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ALLE REVIEWS :: LIFE OF AGONY

LIFE OF AGONY

THE SOUND OF SCARS (40:52 min.)

NAPALM / UNIVERSAL
Ein Debütalbum wie "River Runs Red" kann zum Fluch werden ‒ Life Of Agony etwa können sich dem übergroßen Schatten dieses Klassikers gerade live nicht entziehen und werden für immer verdammt sein, Hits wie den Titeltrack, "This Time", "Underground" oder "Through And Through" zu intonieren. Songs aus dem neuen Jahrtausend will kaum jemand hören. Daher scheint es logisch, sei es nun aus Kalkül oder um die Geister auszutreiben, dass die Band sich nun auf das düstere Konzept ihres Bestsellers zurückbesinnt und dieses mit "The Sound Of Scars" zumindest textlich weiterspinnt. Die Hardcore-Grundierung ist natürlich weiter passé (in "Once Below" versucht man es hörbar krampfhaft), es handelt sich vielmehr um ein tendenziell hartes Alternative-Album (seit dem wunderbaren "Soul Searching Sun" eh Life Of Agonys Metier), dessen Songs hörbar auf das Nötigste reduziert wurden und mit Ausnahme des tatsächlich hörbaren Abschlusstracks "I Surrender" unter der Vier Minuten-Marke ins Ziel kommen. Das Nötigste sind in diesem Zusammenhang allerdings packende Riffs und ebensolche Refrains. Und diese gelingen Life Of Agony nicht. Von Beginn an wollen die krampfhaft ausgehärteten, simplen Riffs und Mina Caputos (unerklärlich leise abgemischten) Gesangslinien einfach nicht recht harmonieren; um nicht zu sagen: beide sind gleicherlei uninspiriert und unerklärlich gleichförmig (als Beispiel mögen "Black Heart" und das folgende "Lay Down" genügen). Trotz solcher Lichtblicke wie dem Refrain von "My Way Out" oder der Strophe von "Stone" bleibt einem ob der teilweise grotesk anmutenden Einfältigkeit, mit der die Band von anderen nachgeborenen Künstlern, die inzwischen aber so was von auf der kreativen Überholspur agieren, bereits hundertfach durchgedudelte Formeln ohne jedes Gespür für Dynamik nachgniedelt, die Spucke weg. Ich entscheide mich demnach dafür, hier von fehlgeleitetem Kalkül zu sprechen, denn dieses Album wird Life Of Agony mitnichten helfen, verlorenen Boden wieder gut zu machen. Und so wird das eingangs erwähnte Dilemma endgültig zum folgenschweren Komplex: war "River Runs Red" ein vor juveniler Schönheit strotzendes Erdbeben von globalem Ausmaß, so ist "The Sound Of Scars" eine stinklangweilige Bankrotterklärung einer anachronistischen, unbedingt berechenbar gewordenen Band (man höre sich das stinklangweilig vor sich hin dudelnde "Weight Of The World" an). Der Waschzettel spricht von Veteranen. Lassen wir das einfach so stehen.
5,5/10 - PM.


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