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ALLE REVIEWS :: LORD VICAR

LORD VICAR

THE BLACK POWDER (69:29 min.)

CHURCH WITHIN / ALIVE
Die spinnen, die Finnen, und eröffnen ihr neues Album mal eben mit einem Siebzehnminüter... Generation short attention span: sofort wegtreten! Der sehr geehrte Herr Kärki will offenbar selige Reverend Bizarre-Zeiten heraufbeschwören und reizt die eigenen Arrangementfähigkeiten sowie jene seiner Mitstreiter auf "The Black Powder" bis zum absoluten Anschlag aus. Jedoch setzt er dabei als Peter Gabriel-Fan mitnichten auf hypnotische Wiederholungen, vielmehr auf vielschichtige Instrumentierungen, Soundexperimente, Akustik-Breaks, unterschiedliche Stimmungen, und ja, auch auf spielerische Akzente. Doom-Prog mal anders, und mutiger als "Sulphur, Charcoal and Salpetre" kann ein Einstieg tatsächlich kaum sein. Aber belohnt die Band sich auch dafür, denn immerhin gilt es weitere gut 50 Minuten zu bestreiten? Für den Hörer ist "The Black Powder" jedenfalls ein düsterer Trip in die Dunkelheit der menschlichen Seele; Kärkis Promotion über die Kulturgeschichte des Stadionrock findet hier nachweislich keinen Nachhall, höchstens als Antithese. Chritte fungiert demnach auch weniger als Sänger, sondern muss seine Fähigkeiten als Geschichtenerzähler entfalten. Auch herkömmliche, sorgsam komponierte Riffstrukturen sind kaum auffindbar ("The Temple In The Bedrock" vielleicht?), vielmehr erscheint das Songmaterial spontan aus Jams entwickelt. Insgesamt entzieht sich dieses Album dem gängigen Vokabular des Rezensenten: "sperrig" ist es allemal, tiefgründig sowieso, ergo schwer greifbar und entsprechend enigmatisch. Ist der Intellekt mit Kärki hier durchgegangen, indem er ihm eingab, allein seinen Instinkten zu folgen? Irgendwie scheint es so, aber dies hieße, die eigentümliche Schönheit der Kompositionen zu überhören. Irgendwie beleben Lord Vicar mit "The Black Powder" den ursprünglichen Spirit Black Sabbaths, als diese noch keine eigentlichen Songs schrieben, und lassen sich dabei auch von keinem auf Konsumtauglichkeit bedachten Produzenten zügeln (dafür spricht auch das rein akustische "Nightmare"). Aber natürlich gibt es auch leichter verdauliches: "Levitation" sollte in Zukunft definitiv live ertönen (was bei anderen Stücken des Albums schwerverdaulich werden könnte), "Black Lines" nimmt den Hörer feste bei der Hand. Mit dem orchestral-abgepfiffen riffenden Zehnminüter "A Second Chance" (ha, kraftvolle Harmonien!) findet diese Reise schließlich ihr spannendes Ende, immerhin macht Chritte einen auf Aaron Stainthorpe! Ein von solcherlei Mut befeuertes Werk sollte in der Tat belohnt werden: Doomheads, greift zu, denn "The Black Powder" ist ein die Urständ des Genres ebenso ungeniert wie kompetent (Ausnahme: "Impact") feierndes Album, das mit einem gepfefferten und die angedeutete Spontaneität untermauernden "that´s it" ausklingt. Respekt!
8/10 - PM.


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