Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

ALLE REVIEWS :: Index: 'I' :: IRON MAIDEN

IRON MAIDEN

THE FINAL FRONTIER (76:34 min.)

EMI / EMI
Maiden are back… Und ich kann nach den letzten Alben nicht eben sagen, dass ich drauf gewartet hätte. Wer mein „A Matter Of Life Death“-Review gelesen hat, weiß, was ich von der letzten Scheibe (die ich mit sieben Punkten noch knapp überbewertet habe) dieser einst Bahn brechenden Institution halte. Demnach legte ich das inzwischen vierte Post-Reunion Album in Erwartung eines Rohrkrepierers auf, und was soll ich lange um den heißen Brei herumreden: ich sollte selbst nach mehreren Durchläufen nicht enttäuscht werden. „Final Frontier“ kann man sich beim besten Willen nicht „schön hören.“ Maiden dünnscheißieren heutzutage mehr denn je von Steve Harris’ 70ies (Prog-)Helden inspirierte Sounds; den auf dem Albumsticker beschworenen „Metal at full blast“ sucht man aber auch so was von vergeblich – rockige, erdig „produzierte“ Sounds (mehr dazu unten) Sounds dominieren die Szenerie. Das von Adrian Smith „komponierte“ (ähem…) „futuristische“ Intro „Satellite 15“ entpuppt sich als vollkommen uninspiriertes, mit produktionstechnischen (getriggerte Drums, wow!) Nichtigkeiten aufgepepptes Pseudo-Prog Gedaddel, das schließlich in den unspektakulären Titeltrack (hier hätte man besser mehr Zeit ins Komponieren als Geld für’s dämliche Video investiert) übergeht, der wiederum im bereits allseits bekannten Grauen „El Dorado“ mündet. Wenn ich im neuen Rock Hard-Sonderheft lese, das jemand bei letzterem Song vor lauter Begeisterung nicht merkt, dass sein Auto einen Elch gerammt hat, dann frage ich mich, ob der Elch nicht in Gedenken an „2 Minutes To Midnight“ beim Hören des Songs freiwillig ins Auto gerannt ist („inspiriert“ von Harris’ grausigem Galoppel-Bass). Vielleicht hat aber auch ein Lappe aufgrund der Lärmbelästigung eines der wertvollen Tiere geopfert... Danach kopieren Maiden nun schon wiederholt gnadenlos „Brave New World“: „Mother of Mercy“ dudelt wie schon „These Colours Don’t Run“ das superbe „Ghost Of The Navigator“ nach ( „Coming Home“ orientiert sich indes am allseits gelobten „A Matter…“-Highlight „Out Of The Shadows“) – außerdem legt dieser Song die lieblose Produktion schonungslos offen, wechseln sich im Refrain doch offensichtlich First takes Dickinsons (der live noch immer beste Metalsänger klingt wiederholt wie ein eingefangenes Wildpferd – BITTE, mach’ mal wieder ’ne Soloscheibe, dann holt Roy Z auch mal wieder auf Konserve das Optimum aus Dir heraus, Mister Moneymaker!) mit hektisch zusammen geschnittener Flickschusterei ab. Mannomann, und für so ’nen Caveman gibt Harris seit Jahren Hunderttausende aus... „The Alchemist“ ist ein typischer, gewollt-eingängiger Gers-Langweiler, bevor Maiden im epischen, an 70ies-Prog Abfahrten anknüpfenden zweiten Teil des Albums wenigstens halbgar die Kurve kriegen – jedoch macht man selbst hier nicht vor schonungsloser Selbstkopie halt („Paschendale“ wurde allgemein abgefeiert, also warum nicht „Isle Of Avalon“ daran ausrichten? – den „frickeligen“ Mittelteil gibt’s übrigens seit ca. 1967 schon zwingender…). Hier knarzt’s aber endlich mal ein wenig im Gebälk („Starblind“), die Gesangslinien versprühen zumindest ein Iota an Eingängigkeit („Talisman“, „When The Wild Wind Blows“ – würde er doch bloß…). Aber bitte: wo ist die Inspiration, wo sind die großen Refrains, wo die mitsingbaren Gitarrensoli, wo die Eier? Es muss doch bei aller neuen Identität wenigstens Klasse und Drive haben! Das hier ist aber nach Polemik schreiendes Mittelmaß – würde ein Newcomer dieses Album veröffentlichen, so würde man die betreffende Band nicht wahrnehmen… Zugegeben, Maiden haben’s diesbezüglich natürlich besonders schwer, aber wie sollen diese Langweiler bitte neben „Hallowed Be Thy Name“, „The Trooper“, „Powerslave“, „The Evil That Men Do“ oder, meinetwegen ’ne Nummer kleiner, „Sign Of The Cross“ im Liveset bestehen? Keine Ahnung – ich prophezeie bei der kommenden Tour jedenfalls allgemeines Gähnen bei den Songs ab 2003. Tja, da hat „Flight 666“ der Band mal eben einen Bärendienst erwiesen, hat die Doku doch gezeigt, dass es die klassischen Maiden sind, die der Mob will und angesichts dieses Gedudels auch braucht… „Final Frontier“ jedenfalls hat noch nicht mal „No Prayer For The Dying“-Niveau und ist somit in etwa so klassisch wie die beiden „A Real Live…“-Alben. Wer gut produzierten klassischen Metal mit Attitüde will, der holt sich die neue Grand Magus oder meinetwegen Accept. „The Final Frontier“ gibt’s dagegen demnächst vom lokalen Apotheker als kostenlose Unterstützung für wirksame Schlaftabletten. Entsetzte fünfeinhalb Zähler.

(Ich hätte es vielleicht weniger drastisch ausgedrückt ;-) und einen weiteren Zähler herausgerückt, bin als Maiden-Fanatiker im Grunde genommen allerdings ebenfalls enttäuscht. Von der besten und größten Metal-Band aller Zeiten muss man mehr erwarten können als einige gute Momente, mehere Rohrkrepierer (z.B. Track 1 und 2) und viel (standardisierte und lasche) Selbstkopie. Das beste Dickinson MKII Album bleibt somit - mit Abstand - "Brave New World". Ich glaube ich leg´ mal wieder die göttlichen LPs 1 - 7 komplett und nacheinander auf. Das wird ein Fest... - CL)
5,5/10 - PM (Gastautor)


[ Zurück zum Index: 'I' ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler