Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

ALLE REVIEWS :: Index: 'I' :: IN VAIN

IN VAIN

THE LATTER RAIN (65:04 min.)

INDIE RECORDINGS / SOULFOOD
Die Norweger In Vain sind nicht einfach nur eine Black Metal Band, sondern haben eine etwas ungewöhnliche Form dieses Genres entwickelt. Überraschend bereits die außergewöhnlich lange Spielzeit mit über einer Stunde, die schon fast progressive Züge in sich trägt. Womit wir bereits beim ersten Stichpunkt sind, denn der Rückschluss aus der Spielzeit manifestiert sich tatsächlich im musikalischen Ergebnis. Nach einer Fanfareneinleitung entfaltet sich mit ’In The Midnight Hour’ ein wandlungsreicher und quasi genreübergreifender Song, der einerseits die für Black Metal typische Brachialität sowie den auch im Death Metal gerne dargebotenen Düstergesang hat, progressive Songstrukturen und Varianten beinhaltet und mit clean Gesang in einer ruhigen Passage eingebettet endet. Fast zehn Minuten wird hier ein abwechslungsreiches Feuerwerk entfacht, dass in dieser Kombination sicherlich für einige offene Münder sorgen wird. Ordentlich aufs Tempo drückt ’Det Rakner’, dem man starke Keys sowie als Kontrast cleane Chorpassagen verpasst hat. Ähnlich geht ’October’s Monody’ ab, wobei man dieses Stück im letzten Drittel aus dem bedrohlich-düsteren Klangbild besänftigend runtergleiten und auspendeln lässt. Wenn Regen plätschert, kann das nur eine Einleitung für einen düster anmutenden Song sein. Im Midtempo und epischer Aufmachung kommt ’Their Spirits Ride With The Wind’ fast schleppend und walzenförmig daher und mündet stark aufbrausend in ’I Total Triumf’, begleitend von stakkatoartigen Drums und dumpf-heiseren Gesang. Doch In Vain wären nicht In Vain, wenn sie hier nicht auch wieder mit einer stilistischen Besonderheit aufwarten würden, wobei man diesmal eine Saxophon-Einlage gewählt hat. Was die Promohülle noch verschweigt ist Song Nummer sieben, namentlich ’The Titan’, ein heiser gegrowlter Düsterling, wieder bedrohlich schleppend mit melodischer Melodienführung. Wieder mal zeigt sich, dass sich das Trio nicht nur im Songwriting sowie bei den Arrangements bestens auskennt, sondern man den Instrumenten auch den passenden Rahmen gibt. Die Drums haben genügend Druck und geben den Songs so den bedrohlichen Unterton und schaffen eine Atmosphäre, dass einem das Gruseln kommen kann. Schnell und forcierend geht ’As I Wither’ nach vorne, die Drums treiben den Song zusätzlich an und lassen sich im letzten Drittel in ein melodisches Gitarrensoli fallen, ehe sie den Schluss wieder forcierend einleiten. ’Morning Sun’ ist ein akustisches Kurzweil und fällt aggressiv in den Schlusstrack ’Sorgenfri’, der brachial das Album abschließt, ohne auf den melodischen Part verzichten zu wollen.
Im Ergebnis kann ich mit der Bezeichnung Progressive Extreme Metal gut leben, wobei die extreme Komponente zwar vorhanden ist, aber nur eine begleitende denn eine tragende Rolle spielt. Für die hartgesottenen Black Metaller ist „The Latter Rain“ sicherlich mit zu vielen cleanen Gesangspassagen und progressiven Songstrukturen sowie Instrumenten versehen. Wer verschiedenen Genre aufgeschlossen ist und den typischen Black Metal Einheitsbrei satt hat, ist mit dem Debüt der Norweger, die sich dafür zwanzig Gastmusiker und einige Gastsänger ins Studio geholt haben, bestens bedient und wird an der Scheibe lange Freude haben, denn Langeweile wird auch bei Dauerrotation so schnell nicht aufkommen.
9,5/10 - RB


[ Zurück zum Index: 'I' ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler