Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

MAGAZIN :: GERMAN SWORDB ....

GERMAN SWORDBROTHERS FESTIVAL, 24.02.2018, LÜNEN - LÜKAZ


LÜNEN - LÜKAZ

24.02.2018
Am Samstag, den 24.02.2018, öffneten sich die Tore des Lüner Jugend- & Freizeitzentrums ´Lükaz´ wieder einmal für die durchaus auch aus weiterer Entfernung angereisten Metal-Fans. Und diese kamen zahlreich zum schon etablierten Swordbrothers-Festival, welches einige Hochkaräter als auch hoffnungsvolle Undergroundler im Billig hatte. (SBr)

Unsere gemischte Ostwestfalen- & Ruhrpottfraktion sammelte sich zunächst einmal in privater Runde, um sich bei einem Bier auf das Festival einzustimmen. Die gesellige Runde und der Austausch von Tonträgern führten dazu, dass wir den Großteil des Openers HAMMER KING verpassten. Ausgehend von den letzten drei Songs des Auftritts bewiesen die Rheinland-Pfälzer allerdings, dass es sich im Fahrwasser von Tralala-Truppen wie Freedom Call nicht ganz so übel fischt. Die Jungs machten ordentlich Stimmung und beförderten sich selbst während des Gigs völlig Ernst-befreit quasi vom King („I Am The King“) zum Hammer King („I am The Hammer King“). Völlig unbeeindruckt sämtlicher lyrischer und musikalischer Klischees nahm das schon zahlreich anwesende Publikum die Band aber gut auf und ließ sich ordentlich einheizen. Fazit: Kein Anwärter auf den Metal-Thron, aber akzeptabler Nachwuchs für die Hammerfall-Fraktion. (SBr)

Nächster im Ring waren die Franzosen HÜRLEMENT, die mittlerweile schon auf drei Alben zurückblicken dürfen und mir von einer Rezension als richtig gute Heavy-Metal-Truppe mit Vorliebe für gelungene Melodien im Gedächtnis geblieben waren. So stellte sich das Quartett auch dar. Melodieverliebter, speediger, tendenziell NWoBHM-beeinflusster Heavy Metal, der mit seiner Mixtur aus frühen britischen (NWoBHM), teutonischen (Running Wild, Gravestone, Brainfever) als auch französischen Anklängen (ADX, Sortilege) zu überzeugen wusste. Auch wenn der französische Gesang nicht bei allen auf Gegenliebe stieß und speziell die Musiker-Fraktion im Publikum den Gitarristen wenig überzeugend fand, so waren sich doch alle einig, dass der Sänger dieses Manko mit seiner Performance deutlich verblassen ließ. Daumen nach oben für die aus den Nachwuchsschuhen herausgewachsenen Hürlement. (SBr)
Mit THEM folgte für nicht wenige Zuschauer der erste Höhepunkt des Abends, konnte die internationale Kapelle rund um Sänger und Bandleader Troy Norr doch mit ihrer 2016er EP „Fear Them“ mehr als einen Überraschungserfolg verbuchen. Mit dem 2017er Full-Length „Sweet Hollow“ ist es der Band dann gelungen das anhaftende Image als reine King Diamond-Plagiats-Combo abzutun. Um zu beweisen, dass das eigene Material es auch mit den Stücken des Meisters himself aufnehmen kann, dazu waren Them angetreten und dies gelang ihnen an diesem Abend auch. Vom ersten Song an begeistert vom Publikum aufgenommen, ummantelt von einer theatralischen Show und mit einem Troy Norr in Höchstform, dazu eine Instrumentalfraktion, die über jeden Zweifel erhaben war, sackte die international besetze Combo mehr als einen Achtungserfolg ein. Mit Them wird zu rechnen sein und ich bin sicher, dass der nächste Longplayer die Band auf die nächste Ebene katapultieren sollte. (SBr)

Mit EMERALD folgte nach dem tollen, aber leider etwas kurzem Them-Auftritt die Band, die sich letztendlich als die positivste Überraschung des Swordbrothers-Festivals herausstellen sollte. Dass selbst eingefleischte Metalheads die sympathischen Holländer nicht zwangsläufig auf dem Radar haben, ist sicherlich kein Wunder, so liegen doch mehr als 32 Jahre zwischen dem Emerald-Debütalbum „Down Town“ und dem zweiten Werk „Voice Of The Silent“, das im November 2017 erschienen ist. Die extrem guten Resonanzen, die vorab aus Würzburg vom ´Metal Assault´-Festival herüberschwappten, waren kein Sturm im Wasserglas, sondern wurden vom ersten Takt an eindrucksvoll bestätigt. „Iron On Iron“ war der perfekte Opener für die knapp einstündige Show des niederländischen Quintetts um den charismatischen Frontmann Bert Kivits und dem Metal-Tausendsassa und Emerald-Mastermind Paul van Rijswijk, der durch sein virtuoses Spiel, seinen die gesamte Bühne umfassenden Aktionsradius und auch sein durchgehendes Dauergrinsen den positiven Funken auf das Publikum überspringen ließ. Besonders beeindruckend war die Stimme von Bert Kivits, der den internen Falsett-Contest eindeutig für sich entscheiden konnte. Wahnsinn, mit welcher Lockerheit er jede noch so hohe Gesangsklippe umkurvte. Wenn man neben einer tighten, spielfreudigen Band, einem außergewöhnlichen Sänger dann auch noch mit „Sword Brothers“ die definitive Festivalhymne im Gepäck hat, hat man das Publikum natürlich im Sack. Kein staubiger Achtziger-Jahre-Muff, sondern eine Stunde frischer, moderner True- bis Powermetal, der trotz straffem Festival-Zeitplan eine Zugabe für das begeisterte Lükaz-Publikum verdient gehabt hätte. Einzig und allein die spontan eingelegte Ballade mit dem irritierenden Titel „Suicide“ hinterließ bei mir ein paar Fragezeichen, der Rest hingegen waren Song für Song fette Ausrufezeichen. (MW)
Vom ersten Ton von „Dungeon Master“ an bis zum letzten von „Hammerforged“ hatten VISIGOTH an diesem Abend die Halle fest im Griff. Schon auf dem letzten KIT überzeugte die Epic-Power-Metal-Combo aus Salt Lake City als mitreißende Live-Band und auch auf dem ´Swordbrothers´ konnten sie dies eindrucksvoll untermauern. Allen voran Sänger Jake Rogers, seine Vorliebe für osteuropäischen Metal dieses Mal stilsicher im Aria-Shirt präsentierend, der zwischen den Songs zwar erkältungsbedingt kaum ein Wort sprechen konnte, jedes Lied dennoch mit Inbrunst und dem nötigen Pathos fehlerlos in die Halle schmetterte. Aber auch die restlichen Protagonisten hatten sichtlich Spaß daran, mit gutem Sound und trotz hohem Bewegungsdrang spieltechnisch präzise, Hymnen wie „Traitor´s Gate“, „Blood Sacrifice“, „Steel And Silver“ oder Speedkracher wie „Outlive Them All“ ins begeisterte Publikum zu feuern. Coverten Visigoth auf dem ersten Album noch Manilla Road, so hatten sie an diesem Abend Riots „Bloodstreets“ auf der Agenda, geschmackvoll sind sie also auch noch. Eigentlich sollte das von den ersten vier Reihen vor der Bühne hingebungsvoll mitgebrüllte „The Revenant King“ diesen rundum gelungenen Auftritt abschließen, aber obwohl ob des engen Zeitplans keine Zugaben vorgesehen waren, hatten sowohl Visigoth als auch das anwesende Bangervolk immer noch Bock. Am Ende waren dann alle mächtig "Hammerforged". (DE)

Nachdem Visigoth mit Ihrem Hammer-Set das Lükaz komplett zerlegt hatten, konnte es für den Headliner CLOVEN HOOF Hoof eigentlich nur ein ganz schwerer Gang werden. Und so kam es letzten Endes auch, wenngleich sich die Engländer mit ihrem amerikanischen Frontmann George Call über neunzig Minuten voll ins Zeug legten. Dem Ruf einer echten, wenn auch leider einen Tick zu spät geborenen NWOBHM-Legende wurden Cloven Hoof an diesem Abend nur bedingt gerecht, was daran lag, dass ein Teil des Publikums bereits ausgepowert war und das Set und die Show auch ein wenig eindimensional und altbacken daherkam. Und dann noch diese zum Teil wirklich peinlichen, vor Klischees triefenden Ansagen und „Jokes“ von George Call, der sich bitte zukünftig mehr auf seine Kernaufgaben konzentrieren sollte. Denn singen kann er ausgesprochen gut, immer wieder blitzte auch ein bisschen der junge Bruce Dickinson bei ihm durch. Während mich Klassiker wie „The Gates Of Gehenna“, „Laying Down The Law“ oder „Crack The Whip” auch anno 2018 vollends überzeugen, so klingen insbesondere die Stücke, die nach der Reunion in 2004 entstanden, oftmals weder nach Fisch noch nach Fleisch (Ausnahme: die epische Powerballade „Bannockburn“). Die hörbare „Amerikanisierung“ im Line-up und insbesondere auch im Songwriting kann mich auf der Festival-Zielgraden auch als Freund von melodiösem, rifflastigen Classic Metal nicht mehr aus der Rest-Reserve locken. So plätschern weite Teile des Sets ein wenig an mir vorbei und der rundum gelungene Festivalabend ging eher im Ruhepuls zu Ende als ein letztes Highlight zu bieten. (MW)
Dirk Eckhardt (DE), Marco Witte (MW), Stephan Becker (SBr) - Pics: Jörg Müller


[ Zurück zum Index ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler