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ALLE REVIEWS :: MESHIAAK

MESHIAAK

MASK OF ALL MISERY (51:57 min.)

MASCOT / ROUGH TRADE
Modern Thrash (im weitesten Sinne verstanden) ist nicht eben das Genre der Stunde: die Urgesteine Machine Head sind experimentierfreudiger denn je; es gab früh One Hit-Wonder der Marke Dearly Beheaded; Shatter Messiah, ein Ableger größerer Bands, irrlichterten ebenfalls nur für kurze Zeit durch die Szene; Hoffnungsträger Enemy Of The Sun wie Lazarus AD verabschiedeten sich bereits früh, während die kreativen Taktgeber Nevermore und Grip Inc ebenso abrupt ihren Hut nehmen mussten. Aber obwohl John Dette mal wieder das Weite gesucht hat, lässt sich Dean Wells nicht unterkriegen und legt mit seinen Mitstreitern einen Nachfolger des bärenstarken Debuts "Alliance Of Thieves" nach. Offenbar findet hier auch Material Verwendung, das nicht mehr in das inzwischen deutlich gemäßigte Soundgewand seines eigentlichen Babys Teramaze passt, denn das atmosphärisch dichte "Bury The Bodies" schwitzt in jeder Pore den Spirit des Superalbums "Anhedonia", und auch "City Of Ghosts" verbindet dessen Riffherrlichkeit sowie Hookverliebtheit mit Dan Camilleris gebölkten 80ies-Verbeugungen. Allgemein wird der hymnische Anteil auf "Mask Of All Misery" in den Vordergrund gerückt, sodass Puristen ob solcher Eingängigkeiten wie den Hits "Tears That Burn The Son" oder "Face Of Stone" die Nase angewidert gegen die Wand moshen werden. Der Thrasher mag es nun mal, wenn sein blutiges Stück Metal um ein ausladendes Riff aus der Rippe geschnitten wird. "Godless" eben. Wells verschließt sich solchen Konventionen und experimentiert stattdessen mit Gitarrensalven abrupt in Gesangslinien überführenden Architekturen (das harte "Adrena" – und schon wieder dieser dolle Teramaze-Refrain...). Derart entsteht eine durchaus eigenständige Soundanatomie, in der aus jener Rippe die Blume der Melodie erwächst, und zwar mit reichlich Dünger angereichert. Das mögen manche cheesy finden, aber warum nicht nach der Schönheit im Hässlichen suchen? Und auch wenn Meshiaak dies in "Doves" mit deutlichen Sympathiebekundungen in Richtung charttauglichem amerikanischem Modern Metal tun, so hat man doch flugs eine Band, die plötzlich, wenn auch in der auf ihr eigenen Art und Weise, Nevermore sehr nahe steht. Natürlich ist "Mask Of All Misery" kein "Dead Heart In A Dead World" (und Camilleri kein Warrel Dane bzw. Wells kein Jeff Loomis), aber ein auf das Bündeln von Stärken ausgelegtes Album, welches Fans der Legende sowie solcher Acts wie Crown The Lost unbedingt antesten sollten, denn Songs wie "The Final Hour" wissen ohne effektheischendes Speedgebolze und/oder Gekeife dynamisch hintergründige Stimmungen aufzubauen, die nicht minder bedrohlich wirken und gleichzeitig die Kuh fliegen lassen. Ein Album für Freunde sich langsam entwickelnder Gefühlsexplosionen und darüber hinaus für solche, die nicht nur alte Klassiker wiederkäuendes Gedöns abfeiern. Wenn dir soviel Gutes widerfährt, ist das bestimmt keinen Asbach Uralt wert. Wo kämen wir da auch hin...
8,5/10 - PM.


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