horn trägt. Wenn ihnen hin und wieder gar ein Tanzflächenknaller wie "Omnis Mundis Creatura" gelingt, (geschehen auf dem letzten Album) so ist dies eher ein Zufall als ein bewusstes Anbiedern an Trends. Am ehesten (wenn überhaupt) ist "Liod" in seiner kosequenten Vermischung von experimentellen, fast industriellen Sounds und klassischen Gesängen mit einem Album wie "Blood" von This Mortal Coil zu vergleichen. Wo das Geheimnis von Ernst Horn liegt, ist schwer zu ergründen. Ist es seine Fähigkeit, aus Samples, eingängige Melodien zu schaffen, die auf Grund der verwendeten Sounds immer ein Stück fremd, entrückt erscheinen und trotzdem noch genügend Potential besitzen sich in Ohren und Kopf festzusetzen? Ist es der fast intellektuelle Anspruch hinter den Stücken, die sie immer wieder von der Masse abheben? Ist es die Kunst, trotz oder gerade wegen diesem Anspruch, immer noch Musik zu erschaffen die weiterhin eingängig und konsumierbar bleibt ohne dass man Musikgeschichte studiert haben muss? Fakt ist, dass Ernst Horn ein verdammtes Genie ist. Dass er immer noch Songs und Sounds erschafft, die unverkennbar seine Handschrift tragen und sich trotz aller Ähnlichkeiten mit vergleichbaren Projekten, von diesen weit abheben. Dass Helium Vola die perfekteste Vermischung von klassischer, alter Musik und moderner Elektronik ist, die sich dem Hörer derzeit darbietet. Und dem der sich darauf einlässt, einen unvergleichlichen Hörgenuss verschafft, dem mühelos der Spagat zwischen Anspruch und Eingängigkeit gelingt. Ein faszinierendes, verstörendes, wunderschönes und geheimnisvolles Album das seine Zeit braucht. Wie ein alter, schwerer Rotwein, der sein Bukett erst nach dem Öffnen und Ruhen vollends entfaltet.
9/10 - TS


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