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MAGAZIN :: Roine Stolt´s ....

Roine Stolt´s THE FLOWER KING´s & SPOCK´S BEARD
InsideOut feiert 25-jähriges Labelbestehen und zwei Wegbegleiter des Labels feiern gerne mit. Mit SPOCK’S BEARD treffe ich auf eine Band, die ich bereits öfter Live gesehen habe, während es sich mit THE FLOWER KING’S in der Vergangenheit einfach nicht ergeben hat. Auf dieser Tour, der für Roine Stolt´s The Flower King´s der europäische Teil der Tour ist und mit den Bärten bespielt wird, ist der Auftritt in der Bochumer Zeche der einzige in Deutschland und für das Ruhrgebiet, wie ich finde, eine ganz besondere Ehre. Die Zeche ist natürlich der ideale Ort für zwei so exquisite Prog-Bands, wobei auch Schweden und die USA musikalisch an einen Ort zusammengefasst werden. Ja, ich gerate ins Schwärmen anlässlich dieses Tour-Paketes, also schwenke ich mal direkt um und schalte in den Auftritt der beiden Protagonisten.
SPOCK´S BEARD
THE FLOWER KING´S

Zeche Bochum

04.12.2018
Im Gegensatz zu den Bärten ist Roine Stolt bereits länger unterwegs, denn vorgelagert zur Europa-Tour absolvierte er bereits sechs Auftritte auf der Südamerika-Tour. Der heutige Auftritt ist also schon Auftritt Nummer zehn, wobei sechs weitere noch ausstehen. Mitgebracht hat er Hasse Fröberg & Jonas Reingold sowie zwei noch etwas jüngere Musiker-Freunde, nämlich Zach Kamins am Keyboard und Mirko DiMaio an den Drums. Roine schwärmt von seinen Kollegen und auch ich bin mir ziemlich sicher, dass seine Mitstreiter hier einen fantastischen Job abliefern werden. Auch Roine hat ein neues Album am Start, denn „Manifesto Of An Alchemist“ ist erst vor knapp zwei Wochen erschienen und Roine freut sich bestimmt wie ein Schneekönig, uns Songs vom neuen Album spielen zu können. Im nächsten Jahr kann auch Roine mit seiner Band 25-jähriges Bandbestehen feiern, aber auch 24 Jahre sind ein gutes Argument für eine Party. Und am besten feiert man natürlich mit einem Live-Auftritt!
Wenn man sich Roine auf der Bühne so anschaut, wird man ihn nicht unbedingt als Party-Biest identifizieren. Seriös und hochkonzentriert wirkend spielt er seine Gitarre und singt seine Parts. Die typischen Rock-Posen sind nicht sein Ding, stattdessen arbeitet er mit leichten Verbiegungen im Oberkörper und mit leidenschaftlichem Gitarrenspiel. Seinen Mitstreitern räumt er selbstredend reichlich Platz ein, um sich dem Publikum zu präsentieren. Am aktivsten wirkt dabei noch Hasse Fröberg, nicht nur wegen seiner Gesangsparts. Der Gitarrist und Sänger ist so etwas wie der Aktivposten auf der Bühne, ständig in Bewegung und mit Tamburin und Rassel bewaffnet steter Mittelpunkt. Jonas gehört auch eher zu den Musikern, die eher dezent ihre Arbeit verrichten, wobei man ihm den Spaß, den er dabei hat, ansieht. Ein weiterer Aktivposten ist Mirko hinter den Drums, auch wenn er eine gute Zeit lang mit dem Ton hadert, denn auf seinen Kopfhörern kommt wohl nichts oder zu wenig an. Trotz dieser Herausforderung ist Mirko stets präsent und man merkt ihm bei seinem Spiel nicht an, dass er mit kleinen Problemen zu kämpfen hat. Der letzte Musiker im Bunde ist Zach, der irgendwie wie ein Student der 50er Jahre wirkt. In Samba-Turnschuhen von Adidas, Jeans, Karo-Hemd und Brille gekleidet ist er jenseits von modischen Anwandlungen, aber Retro ist ja auch wieder chic. Sein Part an drei Keyboards fordert stets seinen Einsatz, so dass auch Zack hochkonzentriert seine Tasteninstrumente bedient und so gut wie keine Pause hat.
Obwohl FloKi nur mit vier Songs auf der Setlist auskommen, ist sich Roine hinsichtlich der Reihenfolge nicht ganz sicher und prescht mit ‘There Is More To This World‘ vor und bemerkt seinen Fehler sogleich. Aushelfen darf dann Hasse, der aber zur Belustigung des Publikums bei der Ansage auch noch einen Blick auf den Zettel werfen muss. Der 75 Minuten dauernde Auftritt wird vom Publikum sehr gut mit Applaus bedacht, wobei das den Auftritt abschließende ‘Stardust We Are‘ seine größte Wirkung entfaltet und von der Band episch zelebriert wird. Nein, die Spielzeit ist definitiv zu kurz und die Stücke teilweise inhaltsreich und zu lang, um die Setlist in dieser Spielzeit auszuweiten. Einen neuen Song hat uns Roine nicht mitgebracht, aber sehen wir das mal positiv, denn dies ist ein guter Grund, bei Gelegenheit noch einmal vorbeizuschauen.

Setlist Roine Stolt’s THE FLOWER KING‘S:
In The Eyes Of The World
The Truth Will Set You Free
There Is More To This World
Stardust We Are
Wie oben bereits erwähnt sind die Amis von SPOCK’S BEARD auf den europäischen Teil des Tourzugs von Roine Stolt aufgestiegen und machen heute Rast in der Bochumer Zeche. Sie treten auch mit einem neuen Album an, denn mit im Gepäck haben sie den neusten Langdreher „Noise Floor“, von dem die Zuschauer heute sicherlich einige Kostproben zu hören bekommen. Mit an Bord haben die Amis den SAGA-Drummer Mike Thorne, denn Nick D´Virgilio stand nur für die Aufnahmen zum neuen Album zur Verfügung. Die Amis können ihr 25-jähriges Bandbestehen bei uns nachfeiern, denn letztes Jahr war das große Bandjubiläum und mit THE FLOWER KINGS kommt man dieses Jahr auf stattliche 50 Jahre und hat hoffentlich mehr als ein „Grundrauschen“ im Gepäck.
Mit dem Auftakt, wofür man passenderweise den Opener des neuen Albums gewählt hat, erfährt man direkt, wohin die Reise geht. Die Musiker sind spielfreudig und entfalten eine Dynamik auf der Bühne, die sich unmittelbar auf das Publikum überträgt. Ryo macht seine Dönekes, während er beidhändig seine beiden Tasteninstrumente spielt. Mit seiner Jacke und der Brille sieht er wie immer megacool aus und behält diese Coolness auch, als ihm irgendwann wärmer wird und er seine Jacke aussieht. Vor der Bühne dürfte sein Sohn dabei sein, der er auf dieser Tour mitgenommen hat. Immer wieder zückt er sein Handy, um Papa und die Band zu filmen. Der zweite coole Typ ist unbestritten Alan Morse, der ebenfalls mit stylisch-dunkler Brille agil auf der Bühne arbeitet, auch mal die andere Seite besucht und bis zum Publikum vorgeht. Seine Gitarrenarbeit bekommt an einigen Stellen auch den verdienten Einzelapplaus. Dave Meros ist der dezent im Hintergrund agierende Musiker, lediglich sein hawaiiähnliches Outfit bringt zusätzlich Farbe auf die Bühne und sorgt für ein optisches Hervorstechen. SAGA-Drummer Mike scheint einen eigenen Fanclub dabei zu haben, denn einige Besucher sind im 40-Jahre-SAGA-Jubiläums-T-Shirt angetreten und machen sich entsprechend bemerkbar. Mike hat sichtlich Spaß in den Backen und legt eine absolute Glanzleistung an den Drums hin. Und Ted ist halt Ted. Auch wenn er anfänglich ein wenig Zeit braucht, um sich einzugrooven, ist er ab ‘In The Mouth Of Madness‘ voll da und präsentiert sich als Sänger, Gitarrist und Tastenmann. Das Zusammenspiel der Band ist perfekt und mitreißend, der Applaus zwischen den Songs ein deutliches Zeichen für die Begeisterung, die im Publikum herrscht. Vor dem letzten Song macht sich Ted noch ein wenig lustig über das übliche Gehabe der Zugabe und bringt damit belustigt zum Ausdruck, dass wir uns einfach denken, dass die Band einmal von der Bühne runtergegangen ist, um für die Zugabe noch mal zurückzukommen. Und mit ‘Go The Way You Go‘ endet auch der Auftritt von SPOCK’S BEARD nach 75 Minuten Spielzeit und ich glaube, die Bärte haben mir am heutigen Abend rosa Bäckchen verpasst, derart begeistert bin ich.
Setlist SPOCK’S BEARD:
To Breathe Another Day
Beware Of Darkness
In The Mouth Of Madness
Something Very Strange
Thoughts - Part II
She Is Everything
Skeletons At The Feast
One So Wise
Walking On The Wind
Go The Way You Go


Nach einer kurzen Info von Ted kommen auch schon Roine und seine Mitstreiter auf die Bühne, um dem Publikum noch ein kleines Abschiedsstück zu kredenzen. Dabei werden auch teilweise die Rollen vertauscht, den Ryo übernimmt die Drums, während Mike sich mit der Rassel begnügt. Die beiden Bassisten spielen gemeinsam ein Instrument, Dave am Hals und Jonas an den Bünden. Dabei stimmen die Jungs ‘Hey Jude‘ von den Beatles an und die ganze Halle hat Spaß und singt mit. Aus vielen Kehlen wird das Lied mitgesungen und die Band zelebriert eine Art Party mit dem Publikum.

Encore:
Hey Jude (THE BEATLES)

Nach einer gemeinsamen Verabschiedung der Musiker, viel Applaus vom Publikum und dem sich anschließenden Publikumskontakt mit Selfies und Co. gibt es bei mir noch ein Abschiedsbierchen und ein absolut positives Fazit. Das Konzert hat die Zuschauer verzückt, unbestritten. Ich habe einige sehr begeisterte Stimmen gehört und kann das nur bestätigen. Dazu noch eine lustige Begebenheit am Merch-Stand. Auf meine Frage hin, wie sich die Japan-Pressung von „Noise Floor“ vom regulären Digi unterscheidet war die Antwort „Die Japan-Version ist ausverkauft“. Alles klar. Zu guter letzt dann noch die Anmerkung, dass der Sound absolut hervorragend war, hier also noch mal das separate Lob an die Technik, das zum großartigen Gelingen an diesem Abend beigetragen hat.
Robert Buder - Pics: Robert Buder


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