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ALLE REVIEWS :: TANITH

TANITH

IN ANOTHER TIME (44:00 min.)

METAL BLADE / SONY
"In Another Time" zeigt letztgültig auf, wie die letzte Ashbury von einer Band eingespielt in etwa hätte klingen können: organisch, spannend, episch, beseelt. All diese Attribute treffen auf Taniths erstes Album (2018 erschien eine flugs ausverkaufte EP mit zwei Songs, von der der fantastische Opener "Citadel [Galantia Pt. 1]" selbstredend recycelt werden musste) vollumfänglich zu: Wer seine Wishbone Ash und Blue Öyster Cult mit einem gehörigen Schuss NWOBHM angereichert liebt, wird die englisch-amerikanische Kollaboration umgehend ins Herz schließen. Natürlich kommt den Protagonisten dabei ihre geballte Erfahrung (und spielerische Klasse) zugute: Angetrieben von dem alle Verzerrungsgrade seiner Gitarren exzessiv auskostendenden Veteran Russ Tippins (Satan), dessen geschmackvolle und unfassbar gefühlvolle Leadharmonien im Verlauf von "Book Of Changes" durchaus auch mal ganz frühe Maiden hochleben lassen dürfen, ist das Zusammenspiel der Band schlicht traumwandlerisch und bietet auch Raum für die menschliche Komponente, sprich: kleinere Unsauberkeiten. Die absolut fantastische, voluminöse Produktion (hier lohnt wohl wirklich das Vinyl) ist entblößend unmittelbar (habe schon lange nicht mehr eine so wundervoll tönende Snare gehört), die Riffs umwerfend und ausreichend zupackend, die Songarchitekturen famos (man höre, wie das Riff von "Citadel" variiert wird), der Wechselgesang von Tippins und Bassistin Cindy Maynard (die Gesangslinie in "Wing Of The Owl", meine liebe Frau Gesangsverein...) betörend sowie mit ausreichend mystischer Aura ausgestattet (die herrliche, textlich mit einer Wordsworth-Variation eingeleitete Ballade "Eleven Years"; Southern Rock-Spitzen im Gitarrenbereich). Die um die fünf Minuten langen Songs werden ohne Eile entwickelt; so bleibt der Band ausreichend Gelegenheit, ihren Helden zu worshippen (interessant, wie sehr auch die Scorpions in letzter Zeit immer wieder in ihrer Tragweite erfasst werden: Break in "Cassini´s Deadly Plunge"), ohne dass "In Another Time" ins reine Epigonentum abdriftete. So gelangt auch ein zunächst unscheinbarer Hardrocker wie "Under The Stars" letztendlich zu einem kleinen Meisterstück, eben weil irgendjemand stets den rettenden Songwriting-Kniff auspackt. Zusammen mit Hällas (wir harren des Ende des Jahres erscheinenden neuen Albums) in diesem Retro-Subgenre wohl unantastbar ganz weit vorne. Also Leute: weiße Stiefel raus und zu "Mountain" (elefantösestes old school-Riff seit vielen Jahren!) sowas von steil gehen, dass der Nachbar gleich mit drei Kaltschalen zum Mitfeiern vorbeikommt! Die mit Abstand beste Scheibe in diesem Stil seit, und da sind wir wieder am Anfang der Rezension angelangt, Ashburys Debüt (sieht man ja schon am Cover...), und ein ausgemachtes, süchtig machendes Fest für Liebhaber handgemachter Musik, das sich qualitativ selbst vor "Argus" keineswegs verstecken muss. Dionysisch!
9,5/10 - PM.


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