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CD-Reviews :: ISOLE

ISOLE

DYSTOPIA (48:29 min.)

HAMMERHEART /
Wenn man eine Band seit deren erstem Album aber auch wirklich so richtig ins Herz geschlossen hat, sollte man als Rezensent sehr vorsichtig sein. Zu groß ist die Gefahr, sich spätere Ergüsse der selbst erkorenen Helden schön zu hören. So geschehen in meinem Falle mit Isoles 2011er Album "Born From Shadows", welchem ich dereinst 1 1/2 Punkte zu viel anheim fallen ließ, aber auch die beiden Vorgänger hatte ich im Schatten des noch immer überlebensgroßen Superalbums "Throne Of Void" verklärt. Erst bei "The Calm Hunter" lichtete sich 2014 der Nebel und ich erkannte die Schwächen einer Bandsituation, die bezüglich der Qualität deutlich unter der Mehrfachbelastung der Protagonisten, die sich nebenher mit Ereb Altor noch ihrem Bathory-Projekt widmeten, litt. Dieses Argument könnte für "Dystopia" ggf. nur bedingt gelten, da Ereb Altor momentan nicht sehr aktiv sind. Zunächst fällt die knallige Produktion ins Ohr, deren unverständlich aggressive Ausrichtung (die Rhythmus-Gitarre erstickt die Leads letztgültig: "Galenskapens Land") Nuancen des Bandsounds ersticken lässt (etwa im Candlemass-artigen "Written In The Sand") ‒ derart beraubt sich die Band umgehend einer ihrer Stärken, die exakt darin besteht, dynamisch hochsensibel zu arbeiten und verschiedene Stimmungswelten punktgenau zu vermitteln (in "You Went Away" versucht man es, kann aber nicht wirklich überzeugen). Wenn die Band sich dergestalt im Verbund mit durch Cover und Albumtitel angedeuteten Thema in akustischer Zeitkritik übt, ist dies leider nicht ganz geglückt. Zudem sind die von mir hochgeschätzten, unorthodox-ausgefeilten Chöre der Frühphase nunmehr auch Geschichte, ein Umstand, der ebenfalls für einen beliebigeren Songwriting-Ansatz spricht. Es geht offenbar weit weniger um die stringente Entwicklung einer Idee als vielmehr um vermeintlichen, weichgespülte düstermetallische Exkurse einbettenden, Abwechslungsreichtum, der mitunter zum Selbstzweck verkommt ("Forged By Fear"). Dabei schaut dann leider Vetter Beliebigkeit garstig um die Ecke und reibt sich die Hände. Gänsehaut-Melodien sucht man vergeblich, die Riffs implodieren regelmäßig in ihrer ostenativen Heaviness ("Nothingness"). Ja, eventuell bin ich nun bezüglich der eingangs geschilderten Gefahr der ÜBERschätzung in die entgegengesetzte Richtung gerannt und UNTERschätze "Dystopia". So ist das halt mit Menschen, die man schätzt: man unterwirft sie einem rigideren Bewertungssystem... Nachhaltig packt mich hier jedoch gor nüscht.
6,5/10 - PM.


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