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MAGAZIN :: CREA

CREA
Was lange währt wird endlich gut
Die Welt ist klein und das Leben hält immer wieder Überraschungen für uns bereit. Oder wie sonst ist es zu erklären, dass man zufällig seinen "brother from another mother" im Schweden-Urlaub kennenlernt und jener vier Jahre später ein großartiges Album mit seiner Band veröffentlicht, zu dem man ihn dann interviewen darf?!
Aber der Reihe nach: Wir schreiben das Jahr 2014 und ich begegne an einem Strand in Südschweden einem langhaarigen Wikinger. Wir unterhalten uns lange und entdecken dabei unsere gemeinsame Liebe für die Musik. Seither sind wir befreundet, treffen uns, wenn ich mal wieder in Schweden bin und halten Kontakt über Facebook. Sein Name ist Peter Gren und seine Band heißt CREA, gegründet 1989. Trotz diverser Eigenproduktionen und Samplerbeiträgen hat man außerhalb Schwedens nur wenig von CREA gehört, vielleicht auch weil die Truppe zwischenzeitlich u.a. wegen einer schweren Erkrankung ihres (ehemaligen) Keyboarders Tomas eine längere Pause einlegen musste.
Wir springen ins Jahr 2018: Durch Zufall lernt man den Studiobesitzer und Produzenten Roy Lundberg kennen. Lundberg hat gerade ein neues Schlagzeug in seinem Studio Connect aufgebaut und sucht nach einer Band für Probeaufnahmen mit dem neuen Kit. Aus den geplanten ein oder zwei Tracks wird schließlich ein ganzes Album, so dass CREA nach 30 Jahren endlich ihr offizielles Debütalbum "Dwarves & Penguins" präsentieren können. Solche Geschichten schreibt nur das Leben und genau diese inspirieren den eingangs erwähnten Peter Gren, seines Zeichens Gitarrist, Sänger und Hauptsongwriter von CREA, zu seinen Texten. Bei "Dwarves & Penguins" handelt es sich nämlich um ein Konzeptalbum über das Menschsein mit all seinen Facetten, vor allem seinen düsteren. So lauert hinter dem wohl eingängigsten Song des Albums (´Shattered Vision´) beispielsweise die Geschichte eines jungen Paares, das sich eine eigene Farm kauft, damit jedoch völlig überfordert ist und schließlich so verzweifelt, dass der Mann sich in der Scheune erhängt. Oder ´Walk Into Bright Light´, das die Story eines Mannes erzählt, der im Job alles erreicht, darüber aber seine Familie verliert. Auch der Albumtitel "Dwarves & Penguins" ist von diesem Leitmotiv bestimmt, denn sowohl Pinguine als auch Zwerge legen zutiefst menschliches Verhalten an den Tag, indem sie sich hier in einer epischen Schlacht bekriegen. Dabei ist Keyboarder Anders Karlsson mit dem Cover ein wahrer Geniestreich gelungen: Ein Pinguin und ein Zwerg sitzen sich an einer reich gedeckten Tafel gegenüber und verspeisen menschliche Körperteile. Ein Artwork, das aus dem PhotoShop-generierten Einerlei nicht nur durch seine Morbidität angenehm heraussticht. Der Zwerg ist übrigens Anders` Sohn, der mit seinem langen, grauen Bart nicht wieder zu erkennen ist.

Der fragil-emotionale Art Rock von CREA passt einfach perfekt zu diesen Geschichten über menschliche Dramen und Peter Gren, der auch sonst viel und gerne kommunziert, sieht sich selbst als Geschichtenerzähler, dem man einfach gerne zuhört, weil seine Geschichten geistreich und intelligent sind. Musikalisch liegen seine Einflüsse beim britischen Prog Rock der Siebziger (Genesis, Pink Floyd) und dem Neo Prog der Achtziger (Marillion, IQ), aber auch im fernen Kanada (Rush, Saga). Wie lange Peter bereits mit seiner Rhythmusgruppe zusammenspielt offenbart sich in einem blinden Verständnis mit Sonny Johansson (Drums) und Nicke Bjerke (Bass). Vor allem bei den beiden kurzen Instrumentalstücken ´The Mar(s)ch Of The Penguins´ und ´The Mar(s)ch Of The Dwarves´ ist das Zusammenspiel arschtight. Witzige Randbemerkung: Bei den beiden Titeln hat sich aus Versehen ein ´s´ eingeschlichen, was nun korrigiert wurde und die Erstauflage der CD zu einem echten Sammlerstück machen dürfte, bevor das Album nun offiziell von Sound Pollution (Sony Music) vertrieben wird.

In unserem zweistündigen Gespräch, in dem es natürlich auch viel um private Dinge abseits der Musik geht, sagt Peter immer wieder, dass er sich manchmal kneifen müsse, um sicher zu stellen, dass all dies kein Traum ist. Diese Art von Bodenständigkeit wünscht man so manchem Newcomer, der viel zu früh in den Genuss eines Plattenvertrags gekommen ist. Einer über Jahrzehnte gewachsenen, eingeschworenen Gemeinschaft wie CREA wünscht man einfach nur den verdienten Erfolg, also kauft "Dwarves & Penguins" und besucht die Jungs auf ihrer Facebook-Seite.
http://www.facebook.com/Creaprogressiverock/
AF.


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