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CD-Reviews :: Index: 'Q' :: QNTAL

QNTAL

OZYMANDIAS – QNTAL IV“ (63:03 min.)

E-WAVE / SONY BMG
Als „Katholikentechno“ hat sie mal ein Freund von mir bezeichnet. Nun, in Zeiten scheinbarer, neu erwachter Religiosität mag das ja vielleicht gar nicht mal so schlecht sein, und in einem Punkt stimmt es sogar. Irgendwie klingen Qntal immer wieder ein wenig sehr sakral, egal was sie singen. Auf die Texte achtet doch hier wahrscheinlich sowieso kaum jemand, allein die Tatsache, dass sie oft genug lateinisch singen und die Stimme von Syrah an sich verleihen der Band immer wieder diesen stark klassischen Touch. Ausserdem müssen sich Qntal seit Jahren mit dem Vergleich ihres Gründungsmitglieds Ernst Horn und seiner Nachfolgeprojekte herumschlagen. Auf „Ozymandias“ verzichten Qntal zumindest auf den musiktheoretischen Unterricht, verwenden nur wenige mittelalterliche, barocke oder sonst wie geartete alte Klänge und Strukturen. Im Gegenteil, die elektronische Musik ist erstaunlich einfach, eingängig geworden, wird mehr als einmal richtig tanzbar im aufs Wesentliche reduzierten Sinne (Cupido, Flamma) und erinnert bei „Amore Volant“ vom Rhythmus und der Instrumentierung her sogar an alte New Order-Sachen. Könnte man sich mal die Lieder ohne klassisch ausgebildeten Gesang und lateinischen Text vorstellen, hätte man hier eine lupenreine, eingängige, elektronische Scheibe, die durchaus Anleihen an Synthiepop oder gar weichem Electro bietet. Wunderbare, klar strukturierte Sounds, Flächen und Sequenzen.
Aber Qntal sind nun mal Qntal, und dazu gehört dieser „Kirchengesang“ von Syrah und genau das mindert den Gesamteindruck in meinen Ohren dann doch. Qntal klingen irgendwie immer ein wenig zu perfekt, zu glatt, zu großartig, zu … katholisch eben. Denn sind wir ehrlich: die bildgewaltigen und musikalischen Inszenierungen der Papstkirche bieten durchaus was fürs Auge und fürs Ohr, genau das, was auch Qntal bieten. Aber Perfektionismus nutzt sich in meinem Ohr zu schnell ab, ist zu glatt, bleibt nicht hängen, weil er eben keine Ecken und Kanten hat und somit einfach „durchrutscht“. Mit einer Ausnahme. Das über achtminütige „Remember Me“. Qntal mögen mir verzeihen, aber die Mischung aus (elektronischem?) Spinett, elegischen Posaunen und in diesem Fall irgendwie schief klingenden Gesang, erinnert mich an Henry Purcell Interpretationen von Kkaus Nomi. und genau darum finde ich diesen Song großartig. Hier paart sich Können und Talent mit Mut zu einer gewissen Hässlichkeit, und vor allem Enthusiasmus, wie sie eben der verstorbene, nie ausgebildete Countertenor Nomi immer zelebrierte. (Auch wenn die klassisch ausgebildete Syrah den Vergleich mit einem Mann und dann noch Klaus Nomi wohl kaum als schmeichelhaft empfinden wird.) Und was stellt der Rezensent nach ausgiebiger Recherche fest? Eben jenes Stück ist tatsächlich eine Arie aus „Dido & Aeneas“ von Henry Purcell und wurde vom einzigartigen Nomi auf seiner 1982er LP „Simple Man“ unter dem Titel „Death“ gesungen. Während der Rest der CD also durch meine Ohren immer so durchrutscht, sich als durchaus GUTE Hintergrundmusik (nicht dass man mich falsch versteht) nicht weiter störend bemerkbar macht, muss ich beim letzten Stück immer meine Tätigkeiten unterbrechen und ein Stück lauter machen. Davon mehr und ich würde meinem Freund sagen, dass Qntal kein „Katholikentechno“ sind.
7/10 - TS


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