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ALLE REVIEWS :: Index: 'ALL' :: THRESHOLD

THRESHOLD

FOR THE JOURNEY (55:01 min.)

NUCLEAR BLAST /
Die ersten beiden Feststellungen zum neuen Album von THRESHOLD sind eher profaner Natur. Zuerst einmal ist es erfreulich, dass es diesmal nicht fünf Jahre gedauert hat, bis wir mit einem neuen Album der Briten beglückt werden. Natürlich dürfen wir dabei nicht den tragischen Tod von Andrew McDermott vergessen, der für immer ein unvergessener Teil von THRESHOLD sein wird. Mit der Rückkehr des alten und neuen Sängers Damian Wilson war klar, dass sich die Fans nicht großartig umgewöhnen müssen und dass es für THRESHOLD auch eine Zukunft geben wird. Mit "March Of Progress" haben die Briten vor zwei Jahren sicherlich mit ihr stärkstes Album, wenn nicht sogar das beste ihrer Karriere veröffentlicht. Hieran anzuknüpfen ist eine gewaltige Herausforderung und dürfte auch die zentrale Frage dieser Rezension sein. Doch vorher noch die zweite Feststellung, die sich rein auf die zwanzig Minuten kürzere Spielzeit im Vergleich zum Vorgänger bezieht. Wenn das der Preis für eine kürzere Wartezeit ist und das Album selbst Begeisterung entfacht, verkommt auch dieser Punkt zu einem unwesentlichen Detail.

Während sich die schreibende Zunft anscheinend gerne mit dem Thema auseinandersetzt, ob THRESHOLD immer noch für Prog stehen oder mittlerweile einen Genrewechsel vollzogen haben (ehrlich gesagt schert mich das keinen Deut, weil ich THRESHOLD für das liebe, was sie tun), habe ich dagegen schnell festgestellt, dass "For The Journey" musikalisch ein ziemlich anderes Album geworden ist, als ich es im Vergleich zu "March Of Progress" noch im Ohr habe. Zündet der Vorgänger eine Rakete nach der anderen und vermag sich fast mit jedem Stück auf Anhieb in die Gehörgänge zu fräsen, schlägt "For The Journey" gerne die leiseren Töne an und gibt den Stücken Zeit zum Atmen und zur Entfaltung. Die Konsequenz hieraus ist, dass die Scheibe insgesamt viel mehr Zeit und Raum benötigt, um sich in aller Pracht darbieten zu können. Liegt es daran, dass die Herrschaften älter und weiser geworden sind und nun ruhigere Töne anschlagen? Liegt es daran, dass "For The Journey" ein wesentlich persönlicheres Album geworden ist? Letztlich gibt der Titel des Albums einen Fingerzeig, geht es hier doch um die Reise des Lebens, wobei man sich inhaltlich mit Ehrlichkeit, Beharrlichkeit und Vergebung auseinandersetzt. Alles Themen, mit denen auch wir uns locker und ausführlich beschäftigen könnten und die nie an Aktualität verlieren.

Um dann doch noch mal einen kleinen Schlenker zu den Überlegungen zu machen, ob THRESHOLD immer noch Prog sind oder was auch immer, der darf sich dann gerne mal mit dem epischen Longtrack ‘The Box‘ auseinandersetzen. Hier zeigen sich die Briten von der Prog-igsten Seite und geben ein klares Signal in Richtung der Zweifler.

Wenn man bis hierher herausliest, dass "For The Journey" schon ein wenig komplex und leicht sperrig ist, dann gibt es aber auch ein Stück, das bei mir sofort gezündet hat und definitiv mein Lieblingssong des neuen Albums ist. Es handelt sich dabei um den Schlusstrack der regulären CD, nämlich ‘Siren Sky‘. Hier treffen sich Eingängigkeit, Dramatik und Leidenschaft in Form von Wilsons Gesang und formieren sich zu einem impulsiven, mitreißenden Gebilde.

Wie soll ich "For The Journey" schlussendlich beschreiben? Geerdet? Fokussiert auf das Wesentliche? Zumindest sind das die beiden Beschreibungen, die mir spontan dazu einfallen und wozu auch das Cover gut passt. Auf der Vorderseite ein brach liegendes Gleis, auf dem ein einsamer Wanderer seines Weges geht. Im Innenteil vermeintliche Dunkelheit, wobei das verbliebene Restlicht einen Wald und seine Bäume erahnen lässt. Wichtig ist dabei, dass man nicht aus den Augen verliert, dass wir hier über THRESHOLD sprechen, ganz gleich, wie man das Album musikalisch einordnet. Richtig ist, dass "For The Journey" kein Album geworden ist, das man mit dem Vorgänger vergleichen kann. Richtig ist auch, dass THRESHOLD ein solches Werk auch gar nicht machen wollten. Und ebenfalls richtig ist, dass ich einen solchen Nachfolger gar nicht erwartet habe und heute genauso begeistert von einem ganz anderen Album bin, wie ich vor rund zwei Jahren unendlich begeistert war von "March Of Progress".

Ach ja, zum Abschluss dann doch noch ein Statement zum Thema Prog. Ist es denn nicht auch progressiv, wenn man sich von Album zu Album deutlich anders definieren kann, ohne seine Trademarks abzulegen? Progressiver geht’s doch nicht, oder?
9/10 - RB.


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