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ALLE REVIEWS :: Index: 'I' :: INGRIMM

INGRIMM

TODGEWEIHT (44:32 min.)

BLACK BARDS / ALIVE
Es ist schon erstaunlich wie sich die Mittelalterrockszene in den letzten Jahren entwickelt hat. Subway to Sally und In Extremo spielen recht erfolgreich vor Stefan Raabs Millionenpublikum, die Zuschauerzahlen auf den Festivals und Konzerten steigen enorm und so spielten In Extremo nicht umsonst in deutlich grösseren Hallen auf ihrer letzten Tournee. Und wie ich erschrocken feststellen musste, lief neulich eine Popversion von Subway to Sallys „Eisblumen“ während einer kurzen Pause auf N-TV (!!!). Kein Wunder also, dass inzwischen viele mehr oder weniger talentierte Bands versuchen auf den Zug aufzuspringen um ein Stück von dem Kuchen abzubekommen und eigentlich nur den Stil kopieren, den Bands wie Subway to Sally, In Extremo oder auch Schandmaul im Laufe der Jahre aufgebaut haben. Ingrimm ist da zum Glück eine sehr positive Ausnahme, denn was die vier Regensburger hier auf ihren zweiten Album abliefern hat nicht so viel mit dem zu tun, was man von den typischen Mittelalterrock-Vertretern gewohnt ist. Zum einen gehen Ingrimm deutlich härter zu Gange als ein Grossteil der anderen Bands aus diesem Genre ohne dabei aber zu extrem rüberzukommen. Knallharte Gitarrenriffs und recht häufige Doublebass-Einsätze prägen das musikalische Bild von Ingrimm genauso, wie es auf der anderen Seite der Einsatz von Dudelsack und Drehleier machen und somit für einen guten Ausgleich und passende Melodien. So haben Lieder wie „Krieger“, „Vogelfrei“ oder „Todgeweiht“ trotz ihres rauen Charakters einen gewissen Charme und nach mehrmaligen Hören gewinnen diese Lieder auch durchaus einen Ohrwurmcharakter, was vor allem an der gut klingenden mittelalterlichen Instrumentierung liegt, die sowohl an alten Weisen als auch an selbst geschriebenen Melodien angelehnt ist. Mit „Der letzte Tanz“ und „Teufelsweib“ hat man auch mindestens zwei Songs mit einem gewissen Hitpotential dabei. Gerade „Teufelsweib“ wirkt mit seinem treibenden Rhythmus und der Melodie sehr tanzbar und sollte eigentlich der gesamten Zielgruppe gefallen. Aussetzer gibt es auf der CD keine zu vermelden. Zwar ist nicht jeder Song ein Volltreffer, aber die Band schafft es ein insgesamt hohes Niveau über die komplette Spielzeit der CD zu halten und immer wieder ein paar Ausrufezeichen zu setzten So z.B. auch mit „Rot“, einem recht starken Song, der alleine schon wegen seiner Thematik herausragt. Es geht in diesem Song über die Problematik einer Bordelinesyndromerkrankung. Insgesamt ein wirklich interessantes und starkes Album, das eine gute Alternative zu den leider heute sehr glatt polierten CDs der meisten Mittelalterbands ist. Ingrimm setzen mit ihrer härter angelegten Version des Mittelaltermetals ein gutes Gegengewicht dazu. Und wer sich trotz aller Härte auf dieses Album einlässt, entdeckt eine wirklich gute und interessante Band, von der wir in Zukunft hoffentlich noch öfter hören werden.
8,5/10 - TE


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