Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

MAGAZIN :: MIRROR OF DEC ....

MIRROR OF DECEPTION
Momente puren Glücks
Es gibt sie noch, die Momente puren Glücks, da der Musikkonsument ergriffen zuhause sitzt und sein Glück kaum fassen kann. Mich erfasste eine solch emotionale Flut beim Hören des neuen Mirror Of Deception-Monuments "The Estuary", ein Album, in dem sich die Seele des ursprünglichen Doom Metal zu einem großen Feuerwerk vereint. Obliveon kontaktierte folgerichtig Jochen Fopp, seines Zeichens eine der wichtigsten Figuren der deutschen Doomszene, denn bekanntlich ist er nicht nur Gitarrist Mirrors, sondern auch einer der Organisatoren des legendären (dieses inflationär gebrauchte Wort passt hier endlich mal) und viel zu früh verflossenen Doom Shall Rise-Festivals.
Jochen, viel Wasser ist die Fils hinunter geflossen seit "A Smouldering Fire". Erzähl doch mal, was eine schwäbische Doom-Undergroundband acht Jahre lang so treibt. Dessisch doch fad!

>> Kreative Pausen, Mitgliederschwund, die Suche nach neuen Mitstreitern, Zusammenwachsen, Konzerte spielen, neue Stücke schreiben, an diesen feilen und letztlich die Aufnahmen, sowie das Leben an sich haben ihre Zeit gebraucht. Wir waren nicht ganz so untätig, wie es scheinen mag, wenn man den Blick nur auf die Veröffentlichungsdaten derTonträger richtet. <<

Wie haltet Ihr überhaupt nach all den Jahren noch die Motivation aufrecht, nicht nur Musik zu schreiben, sondern sie auch aufzunehmen und die Produktion, den Vertrieb, die Pressearbeit komplett in die eigene Hand zu nehmen? Ein Label unterstützt Euch diesmal bekanntlich nicht.

>> Einfache Antwort: weil uns immer noch etwas einfällt, wir uns gut verstehen und Bock darauf haben. Da unser bisheriges Label Cyclone Empire derzeit nicht aktiv ist und wir nach unseren eigenen Vorstellungen und Zeitplänen arbeiten wollten, haben wir uns entschlossen, dieses Mal alles selbst in die Hand zu nehmen. Obwohl es Angebote anderer Labels gab. <<

Hat der Wechsel Eurer Rhythmusfraktion etwas an Eurer Herangehensweise geändert? Oder halten Siffi und Du dafür die Zügel zu fest in der Hand?

>> Natürlich tragen auch die neuen Stücke unsere Handschrift, da wir beiden Urmitglieder eben die Gitarristen und Stimme sind. Jedoch waren wir stets eine Band, bei der jeder etwas Wichtiges beisteuert. Unser Bassist Hans hat zum Teil komplette Songs angebracht, die dann im Proberaum ausgearbeitet und fertiggestellt wurden. Das Album klingt, wie es klingt, weil genau diese vier Leute gemeinsam daran gearbeitet haben. Zudem wurde unser Produzent Michelle Darkness während der Aufnahmen quasi zum fünften Bandmitglied und hat hier und da auch noch wichtige Anregungen geliefert. Er kennt uns beinahe seit Tag 1 und hat mit seiner Vorstellung, wie Mirror of Deception zu klingen haben ganz entscheidend zum Endergebnis beigetragen. <<

Was mich immer wieder erstaunt, ist Eure Eigenständigkeit. Ihr seid eine Band, die man inzwischen als Referenz in anderen Reviews nennt. Bei Euch klingen für mich zwar sporadisch Referenzen an etwa Warning durch, aber eigentlich seid Ihr durch Euren z. B. sehr perkussiven rhythmischen Ansatz wirklich einzigartig. War dies all die Jahre eines Eurer künstlerischen Ziele, oder geschieht so etwas natürlich im Laufe der Zeit?

>> Danke. So etwas lässt sich nicht planen oder am Reißbrett entwerfen. Es ist einfach eine gewisse Chemie, die sich mit der Zeit entwickelt und weiter wächst. Wir sind natürlich ebenfalls von vielen anderen Bands beeinflusst. Mal mehr, mal weniger offensichtlich. Allerdings wollten wir nie eine Coverband sein. <<
Du weißt, was ich von "The Estuary" halte. Wie ordnest Du selbst das Album in Eurer Diskographie ein?

>> Ganz unten in derVeröffentlichungsliste, als jüngste und neueste Momentaufnahme. Eine wirkliche Einordnung können wir wohl erst mit deutlich mehr Abstand vornehmen. In gewisser Weise fühlt es sich allerdings wie ein Neuanfang an, wie seinerzeit das “Foregone“- Album.<<

Hat der Albumtitel eine tiefer gehende Bedeutung? Nicht wenige "prophets of doom and gloom" sehen die Menschheit am Scheideweg, und der Geist scheint heute tatsächlich immer seltener über Grenzen zu schweifen. Man bleibt zumindest intellektuell lieber an Land, als die Weiten des Meeres zu ergründen.

>> Interessante Betrachtungsweise. Meine Idee war das Spannungsfeld aus alt und neu. Der Fluss bringt neues Wasser und Leben in das “alte“ Meer. Alles fließt ineinander, vermischt sich. Schliesslich verdunstet es und speist als Regen wiederum den Fluss. Letztlich also doch ein ewiger Kreislauf. Zudem sind wir mit diesem doch eher hexenfernen Ansatz nochmal ganz knapp um die Verwendung psychedelischer Kupferstiche als Cover herumgekommen. Das Artwork wurde von Oliver Merkle gestaltet, dem einen oder anderen sicher auch als Kirk Kerker von End of Green bekannt. <<

In "To Dust" widmet Ihr Euch textlich offenbar dem Islam (oder Islamismus?). Welche Herangehensweise hattet Ihr an dieses heutzutage sehr sensible Thema?

>> Es handelt sich hierbei mitnichten um ein aktuelles politisches Statement, sondern um einen Song, der von der “Geschichte von dem Gespensterschiff“ des jung verstorbenen schwäbischen Dichters Wilhelm Hauff (1802-1827) inspiriert wurde. Die Geschichte ist an die Legende vom fliegenden Holländer angelehnt, allerdings im Orient angesiedelt. <<

Ist "Immortal" eigentlich, wie ich in meiner Rezension behaupte, selbstreflexiv, eine Art selbstbewusster Rückblick auf das Schaffen MoDs?

>> Auch das ist eine interessante Deutung. Es handelt sich jedoch vielmehr um einen Tribut an ein viel zu früh gegangenes Familienmitglied. <<
Vor Eurem letzten Auftritt beim ´Hammer Of Doom´ steckte mir ein Besucher folgende These und duldete anschließend keinen Widerspruch: "Deutsche Bands können einfach keinen Doom!" Diese Meinung scheint mir recht weitverbreitet. Was sagst Du als "Betroffener" und Experte dazu?

>> Es gibt ja den altbekannten Spruch vom Propheten im eigenen Land. Jeder hat seine Vorlieben. Mir persönlich gefällt beispielsweise finnischsprachiger Reggae mittlerweile besser als der aus Jamaika. <<

Wie beurteilst Du denn allgemein die Entwicklung der Doomszene im Laufe der letzten Jahre? Vieles scheint mir von kleinen Hypes und Gimmicks überlagert: Retro, Pickelhauben und Roben, okkulte Mystik...

>> Um ehrlich zu sein: ich habe mich in den letzten Jahren nicht allzu intensiv mit dem Geschehen in der Doom-Szene befasst. Zum einen, um den Kopf frei zu bekommen und mit frischen Ohren an neue Songs heranzugehen. Zudem ist der Doom bei mir mittlerweile eh in der DNA verankert. Es gibt eine ganze Menge fantastischer Bands – alte wie auch neue. Allerdings habe ich auch den Eindruck, dass es mittlerweile viel Monokultur im Doom gibt und sich musikalisch, thematisch, konzeptionell und auch visuell in Sachen Artwork vieles ähnelt. <<

Noch was ganz anderes: Was treibt denn Dein DSR-Mitstreiter Frank heute so den lieben Tag?

>> Er ist seit vielen Jahren beim Online-Magazin http://www.vampster.com aktiv. Ansonsten hat ihn natürlich auch der Alltag mit Familie, Job und Haustieren in Beschlag. <<

Herzlichen Dank und alles Gute für die Zukunft!

>> Wir danken und hoffentlich auf bald! <<
Patrick Müller
http://www.mirrorofdeception.com


[ Zurück zum Index ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler