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ALLE REVIEWS :: ANTIMATTER

ANTIMATTER

BLACK MARKET ENLIGHTENMENT (55:33 min.)

MUSIC IN STONE / UK-IMPORT
Die Tiefe und Verzweiflung von "The Judas Table" hallen noch nach, aber Mick Moss ist unerbittlich: "The Third Arm" weist den Weg in ein weiteres die Untiefen der menschlichen Existenz ergründendes Album, das mit schwebenden Klangteppichen, spartanischen Elektrosounds und natürlich des Meisters ureigen sonorer Stimme immer wieder orgiastische Songstrukturen zelebriert. Selbstbewusster denn je hat sich Moss mitunter in den Vordergrund mischen lassen ("Wish I Was Here") und bietet so den Fährnissen des Lebens die Stirn. Wie wichtig ihm die Geschichte hinter "Black Market Enlightenment" ist, zeigt der mehrseitige, das Booklet dominierende Text, der das auf die Ursprünge des Psychedelic Rock der Endsechziger rekurrierende Textkonzept offenbart, das ein Füllhorn an poetischen Lyrics hervorgebracht hat ("Existential" ‒ auch musikalisch eine wahre Wucht). Wenig verwunderlich, dass gerade ein Syd Barret (wer die Mythen hinter "Wish You Were Here", live häufig von Antimatter gecovert, kennt, versteht die Reminiszenz) Moss ob seiner tiefen Wunden inspiriert hat. Seine Musik ist davon jedoch nur sekundär geprägt. Tatsächlich wuchert dieses (fantastisch transparent produzierte) Album zwar mit mannigfaltigen musikalischen Zitaten (wer seine Pink Floyd kennt, wird hier mit der Zunge schnalzen), ohne dabei jedoch die eigene Identität aufs Spiel zu setzen. Es geht um die Idee, den Geist durch Drogen für neue weltanschauliche Horizonte zu öffnen, die für Moss trotz der Fakten nicht gescheitert ist ("This Is Not Utopia"). Damit muss man nicht konform gehen, aber interessant ist, wie er sich dem Sujet nähert. Und wie immer wirkt seine Musik nach mehreren Durchläufen wie ein Halluzinogen, zeigt neue Perspektiven, verwundert und begeistert gerade deswegen durch ihre hintergründige Radikalität. Tatsächlich sind Antimatter hier nicht selten verwunderlich laut, die Nuancen werden im oberen Härtebereich erst bei genauerem Hinhören vernehmbar, es erklingen gar gezielt metallische Sequenzen ("Partners In Crime", "Sanctification" oder die Wundertüte "Between The Atoms"). Das einzige Manko ist dabei, dass sich die Kompositionen dynamisch manchmal zu sehr auf Leise-Lauter-Laut Schemata stützen, wodurch auch die melodischen Spitzen etwas auf der Strecke bleiben. Wer allerdings experimentelle, um die Ecke gedachte und schlicht mutige Musik häufiger auf seinem Einkaufszettel hat, sollte "Black Market Enlightenment" genau wie seine drei Vorgänger schleunigst eintüten. Hier ist wenig bis nichts von der Stange, sondern alles auf kreative Bedürfnisse geschneiderte Maßanfertigung. Vielmehr drängt ein Künstler langsam in Sphären, die bisher Katatonia vorbehalten schienen, denn Moss hat sich endgültig von Anathema emanzipiert. http://www.antimatteronline.com
9/10 - PM.


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