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ALLE REVIEWS :: Index: 'I' :: INGRIMM

INGRIMM

IHR SOLLT BRENNEN (47:15 min.)

BLACK BARDS / ALIVE
Ein paar Sackpfeifen, ´ne Drehleier, heavy Elemente…ach ja, der allseits bekannte Mittelalter-Metal, wer kennt ihn nicht… Heutzutage ist es wirklich schwer, noch was Neues zu finden oder seinen eigenen Stil zu kreieren. Dass es dennoch einige schaffen, zeigen die vielen Newcomer, deren CD´s jedes Jahr auf den Markt kommen. Zu besagten gehören auch die Regensburger „Ingrimm“, und dass die ehemals „Igni et Ferro“ getaufte Formation zu den Meistern ihres Handwerks zählen, beweisen u.a. geplante Gigs mit den Apokalyptischen Reitern, Adorned Brood oder auf dem Hörnerfest. Die um 2004/05 ausgearbeiteten Stücke stammen von Stephan Zandt, Dudler Hardy untermalt die Metalwalzen mit feinen mittelalterlichen Melodien.
Schon „Sag mir nicht“ dürfte jedem eingefleischten Mittelalter-Metaller gefallen. Dieser (im Verhältnis zu den anderen Stücken) eher ältere Track ist geprägt von rasanten Drumkicks und fetten Gitarren, und doch mit flotten Dudelsackmelodien verziert. Stephan wandelt gesangtechnisch zwischen bösen BlackMetal-Gegrolle, Rockröhre und cleanem Gesang, was den Songs zusätzlich Ausdruckskraft verleiht.
Mit einem ungeradem 7/8- Takt, dem bewährten Kontrast zwischen protzigem Gitarrengeballer, zartem Sackpfeifengedudel und einer fröhlich-beschwingten Melodie wartet „Ihr sollt brennen“, gleich gefolgt von „Der Sturm“. Die teils echt ausgeklügelten Textphrasen greifen die Kirche an, und nachdem man anfangs schon richtig böse gegrollt hat, wird fett weitergerockt. Der bittere Refrain ist mehrstimmig, und das gibt „Sturm“ noch zusätzliche Würze. Mein persönlicher Favorit!
Mit „Spielmann“ und „Vagantenlied“ gibt es nun wieder Gute-Laune-Refrains. Letztgenannter Song ist eine groovige Art Wanderlied, das so richtig Lust macht, selbst Stiefel und Stock auszupacken. Auch hier bewährt sich wieder das Schema: echte Härte meets satte, verspielte Mittelalterklänge.
Humor beweisen Ingrimm dann auch noch... „Wolf“ fängt ruhig und nachdenklich an, ein Hauch von Romantik klingt mit, da ballern Drums und fette Gitarrenwände knallen einen heftigen Tempowechseln daher. Und dabei singt Stephan mit derartiger Inbrunst, dass er ein Werwolf ist und grad seine Liebste verdrückt hat, dass man ihn fast schon bemitleidet. Wieder wird Stephans Gesang im Refrain von Unterstimmen begleitet, was den Song vollkommen macht.
In „Rattenstadt“ singt man schließlich nicht mehr aus Sicht eines Wolfes, nein, jetzt schaut man ein paar Etagen tiefer auf die Welt, nämlich als Ratte. Der Track ist fast schon hymnenartig.
Um dann noch auf das wichtigste zu kommen, liefert man mit „Skudrinka“ ein handfestes Sauflied ab. Dieser nordische Partykracher ist dann auch so ziemlich die einzige überlieferte Melodie auf „Ihr sollt brennen“.
Letztenendes sind auf der Scheibe mit „Dein Meister“ und „Lumpenpack“ zwei böse, düstere Rocker. Hier leiht Gastsänger Matthias „Womml“ Wimmer dem ganzen seine Stimme. „Lumpenpack“ ist ein zorniger, wütender Song über Ausgestoßene, der nur so aus den Boxen kracht. Also volle Lautstärke aufdrehen und moshen!!!
Zur glorreich gelungenen Abrundung stellen Ingrimm schließlich doch noch eine Ballade á la Wikingerbeerdigung unter die fetten Rocker. „Letzte Reise“ beginnt mit Flöten, Akustikgitarren und Meeresrauschen, der Eindruck von ferner Romantik und einem leisen Abschied erwacht. Ohne Frage, so was sollten Ingrimm öfters einbauen!
Kurzum: hier treffen kompromisslose Riffs auf filigrane Mittelaltermelodien, gnadenlose Härte trifft auf detailverliebte Verspieltheit. Zusätzlich jede Menge Musik, die Lust auf Party machen und Feger, die zum Wutrauslassen geradezu perfekt sind. Das macht Ingrimm aus! Dass es sich hier um ein Debüt handelt, ist sowieso kaum zu glauben! Zweifelsohne, die Szene ist um eine Spitzenmittelalter-Metalband reicher!
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