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ALLE REVIEWS :: ANACRUSIS

ANACRUSIS

MANIC IMPRESSIONS (RE-RELASE) (76:16 min.)

METAL BLADE / SONY
Nach zwei durchaus guten Alben war es tatsächlich soweit. Auch wenn etwa Gitarrist Kevin Heidbreder bis heute die ersten beiden Alben favorisiert (wahrscheinlich weil ab hier Nardi die Zügel fest in der Hand hielt): Veto! Mit „Manic Impressions“ zeigten Anacrusis sich 1991 zum ersten Mal in der Lage, ihre überbordende Ideenwelt zu bändigen und authentische Thrash-Aggression mit alternativen Songstrukturen sowie Einflüssen aus anderen Genres durch perfekte Arrangements zu verknüpfen. Klang „Reason“ noch wie ein in der Streichholzschachtel gefangener Elefant, so tönt der Quantensprung „Manic Impressions“ in punkto Songwriting und spielerischer Klasse wie ein in den Weiten der kongolesischen Savanne selbstsicher dahin schreitender brünstiger Bulle. Bereits das genial verquere Eröffnungsriff des monumental-wahnwitzigen Openers „Paint A Picture“ jagt JEDEM Freund progressiver Thrashklänge eine wahrhaft elefantöse Gänsehaut über den Rücken – und unbeirrt spielt sich die Band anschließend stolz durch eine 60 Minuten andauernde Demonstration der Stärke. Das majestätische Riffing des Melodienwunders „Something Real,“ der Facettenreichtum des Bangers „Still Black,“ das grandiose New Model Army-Cover „I Love The World“ (die englische Sprache kennt das schöne Wort „haunting“…), mit dem Kenn Nardi endgültig seine Vorliebe für britischen Indie und Wave nach außen kehrte – weitere Klassiker aufzuzählen erübrigt sich ob der Klasse des Materials schlicht. Obwohl: darf ich auf die Breaks in „What You Became“ hinweisen, die das Wörtlein „zwingend“ neu definieren, vielleicht auch auf das völlig unterbewertete Alternative-Metal meets Progressive-Thrash Juwel „Explained Away“? Oder wie wär’s überhaupt mit der etwas in Vergessenheit geratenen B-Seite? Hier ist kaum eine schwache Note zu vernehmen, wertes Publikum! Im Verlauf des Albums zeigt sich endlich auch, welch tragende Rolle Bassist John Emery für den Bandsound spielte, und auch der von Kenn früh eingesetzte Schachzug, seine und Heidbreders Gitarren auf je eine Box zu verteilen, entfaltet hier erstmals seine volle Wirkung. Auch der neue Schlagzeuger Chad Smith (nein, Herr Rensen, NICHT der von den Chili Peppers…) zeigt sich den Anforderungen des Soundgebräus technisch spielend gewachsen. Hat man einen Durchlauf dieses Meilensteins hinter sich, denkt man nicht mehr viel. Schlagwörter blitzen auf: „genial, wundervoll, erhaben, eben wollte ich noch in der Nase bohren…“ Einziger kleiner Wermutstropfen: leider klingt der Sound diesmal zwar differenziert, aber auch wie der eingangs erwähnte gefangene Elefant – daher sah sich Nardi befleißigt, auf der Homepage eine zugegeben voluminösere, am heimischen PC remixte Version als Download zur Verfügung zu stellen, die für Fans allerdings wiederum gewöhnungsbedürftig klingt (die dort enthaltene interessante Version des „Screams And Whispers“-Hits „Tools Of Separation“ ist hier enthalten), ansonsten gibt es als Boni drei Demosongs aus den Albumsessions, die deshalb interessant sind, weil sie aufgrund des Klangbilds viel mehr nach herkömmlichem Thrash klingen als das Endprodukt. An der Tatsache, dass Anacrusis sich auf „Manic Impressions“ von ihren mannigfaltigen Einflüssen endgültig emanzipieren und schlicht eigenständig klingen, ändert dies freilich nichts. Klassikeralarm!
9,5/10 - PM.


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