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CD-Reviews :: HEAVY LOAD

HEAVY LOAD

DEATH OR GLORY (RE-RELEASE) (61:23 min.)

NO REMORSE / SOULFOOD
Brechen wir die Chronologie etwas auf: beim letztjährigen KIT-Gig Heavy Loads stellte sich heraus, dass nicht jede aufgewärmte Suppe wirklich gut mundet, sondern die Würze mit der Zeit deutlich nachlässt, auch wenn nicht jeder Rezensent seine allzu positiven Vorurteile hinter sich zu lassen vermochte: Natürlich können 60jährige heutzutage den Spirit der 80er niemals wiederaufleben lassen. 1982 waren die juvenilen Schweden jedoch noch wirklich heißer Scheiß, sagten sich "Still There Is Time" ("Burn" ick hör Dir widerhallen...) und rockten im Sinne der Größen des vorangegangenen Jahrzehnts (eben insbesondere Purple) drauflos wie die Sau, ohne dabei die Kontrolle zu verlieren. Musikalisch sind die Schweden hier ohne wenn und aber die Grand Magus der 80er: "The Guitar Is My Sword" (auch als extended Remix zu hören – wer´s braucht...) lässt JB heute sicher noch erigieren. Zudem gibt es auf "Death Or Glory" in Form des Stampfers "Heavy Metal Angels" auch einen DER Underground Metal-Hits ever (auf meinem Bootleg gut 2 1/2 Minuten länger als auf der regulären Version). Hört man sich die Scheibe wiederholt an, drängt sich der Vergleich zu den heute allenthalben erklingenden Epigonen förmlich auf, und in diesem Kontext entpuppt sich eine Scheibe mit echtem Tiefgang, die, trotz aller Naivität, mit originellen Ideen, Spirit und auch spielerischer Klasse wuchert, alles Dinge, die den heutigen Bands im Regelfall in jeder Hinsicht abgehen. Dabei ließen sich Heavy Load in "Something New" geradezu zu einem Pop-Song hinreißen (wäre für die reinrassige Deaf Forever-Kultur heute sicher geradezu ein no go...), anschließend wuchert man allerdings mit simpel effektivem Riffing ("Bleeding Streets"), das luftig produziert (das Remaster ist schön unaufdringlich gelungen) in die grandiose zweite Albumhäfte überführt. Dort tummeln sich wunderbare Epic-Bratzen wie das juvenil-wavige und Idle Hands vorwegnehmende "Traveller", der Mirror Of Deception-auf-Speed Banger "Little Lies" und das Bathory anklingen lassende und anschließend mit etwas kruden Priest vermählende "Daybreak Ecstasy" ‒ absolut formidabel, insbesondere aufgrund der häufig zu bestaunenden Gesangsharmonien! Ihr zweiter Longplayer zeigte die Schweden schlicht als großartige Songwriter und somit auf dem Zenit ihres Schaffens, bündelten sie doch die Herrlichkeit des 70er-Hardock und verwiesen bereits auf vieles, was noch kommen sollte. Als Bonus gibt es noch das bisher unveröffentlichte Demo "Dying Is Losing", für das so manche der jüngst gehypten Heldencombos schon killen würde, und dabei haben wir von den beiden 1982 unter den Tisch gefallenen (auf CD-Bootlegs aber auch schon vertretenen) "Take Me Away" und "Trespasser" (heftiges, fast schon thrashiges Riff!) noch gar nicht gesprochen. Im Nachgang zu "Stronger Than Evil" haben die griechischen Second Hand-Experten No Remorse sich zu einem veränderten haptischen Erlebnis durchgerungen: nicht mehr im Hochglanz, sondern matt erstrahlt das Digipak, die Linernotes sind wieder angenehm kurz gehalten, dafür gibt es viele farbige Fotos im Booklet. Ist mir aber eigentlich auch schnurze, solange die Qualität des Albums derart hoch ist. Nächstes Jahr also "Full Speed At High Level" nebst "Metal Conquest". Immer her damit!
9/10 - PM.


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