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ALLE REVIEWS :: MAGIC CIRCLE

MAGIC CIRCLE

DEPARTED SOULS (38:28 min.)

20 BUCK SPIN / SOULFOOD
Mit "Journey Blind" hatten Magic Circle 2015 ein echtes Ausrufezeichen für Traditionsmetaller gesetzt. Jetzt dreht man die Uhr noch ein stückweit zurück und fährt mit deutlich gezügelter Verzerrung anstatt eines metallastigen einen Classic-Rock-Gitarrensound. 70ies also, nix mehr 80ies: die Grundkonstante im Sound der Bostoner bleibt dabei Black Sabbath. Anstatt weiter bei Priest und kauzigem Epic Metal zu wildern, hat man nunmehr jedoch im Proto Metal und testikelstarken Rock neue Jagdgründe erschlossen: das Grundriff von "Valley Of The Lepers" etwa klingt wie Ted Nugent auf Valium. Valium ist dabei leider ein gutes Stichwort; mein Review des Vorgängers schloss ich einst mit folgenden Worten: "Magic Circle sind keine begnadeten Songwriter, sie arrangieren ihre Songs stellenweise nicht einmal besonders geschickt, aber ihre ansteckende Unbekümmertheit und die schiere Güte der Riffs (die mitunter mächtig in die Nackenmuskeln fahren) sind schlicht ansteckend und beeindruckend." Ohne die erwähnte metallische Protonenbeschleunigung stehen die Songs auf "Departed Souls" naturgemäß deutlich nackter da und bedürften auch größerer songschreiberischer Kunst. Diese weisen Magic Circle leider noch immer nicht auf, zumal die Stimme Bredan Radigans, seien wir mal ehrlich, allenfalls in der B-Liga anzusiedeln und der neuen Belastung, die Songs stärker denn je tragen zu müssen, nicht gewachsen ist (die "sensationellen Hooklines", die ein anderer Rezensent ausgemacht hat, erschließen sich mir wahrlich nicht). Dies zeigt insbesondere sein missglückter Versuch, sich Robert Plant-Vibes anheischig zu machen ("A Day Will Dawn Without Nightmares"), wobei in diesem Song auch noch die Produktion Gesang und Instrumentalisierung eigentümlich aneinander vorbeisynchronisiert hat. Insbesondere dann, wenn man etwas an Fahrt aufnimmt (etwa im zweiten Teil von "Nightland"), packen die Ideen deutlich nachhaltiger, aber alles in allem kann auch die eine oder andere schöne Minute nicht darüber hinwegtäuschen, dass Magic Circle sich hier deutlich zu weit aus dem Fenster gelehnt haben. Die Psychedelic-Vibes von "Gone Again" langweilen z. B. dezent vor sich hin (und wurden von Orchid bereits deutlich zwingender eingefangen), und so beschließt "Hypnotized" endlich (!) ein Werk, auf dem sich die Songschreiber offenbar selbst eingelullt haben. "Departed Souls" transportiert sowohl musikalische Klasse als auch Emotionen nur sporadisch und steht daher auf einer Stufe mit (immerhin) der neuen Candlemass.
6,5/10 - PM.


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