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ALLE REVIEWS :: CANDLEMASS

CANDLEMASS

THE DOOR TO DOOM (48:44 min.)

NAPALM / UNIVERSAL
Ich muss gleich eingangs zugeben, dass ich der Rückkehr Johan Längquists deutlich skeptischer gegenüber stand als manch anderer Candlemass-Fan. Nein, die Gründe für den Sängerwechsel sind en detail nicht ersichtlich, und natürlich darf Leif Edling in seiner Band schalten und walten, wie es ihm beliebt, jedoch muss man dem für Längquist geschassten Mats Levén zugute halten, dass er letztendlich half, die Band während Edlings krankheitsbedingter Auszeit am Leben zu erhalten. M. E. ist er zudem ein fantastischer Sänger ("House Of Doom" erlaubt den direkten Vergleich zur EP. You decide...) und guter Frontmann. Aber egal, nun also der ultimative Schritt zurück zu "Epicus Doomicus..." als Eintrittspforte zum Untergang: gleich springt beim Durchschreiten der knallig-düstere Gitarrensound ins Ohr, der jedwede Hoffnung (die ich nicht teilte) auf ein reines old school-Album ad absurdum führt; die zum Teil recht grobschlächtigen, erstaunlich sludgigen Riffs werden mit unbarmherziger "From The 13th Sun"-Heaviness in die Gehörgänge gedrückt. So schält sich erst im Breakriff von "Under The Ocean" erstmals die einzigartige Handschrift des Duos Björkman/Johansson heraus, deren Skalpell diesmal nicht selten als lieblos zerklüftetes Hackebeil daherkommt. Diese Kombi reüssiert zum ersten Mal so richtig in "Astorolus" (die viel beschworenen, jedoch unspektakulären Iommi-Soli werden endlich von ausladenden Harmonien umschmeichelt ‒ und: singt hier wirklich NICHT der das fuckin´ Kopf bangende Messiah?), bevor "Bridge Of The Blind" Edlings Vorlieben für atmosphärische Deep Purple-Balladen in ein bandgemäßes Soundgewand presst. "Death´s Wheel" lebt ebenso wie "Black Trinity" von einem zwar effektheischenden, immerhin effektiven Riff, jedoch fungieren hier die Refrains jeweils als gähnend-langweilige Spaßbremse, zumal sich in diesem Bereich jüngere Bands inzwischen als effektivere Nackenmuskelbeschleuniger bewährt haben (Khemmis etc.). Außerdem sind an anderen Stellen einige Songideen hörbar nicht zu Ende gedacht (man höre das grotesk-abrupte fade out von "Under The Ocean"), wie überhaupt das ganze Album einen lieblos zusammengewürfelten, zerfahrenen Eindruck vermittelt, der die ausgetüftelten Songarchitekturen der späten 80er schmerzlich vermissen lässt. Ich habe es tatsächlich lange versucht, liebe Freunde der nach Weihrauch stinkenden Schildkröte, aber welcher Song soll hier annähernd Höchstnoten rechtfertigen, sprich: neben "Solitude", "At The Gallow´s End", "Mirror Mirror", "Where The Runes Still Speak", "Seven Silver Keys" oder "Of Stars And Smoke" bestehen? Wer auf traditionellen Doom steht, hat in den letzten Jahren nicht wenige Alben gehört (Dautha, Memory Garden, Pallbearer, Doomocracy, Black Oath, einstmals World Below, ganz zu schweigen von Sorcerer), die "The Door To Doom" deutlich in den Schatten stellen. Die Reaktion frisst ihre Eltern (und es ist ja auch nicht so, als hätte sich die Misere auf den letzten drei Alben nicht schon angedeutet)... Fazit: fanbereinigt, also ohne Wohlwollen, nicht mal gut. Wenn "The Door To Doom" es in der Anhängerschaft rückblickend in die Top 5 der Banddiskographie schafft, dürft ihr mir beim Besenfressen zuschauen.
6,5/10 - PM.


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