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MAGAZIN :: LORD VIGO

LORD VIGO
Obey the Lord, so Doom shall rise!
Ein Interview mit LORD VIGO-Sänger Vinz Clortho ist immer eine witzige Angelegenheit und ufert in der Regel in völligen Blödsinn aus. Diesmal wollte ich das Ganze von Anfang an etwas seriöser angehen, ohne allerdings zu wissen, dass aus Spaß wirklich Ernst werden würde....
Hey Vinz, Glückwunsch zu eurem neuen Album! Wie zufrieden seid ihr mit den ersten Reaktionen auf "Six Must Die"?

Danke! Ja, also was ich so bisher gelesen haben hört sich mal alles recht positiv an. Auch die Rückmeldungen von Fans sind durchweg positiv. Nur leider ist es natürlich unendlich schwer sich gegen die Flut der Veröffentlichungen, die teilweise hohe Werbebudgets besitzen, abzuheben und der etwas breiteren Masse ins Auge zu fallen. Lord Vigo ist dafür auch gar nicht ausgelegt bzw. wir legen es nicht darauf an. Absatzzahlen bekommen wir eh nie zu hören und von daher hab ich keine Ahnung wie die Verkäufe des Albums gestartet sind.

Und wie glücklich seid ihr selbst mit dem Album, nachdem ihr nun etwas Abstand dazu habt?

Ja, man ist ja irgendwie nie so komplett zufrieden und hört hier und da noch Stellen, die man vielleicht hätte sauberer mischen oder einspielen können aber ich denke das Ergebnis kann sich sehen und hören lassen. Wir haben den Sound allgemein etwas geändert und wollten nicht, dass es genau wie „Blackborne Souls“ klingt. Ich denke, das ist uns gelungen und wir sind auch da einen Schritt nach vorne gegangen. Stillstand finde ich furchtbar, ich will nicht drei mal das gleiche Album aufnehmen. VOIVOD sind da große Vorbilder, ebenso RUSH. Natürlich scheiden sie dich Geister an den verschiedenen Phasen der Band, aber ich finde so etwas spitze und auch nötig um kreativ zu bleiben. Die Komfortzone muss verlassen werden, um weiter zu kommen. Auf Nummer Sicher gehen ist der die Schritt in die Beliebigkeit. Manchmal im Leben braucht es eine Veränderung. Konfuzius hat gesprochen…..(lacht!)

Welchen Einfluss hatten eure Auftritte im Fünfer-Line-Up, mit Zuul und Murray The Mantis, auf "Six Must Die"? Ich könnte mir vorstellen, dass ihr euch gerade in euren Anfangstagen als Trio schon beim Songwriting gefragt habt, wie ihr die Songs zu dritt umsetzen könnt. Diese Schere im Kopf dürfte heutzutage keine Rolle mehr spielen.

Naja, so richtig haben wir damals auch nicht drüber nachgedacht, wie und ob wir das live so umsetzen können. Mittlerweile hat sich halt die Konstellation mit fünf Musikern herausgebildet, da es anders nicht umsetzbar wäre. Nur eine Gitarre funktioniert nicht und wenn ich gleichzeitig singe und trommle sieht das einfach nix aus. Beim neuen Material haben wir eigentlich gar keine Rücksicht auf die Liveumsetzung genommen, da das die Kreativität hemmen würde. Das Drumset hatte 9 Toms und die waren alle in Gebrauch, da ist es klar, dass das so live schwierig wird, da man eh immer auf dem Drumset spielt, dass gerade da steht. Aber unsere Songs auf der Platte sind für die Ewigkeit, die Liveumsetzung muss man dann halt kreativ gestalten. Aber bis auf so Kleinigkeiten ist alles live spielbar. Ich glaube aber der Drumtechniker von Neil Peart ist frei, vielleicht kommt er für ne warme Wurst und ein Glas Cola mit zu unseren Gigs und schraubt die Toms dran. (lacht!)

Bestimmt! Damit wäre der Drumsound abgefrühstückt. Kommen wir zu den sechs Saiten, denn im Gitarrenbereich nehme ich starke Einflüsse aus dem Classic Rock wahr. Haben Volguus und Tony zuviel Wishbone Ash vor den Aufnahmen gehört?

Ja, ich glaube in der Tat war die oben genannte Band ein Quell der Inspiration für die Beiden. Ich selbst kenne sehr wenig Material der Band. ich spiele ja aber auch keine Twin-Leads (grinst). Unser Sound hat ganz klar einen Classic Rock-Einschlag, aber das war auch so angedacht bzw. hat sich so ergeben und wurde einfach dann ein Teil des Sounds. Das hatte schon beim Titletrack von „Blackborne Souls“ angefangen und wurde jetzt konsequent weiterentwickelt. Kann gut sein, dass das jetzt ein ständiger Teil des LORD VIGO-Sounds wird. Wie oder was die neuen Songs werden ist momentan noch nicht klar, somit kann ich da leider noch keine Vorschau geben. Ich persönlich würde gerne den mehrstimmigen Gesang und den US Metal-Einschlag mehr in den Sound mit einbinden.
Das klingt als würde LORD VIGO demnächst noch interessanter und vielschichtiger klingen. Da du für die Texte verantwortlich bist, nehme ich an, dass die Idee für das "The Fog"-Konzept auf deinem Mist gewachsen ist oder hatte Volguus als Carpenter-Fanboy seine Finger im Spiel?

Die Texte sind aus meiner Feder, aber das Konzept zu „Six Must Die“ stammt von Volguus. Ich selbst kannte den Film zwar, aber war nicht wirklich tief in der Materie drin. Um die Lyrics des Songs einigermaßen passend zum Film anzulegen hatte ich mir „The Fog“ nochmals zu Gemüte geführt und dann mit einer kurzen schriftlichen Zusammenfassung gearbeitet. Es sollte ja gerade in dem Song so ein wenig der Film nacherzählt werden und das geht natürlich nur wenn man sich auch an die Handlung des Films hält. Ich glaube das ist uns auch gelungen. Natürlich scheiden sich die Geister immer an einem Track der 13 Minuten lang ist, aber das war einfach notwendig. In fünf Minuten kann man das Konzept nicht umsetzen.

Ich finde, das ist euch hervorragend geglückt. Alle Filmzitate im Titelstück von Profis nachsprechen zu lassen muss ein kleines Vermögen gekostet haben....

So wirklich kostspielig war die Sache glaube ich nicht. Volguus war dafür verantwortlich aber da es immer noch ne warme Mahlzeit im Hause Zildrohar gibt, kann es nicht so teuer gewesen sein (grinst dreckig). LORD VIGO ist eh eine recht sparsame Band, eher aus der Not geboren, weil die Band eh immer pleite ist. Das Schicksal der brotlosen Kunst. (Das Grinsen wird immer breiter.)

Das ließe sich ändern, denn "Doom Shall Rise" ist mein Lieblingsstück auf der Platte und für mich schon jetzt die Doom-Hymne des Jahres. Warum schreibt ihr nicht nur solche Hits, dann würde übermorgen schon niemand mehr über GHOST sprechen?

Hmm, wenn das der Kardinal Dingsbums (Anm.: Er meint den GHOST-Frontmann.) hört fällt ihm glatt die Schminke aus dem Gesicht. Es ist natürlich leichter gesagt als getan so einen Song zu schreiben. Wir haben da auch keine besondere Vorgehensweise oder geheime Formel um einen Hit zu schreiben und selbst wenn, wen würde das interessieren? Schau dir mal die Klickzahlen von dem Video zu „Doom Shall Rise“ an. Ghost haben das in 10 Minuten, was wir in nem viertel Jahr verbuchen. Qualität ist die eine Seite, bringt dir aber nicht viel, wenn man z.B. sieht was „Trallala“- Metal-Bands, mit ihren blödsinnigen Songs für eine Reichweite haben. Die haben wir nicht mal ansatzweise.

Wie kamt ihr auf Markus Vesper als Coverkünstler? Ihr habt nicht zufällig mein Interview mit ihm für den Streetcleaner gelesen und habt dann beschlossen ihn zu engagieren?

Das war die Idee von Volguus. Ich denke das Cover ist richtig super geworden. Die Farbgebung erinnert mich etwas an „Angel Rat“ von VOIVOD, was beiläufig bemerkt ein Weltklasse Album ist. Ich kann dir nicht genau sagen, ob dein Interview da eine Rolle gespielt hat, aber ich denke die zwei kannten sich etwas aus dem Deaf Forever Forum. Volguus hatte da die Idee eine Szene aus dem Film nachzustellen die so nicht zu sehen war. Markus hatte dann ein grobe Vorlage am Rechner erstellt und das Endergebnis spricht für sich, denke ich. Unser neues Logo stammt übrigens von Karmazid, der für die Covers der letzten zwei Alben verantwortlich war.
Bei dem geilen Cover liegt es auf der Hand, dass das Album auch auf Vinyl veröffentlicht wird. Wie wichtig ist die gute alte LP für euch persönlich und eure Zielgruppe?

Ich denke Vinyl ist ein Medium für jemanden, der Musik nicht nur konsumieren, sondern wertschätzen will. Das ist eigentlich genau unsere Zielgruppe, da wir selbst so sind und keine Musik machen wollen, die man beiläufig beim Saufabend mit zwei Promille auflegt. Natürlich hat die CD immer noch ihre absolute Berechtigung, genau so wie digitale Downloads, aber „Vinyl is the real deal“. Es gibt das Teil übrigens in normal schwarz oder in so einem Purple Splatter Vinyl. Das Splatter Vinyl gibt’s glaub ich 100 Mal.

Ich weiß, dass du einen zeitintensiven Job und Familie hast. Die anderen Jungs werden ähnlich busy sein. Wie schafft ihr es trotzdem in so kurzer Zeit solch aufwändige Produktionen zu stemmen?

Naja da wir in meinem Studio proben, ist es zeitlich nicht so angespannt bzw. man kann die Teile gleich richtig aufnehmen und muss dann nicht an einem Tag fünf Songs einspielen, weil einem die Zeit im Rücken sitzt. Ich denke auch ein Jahr für neun neue Songs sind jetzt nicht gerade wenig Zeit. Momentan ruht LORD VIGO aber, da Tony eine Auszeit wollte. Wie es weiter geht kann ich also nicht sagen.


Oh, das ist aber keine gute Nachricht! Hättest du dir überhaupt jemals träumen lassen, mit LORD VIGO den Underground so aufzumischen, auf den einschlägigen Szene-Festivals zu spielen und zumindest Teilzeit-Rockstar zu sein?

Naja, ich komme mir so weit entfernt vom Rockstar vor wie der 1.FC Kaiserslautern von seiner fünften deutschen Meisterschaft! (lacht laut!) Realistisch betrachtet sind wir meist der Opener und die Anfragen für weitere Gigs halten sich stark in Grenzen. Laut dem aktuellen Review im Deaf Forever spielen wir zwar in der ersten Liga, aber ich merke davon nichts. Wir kommen halt leider nicht aus Nordamerika und ich kann keine Tour spielen, weil ich dafür keine Liveband habe. Wie gesagt, ich hab keine Ahnung wie es weiter geht.

Wie lauten eure Pläne für die endgültige Weltherrschaft und LORD-Obedience?

Ich würde jetzt sagen 42, aber habe keine Ahnung, ob das der Sache dienlich wäre (lacht!).
Was bleibt uns anderes übrig, als Material zu schreiben und zu hoffen, dass es mal einen Schritt nach vorne geht. Man kann halt nicht anders und macht immer weiter.

Auch wenn Vinz sich anscheinend nicht den Humor nehmen lässt, so hört man schon heraus, dass die Zeichen im Hause LORD VIGO, trotz des großartigen neuen Albums, nicht gerade auf Sturm stehen. Ein Grund mehr, die Band weiter zu unterstützen. In diesem Sinne: ÖBEY THE LÖRD!
http://www.facebook.com/LordVigo666/
Alex Fähnrich


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