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ALLE REVIEWS :: Index: 'H' :: HEATHEN

HEATHEN

THE EVOLUTION OF CHAOS (68:34 min.)

MASCOT / ROUGH TRADE
Man hat trotz diverser Festival-Auftritte der Bay Area-Veteranen und Kritikerlieblinge gar nicht mehr zu hoffen gewagt, dass Lee Altus den ungeduldig in der Box sich aufbäumenden Rassehengst „The Evolution Of Chaos“ von der Leine lassen würde. Endlich ist es soweit, und nichts von der Kraft dieses edlen Vollblüters ist sinnlos verpufft. Jacob Hansen hat Heathen schließlich doch noch einen angesichts der legendären Klampfenpower der Heiden standesgemäßen, brachialen Gitarrensound gezaubert (der Drumsound gemahnt gewaltig an Volbeat…), und so können wir nunmehr ungetrübt eines der ersten großen Highlights der neuen Dekade genießen. Angesichts der kompositorischen Klasse Heathens (an die auch die beiden neuen Mitstreiter Kragen Lum und Jon Torres nahtlos anknüpfen – übrigens wandelt auch Ex-Axtmann Doug Piercy noch auf heathenesken Pfaden, hört mal auf seiner Myspace-Seite rein) war nach den gut 18 Jahren, die seit „Victims Of Deception“ ins Land gezogen sind, zu erwarten, dass „The Evolution Of Chaos“ ein gut abgehangener Thrash-Braten werden würde. Aber die Scheibe klingt derart frisch und hungrig, dass auch das eine oder andere schön blutig gebratene Stück aus den Boxen trieft (hier treibt die Begeisterung selbst einen eingefleischten – ha – Vegetarier zu karnivoren Metaphern) – High Class-Thrasher wie das von einem elefantösen Break gekrönte „Dying Season“ (läuft wie „Arrows of Agony“ und „Silent Nothingness“ bei Fans bereits seit dem 2005er Demo in heavy rotation), „Fade Away“ (hier zeigt Altus seinem neuen Spezi Gary Holt, dass auch er Exodus-Riffs komponieren kann) oder die garstige Torres-Komposition „Bloodkult“ ziehen all jenen, die Heathen bereits aufs Abstellgleis einbiegen sahen, nicht nur einen Zahn. So tight und brutal klang noch nicht einmal „Mercy Is No Virtue“ – Massaker auf dem Stuhl von Dr. med. dent. Altus; hier wird gebohrt, geschliffen, gesägt, dass sich die Wurzeln biegen! Dazu kommen edle, die epische Seite der Band betonende Perlen wie das von David White (verewigt sich eh mit einer tollen Leistung und lesenswerten Texten) mit einem schönen Hook gesegnete „Control By Chaos“, der packende Longtrack „No Stone Unturned“ (klingt im knackigen Bangerstoff bietenden Schlussteil wie „Hallowed Be Thy Name“ auf Speed) oder das zwischen einem jeweils balladesken Beginn und Ende mächtig Fahrt aufnehmende „Red Tears Of Disgrace.“ Mit den warmen Gitarrenharmonien in „A Hero’s Welcome“ verbeugt sich Altus tief vor Phil Lynott (auf „Recovered“ hatte man sich ja bereits an „Holy War“ versucht) und fügt dem Album so einen weiteren interessanten Farbtupfer hinzu, auch wenn der Song aufgrund der unspektakulären Strophe etwas abfällt. Dennoch pendelten Heathen nie zuvor derart gekonnt zwischen purer Raserei, zwingendem Midtempo und balladesken Parts; diese werden wie gehabt mit Soli und Harmonien der Marke „besonders wertvoll“ end veredelt. Es ist müßig zu spekulieren, wo die Band wohl stünde, wenn diese Scheibe 15 Jahre eher auf den Markt gekommen wäre – denn „Evolution Of Chaos“ wird alle, die ein offenes Ohr investieren, von den ersten Tönen des ausgeweiteten „Dying Season“-Intros in ihren Bann ziehen, sodass Heathen nun eben verspätet die verdienten Lorbeeren ernten werden – bleibt bloß zu hoffen, dass die ursprünglich für März angedachte Europatour nicht allzu lange auf sich warten lässt. Das letzte Jahr begann mit der triumphalen Rückkehr von Artillery, das neue mit dem nicht minder beeindruckenden Heathen-Comeback, das sich hoffentlich zu einem veritablen Siegeszug ausweitet. Thrasherherz, was willst Du mehr? Hier gehst Du nämlich ganz weit auf… http://www.myspace.com/heathenmetal
9/10 - PM (Gastautor)


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